Nahtstelle zwischen Zeit und Ewigkeit

Wüstenzeiten des Lebens in Krankheit, Alter und Bedrängnis

Horst-Klaus Hofmann

Unter dieser Themenstellung will ich als Seelsorger versuchen, einige persönliche Erlebnisse und Erfahrungen aus den letzten Jahren ­meines Lebens mitzuteilen.
Ich will Erfahrungen be-zeugen. Dabei bemühe ich mich, „in der Liebe wahr“ zu sein (Eph 4,15). Was ich sage, ist meine Erfahrung und meine persönliche Sicht. Ereignisse werden ja erst durch ­unsere innere gedankliche Bewertung zu persön­lichen Erlebnissen. Wie ein eingetretenes Ereignis bestimmt wird, hängt bei jedem Menschen von der persönlichen Bewertung ab, entsprechend der jeweiligen Gefühlslage und dem gegebenen Wahrnehmungsmuster.
 
Seit vielen Jahren liebe ich das Lebensmotto von Wolfgang Borchert. Seine Gedichte und Texte ­habe ich bald nach meiner Heimkehr aus der ­russischen Kriegsgefangenschaft kennengelernt. Borcherts bekanntes Gedicht entspricht zutiefst meiner Erfahrung in der Nachfolge Jesu unter jungen Menschen. Er bekannte:
 
Ich möchte Leuchtturm sein
in Nacht und Wind,
für Dorsch und Stint
und jedes Boot –
und bin doch selbst
ein Schiff in Not!

 
So viel ich auch über „Altsein“ nachgedacht, ­gehört, gelesen und bei anderen beobachtet habe; es fällt mir noch immer sehr schwer, über mein Altsein zu berichten. Ich bin im November 1928 geboren. Dennoch mache ich häufig eine mich verwundernde Erfahrung: Da treffe ich andere Menschen und vermute sie um einige Jahre älter als mich selbst. Später erfahre ich, daß sie er­heblich jünger sind als ich selbst. Ist das nicht ­komisch? Mein Erklärungsversuch: Da ich 53 Jahre lang unter jungen Menschen gelebt und gearbeitet habe, sind in mir einige merkwürdige Alters-­Brüche. Mein Empfinden und meine Reaktionen entsprechen nicht meinem Lebensalter, sondern meinem subjektiven biologischen Alter, das ich um ca. 15 Jahre jünger ansetze. Nach meinem Alter ­gefragt, würde ich mit C.S. Lewis, dem englischen ­Literaturprofessor, sagen: „Manches in mir ist schon älter als 80 Jahre und in manchem bin ich noch ­immer 12 Jahre alt.“ – Nun ja, ich bin ich!

Was sind meine Wüstenzeiten?

Ich möchte Ihnen von Wüstenzeiten in meinem ­Alter berichten; im September 2004 wurde ich ­danach gefragt und habe meine erste Antwort versucht. Wer nicht als Beduine geboren wurde, dem ist Wüste wohl immer eine fremde, bedrohliche Welt, Verlust der vertrauten Umwelt. Der Prophet Jeremia sagt (2,6): Wüste ist ein Land ... das niemand bewohnt. In der Wüste versagt die bisherige Orientierungsweise. Wüste ist Durchgangs-Ort, aber nicht Ziel. Sie wird Ort der Versuchung.
Wüstenzeit bringt Erfahrung von Verletztwerden und Verwundetsein, von Auflehnung und Verwei­gerung, von Hunger, Durst und Versagen.
Manchmal wird Wüste Ort der Gottesbegegnung.
Menschen, die die Bibel kennen, werden sofort an die vierzig Wüstenjahre des Volkes Israel und an die Versuchungsgeschichte Jesu erinnert. Für den Glaubenden liegt Wüste als Lebenserprobung zwischen dem Land der Unterdrückung und dem Land der Verheißung. Auch in meinen Wüstenzeiten geht es um meine Lebensberufung (1. Bein), um Liebe zu Menschen (2. Bein), und um die persönliche Beziehung zu Gott (3. Bein).

