Buchbesprechung

Frank Minirth, Don Hawkins u.a.:

How to beat Burnout. Moody Press 1986, Chicago

(In englischer Sprache)

Tapetenwechsel und für einen bestimmten Zeitraum andere Aufgaben – das verordnet Jesus zwölf müden Männern nach ihrem ersten Diensteinsatz. Krankheit, Familienzuwachs, Veränderungen im Geschäftsumfeld und eine hohe Hypothek auf dem Haus – bei mehr als zweihundert Punkten im Veränderungs-Streß-Test besteht eine extrem hohe Wahrscheinlichkeit für Burnout. Frank Minirth und Paul Meier sind Christen, Mediziner und die Gründer der Minirth-Klinik für psychologische Beratung in Texas. Aus ihrer langjährigen klinischen und geistlichen Erfahrung beschreiben sie zusammen mit dem Theologen Don Hawkins und dem Psychologen Richard Flournoy anschaulich, was Burnout ist und welche Ursachen und Auswirkungen er haben kann. Sie geben konkrete Anhaltspunkte zur Analyse und heilenden Umgestaltung des Lebensstils. Emotionale Erschöpfung, Entpersönlichung und immer geringer werdende Leistungsfähigkeit führen in einen Teufelskreis in Richtung Burnout. Vor allem „Workaholics“ gehören zur gefährdeten Gruppe, sei es im sozialen Dienst, in der Wirtschaft oder in geistlichen Diensten. Die Autoren geben aus der Sicht von Christen klare Anhaltspunkte, wie die Abwärtsspirale angehalten und zu einer Aufwärtsspirale umgewandelt werden kann: Nicht nur Sport und Bewegung, ausgewogene Ernährung und genügend Schlaf sind wesentlich, sondern auch herzliches ­Lachen, praktizierte Vergebung und Beziehungspflege sowie die Beichte und eine intensive ­Beschäftigung mit Gottes Wort und seiner Gegenwart in unserem Alltag. Die Mischung aus praktischen Empfehlungen und geistlicher Bezugnahme macht dieses Buch wertvoll für Leser aus dem sozialen Dienst ebenso wie für Geistliche und Führungskräfte in der Wirtschaft. Fallbeispiele und Checklisten geben die Möglichkeit zur Analyse der eigenen Situation. Sehr deutlich wird auch, daß sich gerade in den er­sten Jahren des Berufslebens Arbeitsstil und ­Gewohnheiten ausbilden, die zum Burnout führen können.  Man erkennt oft erst spät, daß anstatt des verdoppelten Einsatzes eine Reduzierung der eigenen idealistischen Ziele ­erforderlich gewesen wäre. Hilfreich ist dann die Intensivierung persönlicher Kontakte, in denen ­Belastung und Schwierigkeiten ausgetauscht und gemeinsam getragen werden können. In diesem Umfeld kann z.B. das Nein-Sagen besser eingeübt werden. Auch die biblischen Aspekte kommen nicht zu kurz: Gottes Medizin gegen Burnout für Elia beinhaltet ­zunächst Ruhe und Ernährung für den Körper. Dann wird Elia verdeutlicht, daß Gott noch immer die Kontrolle hat und er darf seine Ängste und Sorgen  aussprechen. Danach erhält er von Gott eine neue, leichtere Aufgabe und in Elisa ­einen echten Freund. Im letzen Kapitel des Buches wird anhand von Jesaja 40 deutlich gemacht, daß Gottes Verheißung denen, die auf ihn vertrauen, neue Kraft schenken. Auch für Burnout-Opfer gilt: Ihre schwache Kraft wird verwandelt durch Gottes unbeschränkte Energie. Aus der Kombination von medizinischem Können und geistlicher Einsicht geben die Autoren praktische Beispiele zur Einschätzung und Heilung von Burnout. Dieses Buch ist hilfreich sowohl für Betroffene als auch für deren Freunde.  Ursula Schmidt, Dresden Ein Teil der Ausführungen ist im deutschen Buch „Der Stress-Faktor – Durchatmen, bevor es zu spät ist“ zu finden: Verlag der Francke-Buchhandlung 2000, ISBN 3-86122-471-2. (Stand März 2011: Nur noch antiquarisch lieferbar)

Von

  • Ursula Schmidt

    Theologin. Sie und ihr Mann Manfred halten Seminare, Vorträge und Schulungen in Gemeinden und Kirchen unterschiedlicher Prägung.

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