Mit Kindern gönnt man sich was Gutes

Elisabeth (44) und Georg (45) von Kymmel sind ­Eltern von 4 aufgeweckten Kindern im Alter von ­sechs bis fünfzehn Jahren.

Sie wohnen in einem Dorf bei Neubrandenburg. Beruflich arbeitet Georg als Medizintechniker im Krankenhaus. Elisabeth, Musiklehrerin, die selbst gut und bevorzugt Violine spielt, ist heute Mutter „von Beruf“ und damit voll beschäftigt. Auf die Frage, ob sie sich wirklich 4 Kinder leisten können, – finanziell und kräftemäßig – , antwortet ­Elisabeth spontan: „Grundsätzlich ja. Aber es ­gehört eine Entscheidung dazu; wir mußten entscheiden, welche Prioritäten wir in unserer Familie setzen wollten. Mein Mann und ich wollten von Anfang an mindestens drei Kinder. Mit einem Kind gönnt man sich was Gutes. Mit 2-4 Kindern gönnt man den Kindern was Gutes!“ Manchmal vermißt Elisabeth ihre früheren Tage als Geigenlehrerin, vor allem auch die damit verbundenen sozialen Kontakte. Doch bei genauerem Hinschauen sind diese verlorenen Beziehungen längst ersetzt. Die kostbare freie Zeit und die Zeit für ein Engagement außerhalb der Familie sind reichhaltig gestaltet: „Ich arbeite im Vorbe­reitungsteam beim Frühstückstreffen für Frauen mit. Das sind intensive Begegnungen. Ich musiziere bei  kirchlichen Veranstaltungen und Konzerten. Inzwischen ist unsere Jüngste ja auch nicht mehr ganz klein. Darum habe ich jetzt pro Woche zwei ­Geigenschüler. Allerdings habe ich auch Zeiten für mich ausgespart. Sie sind gefüllt mit Lesen, Schwimmen, Fahrradfahren, Musizieren und mit freudiger Beziehungspflege zu Freunden! Doch an zwei Wochenenden und ca. drei-vier Tagen im Jahr muß meine Familie ganz auf mich verzichten. Dann fahre ich ins Haus der Stille in Weitenhagen zu „stillen Tagen“, zur persönlichen Einkehr und Sammlung.“ Elisabeth ist gerne Mutter und schätzt sich auch für gut begabt dazu ein. Georg, ihr Mann bestätigt das ohne zu zögern – fürsorglich, verläßlich, zärtlich und ideenreich sei sie, und wenn nötig auch energisch. „Bei der Kreativität und Geduld stoße ich ­allerdings gelegentlich an meine Grenzen. Am schwersten fällt mir im Hausfrauen- und Mutteralltag, daß ich eine größere Arbeit nicht mehr so ‚durchziehen’ kann. Immer wieder werde ich ­unterbrochen: der eine muß zum Schwimmen, ein anderes Kind zum Arzt, einer kommt mit den Hausaufgaben nicht zurecht und fordert mich, dann wächst die Kinderschar an durch die Freunde – und Besucher sollen mir auch willkommen sein. Auch die Unruhen der großen geöffneten Familie empfinde ich zuweilen als recht anstrengend. Da bin ich froh, daß die Kinder mit vielen praktischen Dingen zu ihrem Vater gehen können, von der Fahrradre­paratur über einen nötigen Zimmerum- oder ­anbau, oder genauso auch mit Problemen in ihren Beziehungen. Überhaupt: der Vater. Die Kinder lieben ihn und genießen seinen Sinn für Spaß und Komik. Wir spielen viel und unternehmen auch viel mitein­ander. Daß sich Georg dabei auf „verrückte“ oder „wilde“ Kinderwünsche einläßt und Dinge mit ­ihnen macht, die mir zu gefährlich scheinen, schätzen die Kinder sehr und erwarten sie immer voller Vorfreude!“ Den beiden Eltern würden ohne Kinder wesent­liches in ihrem Leben fehlen – ein Teil ihres Lebensinhaltes, ihrer Hoffnungen und ihrer Lebensfreude. Sie erleben sich durch die Kinder reich beschenkt mit vielfältigem Leben, gleichzeitig auch reichlich herausgefordert zu Gesprächsoffenheit, Sponta­neität und Gottvertrauen.  Gefragt, ob sie noch einmal so entscheiden würden, antwortet Elisabeth: „Ich habe Familie und Kinder einer beruflichen Karriere vorgezogen, weil ich mir davon mehr und echtes Glück versprochen habe. Bisher bin ich damit auch nicht enttäuscht worden. Ich bin gespannt, was Gott noch alles mit uns vorhat.“

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