Buchbesprechung: Wenn mein Kind behindert ist

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Außergewöhnlich

Conny Wenk, Neufeld Verlag,      19.90 €

Dieses Buch steckt voll echter Geschichten und anrührender Bilder. Alle, die hier erzählen, haben ein Kind mit Down-Syndrom und mussten Abschied nehmen von ihrem Traumkind und von vielem, was sie bisher gedacht und getan haben. Ich möchte drei Familien zu Wort kommen lassen:

Eine Familie mit einem Sohn bekommt ein zweites Baby, eines mit Down-Syndrom. Heute ist Andy 15 Jahre alt. Morgens braucht er seine Ruhe, dann sagt er nur: „Langsam!“ Er liebt Musik, am besten so laut, dass einem die Ohren dröhnen. Von Anfang an hat er uns, so erzählt seine Mutter, zum Nachdenken gebracht und stellt vieles hilfreich in Frage. Er hat uns einen ganz wichtigen neuen Weg gezeigt und uns Mut gemacht, noch ein drittes Kind zu bekommen.

Aaron ist der jüngste von Petras vier Kindern, ein unkomplizierter und angenehmer Zeitgenosse mit einem freundlichen Wesen, der fast immer strahlt und nur wenig Quatsch ausheckt. Er kann sich stundenlang mit Büchern beschäftigen, allerdings spricht er kaum und bedient sich einer Mischung aus Gebärdensprache und einigen Hauptwörtern. „Hallo“ und „Tschüs“ sind die wichtigsten. Zur Zeit besucht er einen integrativen Kindergarten. Und Petra möchte unbedingt, dass er eine Regelschule besucht – als wichtige Voraussetzung auf seinem Weg, einmal selbstständig zu leben.

Der kleine Prinz

Alexander ist sich absolut sicher, ein kleiner Prinz zu sein. Ein geliebtes Kind Gottes, des Schöpfers dieser Welt. Erst in letzter Zeit ist mir bewusst geworden, schreibt sein Adoptivvater, dass das mein tiefstes Bedürfnis als Mensch ist: Ich will geliebt werden, und zwar so, wie ich bin. Was für ein Glück, dass Alexander da ist – denn er lebt mir genau das vor.

Dieses Buch will Menschen begleiten, die Eltern von ganz besonderen Kindern sind. Die Mutter eines Kindes mit Trisomie 21, die es gelesen hat, schrieb: „…die Kleine hat gerade den Papierkorb geleert, sitzt jetzt auf meinem Schoß und möchte den Schreibtisch aufräumen und tut das auch. Das Buch hat mich nicht nur begeistert, sondern auch getröstet, ermutigt, Kraft und das Gefühl gegeben, nicht alleine zu sein. Ich schaue immer wieder rein und möchte es gerne auf die Stationen bringen, auf denen wir die erste Zeit gelegen haben. Oft gibt es kein Infomaterial und auch das Personal ist überfordert, mit den Eltern eines Kindes mit Down-Syndrom darüber zu sprechen. Wir bekamen dann im Krankenhaus das Buch „Väterglück“ (vom Arbeitskreis Down-Syndrom e.V) zum Reinschauen in die Hände. Das ist so, wie in einem fremden Land, dessen Sprache du nicht verstehst, ein Buch in deiner Sprache zu bekommen... So, die Kleine belagert ihre Mama wieder.“

Die Geschichten dieses Buches können Berührungsängste und Vorurteile abbauen. Bei Eltern, Großeltern, Geschwistern, Freunden, die solch ein besonderes Kind erleben. Aber es ist für alle gut, denn im Leben lässt sich vieles nicht planen und wir brauchen Ermutigung, uns auf manches, vor dem wir Angst haben, einzulassen, einmal etwas zu tun, das wir uns nie vorstellen konnten und dabei die Erfahrung zu machen: Das lässt uns wachsen. Und im Nachhinein sind wir sogar froh, dass manche unserer Wünsche nicht in Erfüllung gegangen sind. Das Leben hält immer neue Überraschungen bereit. Und wir – so schreibt David Neufeld, der dieses Buch in seinem Verlag herausgebracht hat, im Vorwort – haben gemerkt, dass es sich lohnt, offen dafür zu sein.

Cornelia Geister, Reichelsheim

Von

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