… sondern erlöse uns von dem Bösen

...und erlöse uns von dem Bösen
...und erlöse uns von dem Bösen

Frei werden von Belastungen

von Andrea Stein


Wenn wir uns mit okkulten Bindungen auseinandersetzen, so geschieht dies immer und ausschließlich unter dem großen Ziel der uns verheißenen Erlösung und Befreiung.
Im Johannesevangelium lesen wir: „Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht. Der Knecht bleibt nicht ewig im Haus; der Sohn bleibt ewig. Wenn euch nun der Sohn freimacht, so seid ihr wirklich frei“ (8,34-36).
Sünde ist Trennung von Gott. Das Gebundensein an Mächte der Finsternis beinhaltet über diese Trennung hinaus eine Verstrickung mit den Mächten, die Gott entgegenstehen. Eine solche Hinwendung kann sowohl bewusst und willentlich als auch unbewusst und unwillentlich geschehen sein. Dennoch sind die Folgen die gleichen. Auch wer zum Spaß ins Wasser springt, wird nass.
Wir sind umgeben von einer sichtbaren und einer unsichtbaren Welt. Mit okkulten Bindungen meinen wir Mächte, die in Dunkelheit verborgen sind. Wir Christen bekennen den dreieinigen Gott, der auch verborgen ist, aber im Licht. Dieses Verborgensein, sowohl Gottes als auch der Mächte der Finsternis, macht es uns nicht leicht, sie zu erkennen und voneinander zu unterscheiden. Im Epheserbrief heißt es: „Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächten und Gewalten der Finsternis“ (Eph 6,12). Fleisch und Blut meint den Menschen als vergängliches Wesen. Mächte und Gewalten der Finsternis bezeichnen Satan in seinen verschiedenen Erscheinungsformen.
Satan ist ein von Gott geschaffenes Wesen. Er ist von seinem Ursprung her ein Engel, der auf ein Urteil Gottes hin aus dem Himmel gestoßen wurde, ein gefallener Engel. Satan gehört zur Schöpfung, d. h. er steht existenziell nicht mit Gott, sondern mit uns Menschen auf gleicher Ebene. Er erhebt sich und streitet gegen Gott, hat aber als von ihm geschaffenes Wesen keine Macht über ihn. Somit kann Satan auch in unserem Leben nur Kraft gewinnen, wenn wir ihm die Tür aufmachen.
In der Bibel begegnet uns Eva als die erste, die dem Teufel Raum gegeben hat. Satan erscheint verborgen in einer Schlange, die Eva verführt, vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen. Sie hätte zu dem scheinheiligen Angebot auch „nein“ sagen und ihre Beziehung zu Gott bekräftigen können. Mit ihrer Einwilligung hat sie die Beziehung zu Gott unterbrochen. In Folge dieser Erbsünde will sich der Mensch bis zum heutigen Tag nicht mehr an Gott wenden. Er will selbst erkennen und erhebt sich dadurch zum Gott über sein Leben und das Leben anderer. „Ich weiß alleine, was gut und richtig für mich und andere ist. Ich weiß selbst, was mir guttut und anderen helfen könnte.“ Auf diesem Hintergrund verfolgen wir unreflektiert unsere scheinbar richtigen Wünsche und Sehnsüchte und verstricken uns in gegengöttliche Mächte:
-Wir sind getrieben von der Sehnsucht zu wissen, was sich in unserem Leben ereignen wird und gehen zum Wahrsager oder lesen Horoskope. Dabei ist uns in der Bibel gesagt: „Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.“ (Mt 6,34)
-Wir wollen gesund werden und fragen nicht mehr, ob die Erkrankung mit unserer Lebensform und unserer Seele zu tun haben könnte oder Gott uns in unserem Leben begegnen möchte, sondern gehen zum Wunderheiler oder lassen uns besprechen. Dagegen sagt Jesus: „Ich bin euer Heiland.“
-Wir bedienen uns esoterischer Methoden, um trotz unserer Lasten und hektischen Lebensweise zur Ruhe zu kommen. Jesus aber sagt: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid“ (Mt 11,28).
-Wenn wir verunsichert sind, greifen wir zu Glücksbringern, die Sicherheit bringen sollen. Dagegen hat Jesus uns seinen Halt zugesagt.
Alle diese Bestrebungen entspringen der Erbsünde. „Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann“ (1 Petrus 5,8). Der „Widersacher“, das sagt das Wort bereits, steht der Sache Gottes entgegen. Die Sache Gottes ist das Leben, der Widersacher steht dem Leben entgegen, verkörpert den Tod an Geist, Leib, Seele und in Beziehungen. Der Widersacher hat großes Interesse daran, uns in die Sünde zu ziehen. Wie bei Eva versucht und verführt er, flüstert uns zu: „Du kannst gesund werden, wissend, entspannt, glücklich …“ Er packt uns in unserer menschlichen Grundsehnsucht nach Unabhängigkeit und zieht uns in seine Abhängigkeit, wenn wir uns darauf einlassen. Er tut es „mit lügenhaften Zeichen und Wundern“ (2 Thess 2,9). Er tarnt sich als Engel des Lichts (2 Kor 11, 14). Er verführt uns, unser Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, so wie er den hungernden Jesus lockte, aus Steinen Brot zu machen (Mt 4, 1-11). Der Widersacher lockt uns dort, wo wir Nöte und Sehnsüchte haben und verführt uns zu einem Handeln, das die gottgegebenen Grenzen und seine Gebote übersteigt, so dass wir einen Pakt mit dem Teufel eingehen. Er führt uns in Versuchung, um uns zu Fall zu bringen.