Erstes Standbein: Lebensberufung

Meine schwerste Wüstenzeit hat am 14. September 2001 begonnen. Damals habe ich meine Lebens­arbeit, die Leitung unserer Gemeinschaft, an den von mir ausgewählten Nachfolger weitergegeben. Der Zeitpunkt war überraschend und unvorbereitet und sieben Monate vor dem vereinbarten „Stabwechsel“. Es war bei einer sehr kritischen Vertrauenskrise in der Mitarbeiterschaft von einer Stunde auf die andere notwendig geworden, alle meine Ämter sofort aus der Hand zu geben und auf Abstand von der vertrauten Gemeinschaft zu gehen.
In den 70er und 80er Jahren leitete ich auf Schloß Reichenberg viele Kurse zur biblischen Seelsorge. Mehrfach hatten wir als Referenten den damals international bekannten Berliner Arzt und Seelsorger Dr. Dr. Klaus Thomas zu Gast. Er leitete ein Institut für Suizidprävention (Selbstmordverhütung). Er hielt uns mehrere Schulungen aus seinem Fachgebiet. Dabei ist mir ein Kernsatz unvergessen geblieben und hat seine Richtigkeit in der Praxis erwiesen. Dr. Thomas lehrte uns: „Das Leben des Mannes steht auf drei Beinen: auf seiner Arbeit, auf seiner Liebe und auf seinem Glauben. Wenn zwei dieser Beine gebrochen sind oder wegfallen, ist sein Leben durch Selbstmord gefährdet.“
 
Der erwähnte 14. September ist für mich das Datum, an dem ich – um mit Dr. Thomas zu sprechen – mein erstes Bein verlor. Die Abgabe des Leitungs- und Hirtenamtes in unserer Gemeinschaft hatte in meiner Vorstellung nur mit Rücktritt zu tun. Darum habe ich mich, – was ich heute bedauere – nie mit einer Restlebensplanung außerhalb unserer Gemeinschaft beschäftigt. Ich erlebte jedoch ein völliges Ausgeschiedensein aus allen Aufgabenfeldern der Gemeinschaft. Auf mich wirkte die Situation, völlig entbehrlich geworden zu sein und als Verkündiger des Evangeliums überhaupt nicht mehr eingesetzt zu werden, wie eine Bein-Amputation.

Zweites Standbein: Liebe

Ich hatte das unverdienbare Vorrecht, mit einer großartigen, liebevollen und warmherzigen Christin namens Irmela 50 Jahre verheiratet gewesen zu sein. Da ich meine spätere Frau 1947 bei einem ­gemeinsamen Krankenhausaufenthalt kennen­gelernt habe, wußten wir von Anfang an von unseren körperlichen Schwachstellen. Ich war mit Lungentuberkulose aus der Kriegsgefangenschaft ­zurückgekehrt, sie hatte durch eine verschleppte Diphterie einen Herzmuskelschaden, später zeigte sich auch noch eine erbliche Nierenerkrankung. So waren wir unser Leben lang mit Leiden und Krankheit vertraut.
Dadurch wurde aber in diesen Anfangs-Wüsten­zeiten unsere Lebensgemeinschaft und unser ­Lebenseinsatz weder geschwächt noch verdunkelt. Wir erfuhren persönlich, was von Israel bei Jesaja (48,21) bezeugt wird, sie litten keinen Durst, als der Herr sie leitete in der Wüste. Er ließ ihnen Wasser aus dem Felsen fließen. Unsere fünf Kinder waren schon aus dem Elternhaus, als meine Frau zweimal am Herzen operiert wurde. Durch die Kapitalisierungsmöglichkeit meiner Schwerbehindertenrente verhalf uns Gott zu einem Eigenheim in Reichelsheim. Das wurde uns eine Oase auf der Wüstenwanderung. Mit kleinem Garten, nahe dem Waldrand war es ideal für unseren Lebensabend.
Nach einem Nierenversagen brauchte meine Frau bis zu ihrem Tod im August 2003 dreimal wöchentlich Blutreinigung an der Dialyse. Die OJC-­Gemeinschaft hat über zwei Jahrzehnte, je nach den Erfordernissen, für Irmela und unseren Haushalt gesorgt und sie liebevoll gepflegt. Die lange Leidenszeit hat unser gemeinsames Leben, das ­Teilen der Anfechtungen und Belastungen und auch die Fürsorge für andere, aus meiner Sicht, kaum ­beeinträchtigt. Ich konnte mir unser Haus ohne Gäste und ohne rat- und hilfesuchende Menschen nicht vorstellen.
Zwar habe ich aufrichtig und einleuchtend gelehrt und geschrieben, daß man nicht das Sterben lernen kann, sondern nur das Leben. Aber mein Leben veränderte sich in allen Beziehungen und Zusammenhängen mit dem Tod meiner Frau. Vor mancher Operation hatten wir voneinander Abschied ­genommen. Als jedoch der Ernstfall eintrat, traf er mich überfallartig. Heute weiß ich: Mit dem Tod meiner Frau Irmela am Tag vor ihrem 79. Geburtstag verlor ich mein zweites Standbein.

