Buchbesprechung

Wolfgang J. Bittner

Heilung – Zeichen der Herrschaft Gottes

Neufeld-Verlag, Schwarzenfeld 2007

Wie oft begegnet einem die Aussage: Gesundheit – das ist doch das Wichtigste. Jedes Mal regt sich in mir leiser Widerspruch – vielleicht auch nur deswegen, weil ich ziemlich wenig Erfahrung mit Krankheit habe.
In diesem Buch wird ausgeführt, was es mit Krankheit und Gesundheit aus biblischer Sicht auf sich hat. Kein Thema ist dermaßen unerschöpflich, kaum etwas hat so viele Auswirkungen auf unseren Alltag wie eine eingeschränkte Gesundheit. Biblisch betrachtet besteht ein Zusammenhang zwischen Krankheit, Tod und Sünde. Aber: „Bleibende Krankheit ist kein Zeichen für fehlenden Glauben, noch nicht eingehaltene Gebote, zu wenig Gebet, festgehaltene Schuld usw.“ (siehe ­S. 170).
Heilung gehört – wie die Verkündigung des Evange­liums – zum Auftrag der Kirche. Fast alle Wunder­geschichten im Neuen Testament sind Kranken­heilungen, im Alten Testament nimmt sich das Buch Hiob ausführlich dieses Themas an. Das Ziel Gottes mit dem Menschen steht in Psalm 103, 3: „…der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine ­Ge­brechen.“ Es geht Gott immer um den ganzen Menschen, er will, „dass wir Menschen in umfassenden Sinn heil und geheilt werden“ (S. 168).
Theologisch genau werden in diesem Buch Begriffe geklärt und voneinander unterschieden. Was ist ­jeweils zu verstehen unter „Heil“, „Heilung“ und „Heiligung“ und wie hängen sie zusammen? Was ­bedeutet „Krankheit“, um deren Heilung wir bitten dürfen und was bedeutet „Leiden“?
Immer wieder verweist der Autor auf Jesus als den ­„erhöhten und gegenwärtigen Herrn. Er ist der ­Heilende“ (S. 135). Es gibt Kapitel mit praktischen Hinweisen, aber nirgendwo ein Rezept. Der Autor ­betont, dass Gott Heilung will, dass wir zwischen „schon jetzt“ und „noch nicht“ leben; dass Jesus Sieger ist, aber der Tod noch nicht überwunden.
Sehr hilfreich finde ich das Kapitel mit der Überschrift „Seelsorgerliche Einzelfragen“.  Wolfgang Bittner antwortet kurz, differenziert und einfühlsam auf immer wieder sich stellende Fragen: „Wenn es Krankenheilung aus Glauben gibt, benötigen wir dann keine ­moderne Medizin?“ – „Darf man einfach um Heilung von Krankheit bitten?“
Der Autor bittet den Leser ausdrücklich um Ergänzung durch Berichte und Fragen und lädt ihn ein, sich für seine Fragen und Nöte einen Seelsorger zu suchen, da ein Buch nur sehr begrenzt Antwort geben könne.
Ich finde dieses Buch gut leserlich, ehrlich, anschaulich und bin dem Neufeld-Verlag richtig dankbar, dass er diese Neuauflage möglicht gemacht hat (bereits 1984 veröffentlicht, damals im Aussaat-Verlag).
In seinem ausführlichen Nachwort geht der Autor ­detailliert auf Kritikpunkte an seinem Text ein. Außerdem enthält diese neue Auflage eine Thesenreihe zur alternativen und esoterischen Medizin der EZW (Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen) ­sowie ein von Dr. Michael Utsch aktualisiertes (Stand 2007) und kommentiertes Literaturverzeichnis.
Dr. Wolfgang J. Bittner ist Studienleiter der Fritz-­Blanke-Gesellschaft und Beauftragter für Spiritualität der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-­schlesische Oberlausitz. Daneben arbeitet er als Lehrbeauftragter für christliche Spiritualität an der FU Berlin sowie als Publizist, Referent und Meditationsleiter.
 
Birte Undeutsch, Reichelsheim

Von

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