Wie geschieht das?

Wenn wir Gott um Geleit und Hilfe, Heilung und Befreiung in unserem Leben bitten, so tut er das, indem er uns in eine Beziehung zu sich einlädt. In dieser wachsenden Beziehung dürfen wir unsere Mühsal und unser Leiden von ihrer ursächlichen Tiefe her erkennen und ihm geben. Er nimmt das, was der Entfaltung unseres Lebens entgegensteht und gibt das, was dem Leben dient. Der Teufel lockt uns mit einer schnellen Befriedigung unserer Wünsche und einer spontanen Beseitigung unserer Nöte. Auch er nimmt uns etwas und gibt etwas. Doch er kann nur geben, was seinem Wesen entspricht. Das Wesen des Teufels verraten seine Namen: Diabolos (Durcheinanderbringer) – Satan (Ankläger) – Widersacher – Beelzebub – Herr der Fliegen (er setzt sich als Fliege in unsere Wunden und infiziert sie) – brüllender Löwe, der sucht, wen er verschlingen kann – Menschenfeind von Anfang an.


Die Auswirkungen satanischen Handelns in unserem Leben verstehen wir nur, wenn wir uns als Einheit von Leib, Seele und Geist sehen. Satan kann eine Krankheit des Leibes scheinbar nehmen, in unsere Seele aber nur das hineingeben, was seinem Wesen entspricht – Unfriede, Durcheinander, Anklage – und in unseren Geist eine Abneigung zum Beten.
Ich bin mit zwei Jahren an Gürtelrose erkrankt, meine Eltern brachten mich zum Besprechen. Das Geschehen selbst habe ich nur noch schattenartig vor meinem inneren Auge. Woran ich mich ganz genau erinnere, ist eine große, schwarze Gestalt, die an meinem Bett erschien und vor der ich erschrocken aufschrie. Viel später erkannte ich anhand von Fotos, dass diese Gestalt mein schon lange verstorbener Großvater war.
Wenn ein Kind so etwas erlebt, hat dies nachhaltige Folgen. Fast 30 Jahre lang hat mich dieses Erlebnis in eine grauenvolle symptomreiche Angst gestürzt, in der ich wie in einem Gefängnis gefangen war. Satan hat in mir sein Wesen als Menschenquäler ausgelebt. Er hat meinem Leib die Krankheit scheinbar genommen, in meine Seele aber Angst und Unfriede gegeben und in meinen Geist Gottesferne. Besonders beim Abendmahl merkte ich den Kampf der Mächte, so dass ich zu dem Schluss kam: „Mir geht es ohne Abendmahl besser.“ Die ursprüngliche Krankheit ist dann später viel stärker wiedergekommen. Wenn wir die Grenzen und Gebote Gottes übertreten, geben wir Satan ein Anrecht auf uns. „Wer nicht für mich ist, ist gegen mich“ sagte Jesus. Gegen ihn steht der Widersacher und wenn wir uns auf Jesus einlassen, stehen wir mit ihm gegen den Teufel.
So ein Anrecht geht nicht mit der Zeit weg, sondern allein durch Buße und Umkehr. Werden die Unheilsverstrickungen nicht gelöst, werden sie über Generationen hinweg weitergegeben.
In 5 Mose 5,9 lesen wir von dem eifernden Gott „der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen“. Dieser Satz beschreibt die Unheilsverstrickung über Generationen, die Gott vergeben und aus denen er erretten will.

