Ganz bei Trost

Der Geist von Pfingsten in der Seelsorge
 

Liebe Mitchristen,
 

Wo bleibt denn der nächste Brennpunkt? Ist etwas passiert?" So mancher Anruf dieser Art hat uns in den letzten Wochen erreicht. Ja, es ist etwas passiert: wir haben die Aufgabe übernommen, ein "Leitbild Seelsorge" zu erstellen. Zuerst für die OJC Gemeinschaft; denn unser gemeinsames Leben bildet ja den fruchtbaren Boden, auf dem unsere Seelsorgepraxis gewachsen ist und reift. Diese Aufgabe ist nicht im Nebenbei anzugehen und fertigzustellen. Am Ende unserer Überlegungen stand daher der notwendige Beschluss, in diesem Jahr nur zwei Nummern des Brennpunkt Seelsorge herauszugeben, statt der sonst üblichen vier. In der so gewonnenen Zeit arbeiten wir am "Leitbild".

Wir haben diese Regelung nicht ganz leichten Herzens getroffen. Doch gleichzeitig freuen wir uns auch, mit Zeit und Kraft dieser Aufgabe nachkommen zu können; denn wir wollen und müssen unsere Praxis reflektieren, unsere Erfahrungen aufarbeiten und der nächsten Generation zugänglich machen. Darum werden Sie in diesem Jahr nur zweimal einen neuen BPS in Händen halten. Nachdem Nummer eins zu Pfingsten, dem Geburtstag der weltweiten Kirche Christi herauskommt, ist die Nummer zwei pünktlich zu Advent und Weihnachten geplant.

Wir bitten Sie, liebe Freunde, um Ihr Verständnis, und viel mehr noch um Ihre Fürbitte und begleitenden Gebete für diese Aufgabe.
 

An dieser Stelle danken wir noch einmal ausdrücklich Ihnen allen, dass Sie uns auch im vergangenen Jahr mit Ihren Spenden ermöglicht haben, diese Zeitschrift regelmäßig herauszugeben. Wir konnten alle Druck- und Portogebühren immer gut zahlen. Haben Sie dafür herzlichen Dank. Bitte vergessen Sie uns nicht in diesem Jahr!
 

Was Trost bedeutet, damit ist die Bibel randvoll gefüllt von den ersten bis zu den letzten Seiten: Gott, der uns Menschen so sehr liebt, dass er uns ununterbrochen nachgeht, uns entgegenkommt, uns Wege ebnet und Horizonte weit macht; der uns freundlich und werbend anspricht, uns nicht im Unklaren lässt, der uns den Blick und das Herz öffnet für die Herrlichkeit des Lebens, das er uns in überfließender Fülle zueignet. Selbst angesichts lebensbedrohender Kräfte "schenkt er uns voll ein". Er stärkt unseren Glauben und bewahrt uns zur freudigen Zuversicht, so dass wir wirklich ganz bei Trost sein können: "Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang und ich werde bleiben im Hause des Herrn - für immer" (Psalm 23).

Verschiedene Aspekte des Tröstens werden in den Beiträgen dieser Ausgabe vorgestellt - das Nicht-Allein-Lassen der Sterbenskranken, wie Hannelore Kaiser ihr Trösten schildert (ab S. 12); oder das Einander-Beistehen beim Entdecken und Entfalten unserer Gaben und Fähigkeiten, wie Bischof Jochen Bohl in seiner Pfingstpredigt aus Dresden anregt (ab S. 24). Rudi Böhm (ab S. 16) entfaltet, wie der Geist Gottes uns ermutigt, Tröster für andere und mit anderen zu sein. Dazu überrascht uns Gott mit seiner schöpferischen und gestalterischen Kraft, auch weckt er uns auf, wenn wir uns in unserem seelsorgerlichen Können eingerichtet haben und ganz zufrieden damit geworden sind.

Zuletzt danken wir Christian Möller, Professor emeritus, dass er uns seinen Vortrag zum Nachdruck überlassen hat (ab S. 4). Professor Möller lehrte von 1988-2005 Praktische Theologie in Heidelberg. In diesen Jahren erlebte ich mich in unseren wenigen persönlichen, doch vielfältigen literarischen Begegnungen oft ermutigt, angeregt und auch tröstlich vergewissert für unseren Dienst.

Seelsorge geschieht im wesentlichen in und durch Beziehung, die es ermöglicht, dass die, die sich begegnen, über ihr begrenztes Ich hinaus - und in die Freiheit des Lebens Gottes hineinwachsen. Dazu führe und segne uns alle der Heilige Geist.
 

Wir grüssen Sie herzlich für diesen vor uns liegenden Sommer und danken Ihnen sehr für allen Ihren Beistand, auch im Namen des ganzen Redaktionsteams.
 

Ihre
 

Maria Kaißling

Von

  • Maria Kaißling

    Religionspädagogin. Sie lebt in der OJC-Auspflanzung in Greifswald und ist vorwiegend als Seelsorgerin tätig.

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