Buchrezension

W. Häde: Mein Schwager, der Märtyrer
W. Häde: Mein Schwager, der Märtyrer

Wolfgang Häde: Mein Schwager - ein Märtyrer

Die Geschichte des türkischen Christen Necati Aydin

Neufeld-Verlag 2009
 

Am 18. April 2007 wurde Necati Aydin, zusammen mit einem deutschen und einem türkischen Christen ermordet. Seine Lebensgeschichte, von seinem Schwager aufgezeichnet, ist so „normal“ und doch so abenteuerlich, wie ein Leben sein kann, das sich ganz in die Nachfolge Jesu Christi stellt.
Aydin wurde 1972 in eine fromme muslimische Familie hineingeboren. Sein Vater war einfacher Beamter. Nicht nur zuhause, auch an verschiedenen Schulen bekam Aydin eine muslimische Erziehung und war ein treuer Anhänger des Islam. Als junger Mann kam er eines Tages in einem Stadtbus ganz unverhofft ins Gespräch mit einer jungen Frau. Sehr offen begann sie mit ihm über ihren Glauben an Jesus Christus zu sprechen und weckte sein Interesse für diesen Gott, der den Sünder liebt. Nach etwa einem Jahr entschied er sich für ein Leben in der Nachfolge Jesu. Das hatte zur Folge, dass er von seiner geliebten Familie verstoßen und bedroht wurde. Die junge Frau, Semse, wurde einige Jahre später seine Frau. Zusammen mit ihr engagierte er sich stark in der Gemeinde in Izmir. Sein Herz brannte für Christus, aber auch für das türkische Volk. So sah er sich berufen, mit seiner Familie in den Osten der Türkei zu ziehen, wo Christen sehr verstreut und gefährdet leben. Dort, in Malatya, baute er mit zwei Freunden einen kleinen christlichen Verlag samt Buchhandlung auf. Dort wurden die drei dann auch ermordet.
Eine beeindruckende Person an der Seite des leidenschaftlichen Christus-Nachfolgers Aydin ist dessen Frau, eine entschlossene, mutige und treue Gefährtin und Stütze ihres Mannes. Trotz des Schreckens und der Trauer über seine Ermordung war sie bereit, den Mördern öffentlich zu vergeben.
Das Buch ist ein Nachruf. Es ist aber auch ein Aufruf an Christen in Deutschland, sich der Frage der Verfolgung zu stellen und sich der besonderen Gelegenheit, dem türkischen Volk in Deutschland von der Liebe Gottes zu erzählen, bewusst zu werden. Häde schreibt: „Verfolgung löst nicht automatisch Erweckung aus. Sie bedeutet vielmehr eine Krise, die von uns eine Antwort erfordert.“

Rahel Rasmussen, Reichelsheim

Von

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