Drittes Standbein: Beziehung zu Gott

Meine Frau hat sehr in den Psalmen gelebt. Sie kannte viele auswendig. Seit der erzwungenen Flucht aus ihrer niederschlesischen Heimat 1945 war der 84. Psalm ihr Lieblingspsalm. Wohl den Menschen, die Dich für ihre Stärke halten und von Herzen Dir nachwandeln. Die durch das Jammertal gehen und machen daselbst Brunnen; und die Lehrer werden mit viel Segen geschmückt, so die Vers 6 und 7 aus der älteren Lutherübersetzung. Wer meine Frau kennengelernt hat, weiß, Irmela hat ­leidenschaftlich gerne die Bibel ausgelegt und deshalb auch den Segen des Lehrers voll erlebt.
In der Elberfelder Übersetzung heißt nun dieser Vers: Glücklich ist der Mensch, dessen Stärke in Dir ist. In dessen Herz gebahnte Wege sind! In den Wochen nach der Begegnung mit dem Tod war es mein Glück, daß mitten im Tränental in meinem Herzen gebahnte Wege waren. Der Hebräerbrief nennt als Zeichen der Reife eines Christenmenschen „die durch Gewohnheit geübten Sinne“ (5,14).
Der lebenslang eingeübte Tagesbeginn mit Hin­gabe, Gebet und dem Hören auf Gottes Wort blieb unversehrt.
In den ersten Trauerwochen liefen auch die anderen Lebensäußerungen weiter, aber dann erfuhr ich schmerzhaft den Unterschied zwischen Alleinsein und Einsamsein. Ich wußte mich auch weiterhin in der Gegenwart von Jesus. Aber die vertrauten kleinen Zeichen gemeinsamen Lebens im Alltag fehlten, die große Wohnung war leer. Manchmal ging ich vor dem Zubereiten des Abendbrots aus der ­Küche und knipste die Nachttischlampe an, sodaß ich später nicht in einen dunklen Raum kommen mußte. Eine Zeitlang schien das warme Bett der letzte Rückzugsplatz. Da droht dann aber auch Trostlosigkeit.
Mir half nur die Disziplin der vertrauten Gewohnheit, trotzdem aufzustehen und meinen Tages­rhythmus aufrechtzuerhalten, auch wenn ich von keinem Menschen erwartet wurde und keinen Austauschpartner mehr hatte. Zum Frühstück z.B. deckte ich mir weiterhin den Tisch, zündete die Kerze an und las die Losung, auch wenn mir das menschliche Gegenüber fehlte.

