Hanne K. Götze, Kinder brauchen Mütter

Ares Verlag 2011, € 19,90


Seit August 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für ihre ein- bis dreijährigen Kinder. Dabei ist dieses Recht schon fast eine Pflicht. Eine Mutter, die nicht möglichst schnell wieder in den Beruf strebt und nicht davon überzeugt ist, dass der Staat und seine Einrichtungen am besten wissen, was für ihr Kind gut ist, sieht sich schnell an den Rand gestellt.

Seit August 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für ihre ein- bis dreijährigen Kinder. Dabei ist dieses Recht schon fast eine Pflicht. Eine Mutter, die nicht möglichst schnell wieder in den Beruf strebt und nicht davon überzeugt ist, dass der Staat und seine Einrichtungen am besten wissen, was für ihr Kind gut ist, sieht sich schnell an den Rand gestellt.

Hanne Götze stellt sich dieser Entwicklung entgegen. In der DDR aufgewachsen, erinnert sie sich nur zu gut daran, was Krippe bedeutet. Auch wenn Krippen heute sicher besser ausgestattet sind und die Verantwortlichen einiges dazu gelernt haben, ist un­strittig, dass sie nicht so sind, wie sie sein müss­ten, um den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden.

Hanne Götze wollte verhindern, dass ihre ­eigenen Kinder ähnliche Erfahrungen ­machen müssen und setzte noch zu DDR-Zeiten durch, dass sie ihre Kinder zu Hause betreuen durfte. Dabei kannte sie auch ­Gefühle wie „Einkaufen, Kochen, Saubermachen … Alles so ungeistige Hausarbeit, die man nur sieht, wenn sie nicht gemacht ist! Wozu habe ich eigentlich studiert? Wie ertrage ich die Einsamkeit?“ Ihr Beruf wird darum für sie die Zeit mit den Kindern und für die Familie.

In diesem Buch verbindet sie ihre persön­lichen (guten und schlechten) Erfahrungen mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Thema Bindung. In mehreren Kapiteln geht sie der Frage nach, warum Mütter und Mütterlichkeit so wichtig für die Kinder und einfach durch nichts zu ersetzen oder auszutauschen sind.

Kinder wollen getragen werden, liebevoll angeschaut und zärtlich berührt werden. Nur so können sie Vertrauen in eine verlässliche Liebe entwickeln. Das können Erzieher, bei aller guten Ausbildung, bei allem guten Willen, nicht leisten, nicht solange sie zu viele Kinder zu viele Stunden betreuen müssen. Mehr Zeit für weniger Kinder kostet aber wieder mehr Geld und ob sich die Fremd­betreuung dann noch rechnet, ist fraglich.

Die eigentliche Frage ist, was man tun kann, um Mütter und Familien zu unterstützen. Es ist ja nicht so, dass in allen öffentlichen Darstellungen die Rede von der „Hilfe für Familien“ fehlt. Aber gemeint ist damit in der ­Regel nur die Trennung vom Kind, um so zu ermöglichen, dass die Familie sich den Interessen der Wirtschaft unterwirft. Demgegenüber stellt Hanne Götze eine Reihe von ­Vorschlägen, wie die gesellschaftlichen ­Rahmenbedingungen für Familien verbessert werden können, z. B. mit der Steuer­gerechtigkeit. Mindestens genauso wichtig ist die gesellschaftliche Anerkennung der Familienarbeit. Dazu könnten die Medien einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie ohne zu diffamieren Themen wie Mutter-Kind-Bindung aufgreifen.

Dieses Buch klärt differenziert auf und entkräftet viele scheinbar selbstverständliche Argumente. Hanne Götze vertritt ihren Standpunkt ohne zu polemisieren. Ich wünsche dem Buch eine große Leserschaft unter Politikern, Pädagogen und Familien.


Birte Undeutsch

Von

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