Einfallstore

Es gibt ein breites Spektrum an Einfallstoren, die ganz alltäglich auftreten. Wenn wir in Galater 5, 22-23 von der Frucht des Geistes lesen, so ist diese Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit. Ihnen entgegen stehen Feindschaft, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Neid. Mit solchen Regungen und Herausforderungen haben wir täglich in der Familie und im Arbeitsleben zu tun. Weitere Einfallstore sind Wunden im Kindesalter, Traumata, Erfahrungen von Missbrauch und Gewalt sowie Krankheiten oder Unfälle, in denen es um Leben oder Tod geht.
Ich hatte mit acht Jahren einen Badeunfall, der mich fast das Leben gekostet hätte. Danach fiel es mir schwer, an Bahngleisen oder auf hohen Gebäuden zu stehen. Ich hatte immer Angst, die Kontrolle zu verlieren und vor den Zug zu laufen oder vom Gebäude zu springen.
Eine junge Frau beschrieb mir nach einer Abtreibung ähnliche Symptome. Diese Symptome können Zeichen von Wunden sein, aus denen sich eine Todesangst entwickelt hat. Immer ist jedoch auch die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass der Geist des Todes in diese Situationen eingefallen ist. Für eine bewusste Verstrickung, die z. T. aus Unwissenheit geschieht, sind uns die Möglichkeiten im 5. Mose 18 ab Vers 9 genannt. Dazu gehören:
• Wahrsagerei, Hexerei, Zauberei
• Astrologie, Horoskop, Handlinien lesen
• okkulte Praktiken und okkult ausgerichtete rituelle Handlungen z. B. Satanskult
• Geheimbünde und Sekten
• abergläubische Heilungs- und Schutzpraktiken, Besprechen
Des weiteren können auch Ideologien – Faschismus, Sozialismus, Rassismus, Antisemitismus – und belastete Familienstrukturen – Todeslinien, Suizid, Abtreibung, Flüche und Verwünschungen zu Einfallstoren werden.

Folgen und Kennzeichen

Die Folgen und Kennzeichen müssen nicht immer unmittelbar nach der Unheilsverstrickung auftreten, sind zeitversetzt jedoch auch schwieriger zu erkennen.
Zu beobachten sind:
• Angst, Unruhe, Unfrieden;
• Getriebenheit, Zerfahrenheit;
• Jähzorn, Feindseligkeit bis Streitsucht und Hass, Sadismus;
• Selbstanklage, selbstzerstörerisches Verhalten, Todessehnsüchte;
• Glaubensblockaden, Einreden, Beziehungs- und Liebesblockaden, Entfremdung verbunden mit dem Gefühl der Fremdbestimmung;
• Alkoholismus, Bettnässen, lebensbedrohliche Erkrankungen;
• Wesensänderung: Die Personen werden immer hexiger und teuflischer.
Diese Charakteristika nehmen mit dem altersbedingten Wegfall der Selbstkontrollmechanismen zu.

Die Erlösung von okkulten Bindungen kann nur im Namen und in der Vollmacht Jesu geschehen, denn er hat den Sieg bereits errungen. Eine Lebenswende setzt voraus, anzuerkennen, dass ein Gebot übertreten und Hilfe bei Mächten gesucht wurde, die Gott entgegenstehen. Eine Aufgabe ist, uns restlos von allem belastendem Material zu trennen und es unter Gebet so zu vernichten, dass auch ein anderer es nicht mehr nutzen kann. Mit der Bereitschaft, das Leben vollständig in Gottes Allmacht zu geben, bekennen wir, zukünftig mit allen Sehnsüchten und Nöten zu Jesus zu gehen und uns von ihm führen zu lassen. In der Vergebung der Schuld, dem Lossagen und Lossprechen mit Hilfe von erfahrenen Seelsorgern kann Jesus uns von den finsteren Mächten erlösen. Nun gilt es, den freigewordenen Raum ausfüllen zu lassen mit der Macht des Heiligen Geistes. Das tägliche Bekenntnis, allein dem Dreieinigen Gott zu gehören und mich von ihm führen lassen zu wollen, habe ich in der ersten Zeit nach der Lossprechung als sehr hilfreich erlebt. Zum Erhalt unserer neu geschenkten Freiheit wird uns im 1 Petrus 5, 8-9 geraten „Seid nüchtern und wacht… Dem widersteht, fest im Glauben“. In Epheser 6, 11 werden wir aufgefordert, die Waffenrüstung Gottes anzuziehen.
Eine besondere Bedeutung kommt noch der Prüfung zu. Dabei geht es darum, nach dem gottgemäßen Weg zu fragen und auf diese Ausrichtung hin alles zu prüfen, um nicht wieder in den gegengöttlichen Bann gezogen zu werden. Über allem steht: „Das Reich Gottes ist Friede, Freude und Gerechtigkeit.“ Das Reich Gottes wohnt unter uns. Da dürfen wir unser Heil erwarten.

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