Begegnungen wurden schwieriger

Vier Monate nach dem abrupten Abschied bin ich einmal um Mitternacht aufgewacht und auf dem Weg ins Bad gestolpert. Dabei fiel ich so unglücklich auf den Boden, daß mir der rechte Handwurzelknochen brach. Ein Bekannter wollte mich ­trösten und meinte: „Das sei der Lauf der Dinge, daß man eines Morgens tot im Bad liegend gefunden wird.“
Natürlich mußte ich mich mit solchen Überlegungen vertraut machen. Noch hielt ich es aber nicht für sinnvoll, mich nach einem „Feier­abend im ­betreuten Wohnen“ umzusehen. Inzwischen ­konnte ich jedoch mit Freunden vereinbaren, morgens um 7.45 Uhr einen Kontrollanruf zu erhalten.
Die schon selten gewordenen Begegnungen mit Bekannten wurden schwieriger. Ich hatte den Eindruck, es sei ihnen unangenehm, mich über mein inneres Erleben und meine Gefühle zu fragen. Das aber wünschte ich mir. Der Normal-Gruß unterwegs: „Wie geht’s Dir?“ löste oberflächliche Erwiderungen aus, von „es geht“ bis „ich werde durchgebracht“ oder vertrauter „ich bin gerade auf einer Achterbahn“. Kaum jemand fragte: Wie meinst du das? Was war das Schwierigste für Dich als Irmela starb? Was hast du dabei empfunden? oder Was ist jetzt das Schwierigste für Dich, seit sie dir fehlt?
Wenn ich abends einsam in meiner Wohnung saß, spürte ich manchmal die Traurigkeit in jeder Faser meines Körpers. Auch Fernsehen oder die Stimme des Radiosprechers konnten mich nur stunden­weise auf andere Gedanken bringen.

Irmela fehlte mir überall und bei allem

Trotz mancher Einladung zu Tisch, trotz eines wohltuenden regelmässigen Zusammenseins bei einer lieben Familie mit zwei kleinen Jungen und trotz einiger echter, männlicher Freunde entbehrte ich den gewohnten Austausch, das vertrauensvolle, verstehende Gegenüber eines reifen weiblichen Menschen.
Eine gemeinsame Geschichte und ähnliche Denk- und Lebenshorizonte geben eine tiefergehende Kommunikationsbasis als ein Männergespräch über Beruf, Sport und Politik leisten kann. Das vor­rückende Alter aber bringt es mit sich, daß solche Weggenossen, an deren Gegenwart sich das Gefühl des Einsamen erholen darf, immer weniger werden. Fernsehsendungen am Abend, Videos oder die vertraute Stimme des Nachrichten­sprechers vom Deutschlandradio sind nur Kommunikationskrücken. Sie ersetzen keine verlorenen Beine. Das sind Wüstenzeiten!
Jean Vanier, der erfahrene Lehrer geistlicher ­Gemeinschaften schreibt einmal: „Für manche ist das Alleinsein unerträglich, es ist ein Vorgeschmack des Todes. Gemeinschaft erscheint ihnen als etwas wunderbares, als Ort der Geborgenheit und des Sichmitteilenkönnens.“ – Er sagt: Für manche. Aber zu diesen gehöre ich!
Drei Monate nach dem Abschied von meiner Frau überfiel mich früh vor Tag der Gedanke: Am Grab spürst du, hier ist sie nicht mehr. Aber wo dann?
Die bohrende Grübelfrage, wo ist nun meine ­geliebte Abgerufene, hat mich mit Zweifeln und Anfechtungen tief in Dichtung und Literatur und in die Heilige Schrift hineingetrieben. Im ersten Testament, der Tora der Juden, wird uns gerade mit der Wüstenwanderung gezeigt, wie Gott führt und sorgend Anteil nimmt an den Wegen und Irrwegen seines Volkes. Ich kenne und bekenne im Credo das Ineinander von sichtbarer und unsichtbarer Welt.

Hier ist sie nicht mehr - aber wo dann?

