Wenn der Magen knurrt und die Seele dürstet

Papa Bernd, Adeo-Verlag
Papa Bernd, Adeo-Verlag

Ein beispielloses Hilfsprojekt

Bernd Siggelkow, Wolfgang Büscher,
Marcus Mockler
Papa Bernd

Arche-Gründer Bernd Siggelkow —
Ein Leben für die vergessenen Kinder
Adeo-Verlag, August 2010
 

Als Bernd Siggelkow sechs Jahre alt ist, verlässt seine ­Mutter die Familie. Liebe und Zuneigung sind für ihn Mangelware. Die Straße wird sein zweites Zuhause. ­Jahre später, inzwischen verheiratet, leben er und seine Familie noch immer am Rande des Existenzminimums. Dennoch fasst er den mutigen Entschluss, selbst ein Projekt für hilfsbedürftige Kinder zu gründen.
Bernd Siggelkow lebt mit seiner Familie seit 1991 in Berlin. Er selbst beschreibt diese ersten Jahre als die schwierigsten seines Lebens. Er begegnet immer wieder gelangweilten und frustrierten Kindern und Jugendlichen. Ihre Not lässt ihn nicht los.
 
So schildert er die Anfänge der Arche:
„Die Jugendlichen hatten in ihrer Freizeit schlicht und einfach nichts zu tun. Es gab viel zu wenige Jugendclubs in der Nachbarschaft und die Freizeit der Kinder gestaltete sich oft leer und öde. Wie trostlos ist es, wenn niemand für diese Kinder da ist, dachte ich. Einer musste doch ­ihre Situation ändern! In den Schulen waren die Leistungen dieser Kinder oft schlecht. Ohne Hilfe von außen würde sich daran wohl auch nichts ändern. Um das zu erkennen, musste man kein Hellseher sein. Am Ende einer solchen Schülerkarriere steht nicht selten eine ­kriminelle Lauf­bahn.    
Mit einer Gruppe von Gleichgesinnten gründeten wir 1995 eine evangelische Freikirche mit dem Ziel der Kinder- und Familienarbeit. Das war die Geburtsstunde des Kinderhilfswerkes Arche, obwohl wir anfänglich noch „Evangelische ­Freikirche Hellersdorf“ hießen. Wir planten einen ersten größeren Kindergottesdienst. Dafür mieteten wir das Hellersdorfer Kulturforum, eine kleine Stadthalle im äußersten Osten der Stadt. Alles war sehr locker, ganz im Sinne der vielen, überwiegend jüngeren Besucher. Und wir gestalteten alles offen. Transparenz ist für mich von elementarer Bedeutung. Die Arche ist eine christliche Einrichtung, aber jeder soll und kann sehen, dass wir keine Sekte sind. Wir tun unsere Arbeit öffentlich und ziehen auch keine Gardinen vor unsere Fenster. In diesem Zusammenhang denke ich immer an das Schaufenster der Tierhandlung meines Vaters. Die Arche muss wie ein großes Schaufenster sein. Die Existenz der Arche sprach sich schnell herum. Nichts funktioniert ­besser als der Hausfunk auf den Schulfluren. Es dauerte nicht lange, bis Mitarbeiter des Bezirksamtes an unsere Tür klopften. Ein Jugendclub in der unmittelbaren Nachbarschaft zu unserem Ladenlokal war frei geworden. Die Räume waren zwar ziemlich heruntergekommen, dafür maßen sie aber 400 Quadratmeter! Kein Kind würde in Zukunft mehr nach Hause geschickt werden, weil wir keinen Platz hatten!“ (aus idea-spektrum, Heft 34/2010)
 
„Die Arche“ betreut heute mit 70 Mitarbeitern täglich über 1.000 Kinder und Jugendliche in mehreren Städten.
 
www.kinderprojekt-arche.de

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