Bei Martin Luther entdeckte ich in einer Predigt: „Die Toten sind außerhalb aller Zeit. Wir fahren dahin und kommen am Jüngsten Tag wieder, ehe wir’s gewahr werden, wissen auch nicht, wie lange wir außen gewesen sind. Denn hier muß man die Zeit aus dem Sinn tun und wissen, daß in jener Welt alles ein ewiger Augenblick ist. Alsbald uns die ­Augen zufallen und wir im Grab verscharrt werden, werden wir wieder auferweckt. Denn tausend Jahre werden für uns eben sein, als hätten wir nur eine halbe Stunde im Grab geschlafen.“ (WA 10, III 194)
Es gab Augenblicke, da spürte ich, wie alle alltäglichen sozialen Verbindungen durch den Todesfall unterbrochen worden sind. Da wäre ich am lieb­sten „hinterher-gestorben.“ Wenn auch aus anderen Motiven, so hat ja auch der Apostel Paulus einmal aus dem Gefängnis in Rom seinen Philippern geschrieben: Ich habe Lust, aus der Welt zu scheiden und bei Christus zu sein, was auch viel besser wäre (Phil.1,23) .
Aber auch in solch verzweifelten, trübsinnigen Stunden hat Gott mich in meinem Gewissen gerüttelt durch den Blick auf andere, für die ich Zeuge der Frohbotschaft geworden bin. In Psalm 73,15 ... siehe, dann hätte ich das Geschlecht deiner Kinder verleugnet, bringt ja auch dieser Blickpunkt der Verantwortung den Wendepunkt in persönlicher Bedrängnis. Wie oft hatte ich mit Römer 8,18 erklärt: Ich halte dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht wert sei, die an uns soll offenbar werden.
An einem Morgen, der schwermütig und trübe ­begann, machte ich eine großartige Erfahrung. Ich stieg auf mein Standfahrrad und holte mir, da man dabei ja nicht lenken muß, ein Gesangbuch mit Paul-Gerhardt-Chorälen. Irmela und ich haben in Jahrzehnten erprobt, daß man mit seinen Gebets­liedern in vielen Krisen nahe bei Gott bleiben kann. Sie kennen doch „Geh aus mein Herz und suche Freud...“, „Befiehl Du Deine Wege...“ oder „Nun ruhen alle Wälder...“ „Ich steh an Deiner Krippe hier..“. Die zehn Minuten auf den Rad ermöglichten es, zweimal einen Choral zu singen und jedes Mal bewirkte das Singen, daß meine Stimmung ganz verändert wurde und den Tag über meist die Oberhand behielt.
Nach dieser Erfahrung freute ich mich schon morgens beim Duschen auf das anschließende Choralsingen. Oft begleitete mich die Melodie als Ohrwurm durch den Tag.
So hat Gott auf mancherlei Weise auch in meinen Dunkelheiten und Anfechtungen den von Ihm ­gestifteten Glauben durch Sein Wort am Leben ­erhalten. Aber die Wüstenzeit half mir zu verstehen, was ich durch Zurücklassen und Abschiednehmen im ­Älterwerden lernen muß.

Wüstenwege sind Sterbenswege

Der Apostel Paulus legt im 2. Korintherbrief den ­Finger auf einen zentralen Punkt unseres Lebens im Todesschatten, auf Wüstenwegen: Sterben ist ein Ausgezogenwerden, ein Nacktwerden. Er schreibt: Wir wollten lieber nicht entkleidet, sondern überkleidet werden, auf daß das Sterbliche würde verschlungen von dem Leben (5.1).
Das Geheimnis des Glaubens bezeugen wir in jeder Eucharistiefeier und sprechen:
Deinen Tod, o Herr verkünden wir
und Deine Auferstehung preisen wir,
bis Du kommst in Herrlichkeit!

 
So ist auch mir in der Trauerzeit das Heilige Abendmahl neu zur Nahtstelle zwischen Zeit und Ewigkeit geworden, zum Treffpunkt der sichtbaren und der unsichtbaren Welt in Brot und Wein, im Leib und Blut Christi, zum Quellgrund der Freude über die Vergebung meiner Sünden. Auch nach der schweren Verwundung des Abschieds schenkte Gott die er­neuerte Gewißheit: Jesus Christus bleibt unsere gemeinsame Mitte als der Herr, durch den Lebende und Tote in Seinem Leben für immer verbunden bleiben. Vor Ihm leben sie alle, bezeugt uns die Bibel. Darum habe ich auf Irmelas Grabstein die Botschaft gesetzt: JESUS LEBT – und wir werden auch leben.

Von

  • Horst-Klaus Hofmann

    (geb. 1928) arbeitete 19 Jahre vollzeitlich im CVJM und gründete zusammen mit seiner Frau Irmela die ökumenische Kommunität „Offensive Junger Christen“, die er von 1969-2001 inspirierte und leitete

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