Specksteinskulptur Gemeinschaft
Specksteinskulptur Gemeinschaft

 

 

Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob! Römer 15,7

Liebe Mitchristen!

Jeder Mensch lebt davon, dass jemand ein volles Ja zu ihm hat. Auch wenn wir das nicht immer so erleben, wie wir es uns wünschen, oder gar brauchen, so leben und gedeihen wir, weil einige, so gut sie konnten, „Ja“ sagten: Du sollst ­leben. Sie haben uns angenommen.

Wir wiederum sagen „Ja“ zu anderen, z.B. zu der nächsten Generation. Darauf liegt Gottes Segen – wenn sich die Herzen der Väter zu den Söhnen wenden und die Herzen der Söhne sich den ­Vätern zuwenden – wie es der Prophet Maleachi formuliert.

Einander annehmen geschieht zuerst und ­„natürlich“ zwischen Eltern und Kindern, unter Geschwistern, zwischen Freunden usw.

Allerdings verweist uns die Jahreslosung darüberhinaus auf einen Zusammenhang, der nicht „natürlich“ gegeben ist: die durch Christus ini­tiierte weltweite Gemeinschaft.

Dies bleibt eine große Herausforderung, die auch mit zunehmendem Alter keineswegs leichter wird: den Fremden anzunehmen, wie er ist. Wir wissen alle, dass diese Aufgabe auch uns Christen nicht leicht gelingt. Es scheinen sich zu viele Hindernisse aufzubauen: der Andere ­ähnelt uns und unseresgleichen so wenig; er legt andere Vorlieben an den Tag; er gestaltet sein Familienleben ganz anders; er bringt Erwartungen an unsere Beziehungen und Bekannt­schaften mit, die uns zunächst unbekannt, fremd oder gar unangenehm sind. Unsere Geschmäcker, Gewohnheiten und Gewichtungen sind eben so verschieden, schreibt Manfred ­Siebald in seiner empfehlenswerten Entfaltung der Jahreslosung ( SCM Brockhaus).

Das einende Element – so schreibt Paulus uns Christen ins Stammbuch – ist Jesus Christus: (Gott) helfe euch, Jesus Christus zum Maßstab für euren Umgang miteinander zu nehmen und euch vom gemeinsamen Ziel bestimmen zu lassen. (Röm 15,5b, NGÜ)

Wir werden unser Leben lang nicht damit zu ­Ende kommen im Forschen und Erleben, wer und wie Christus ist – in wie vielen Weisen er jeden von uns Menschen auf der ganzen weiten Welt angenommen hat, sich uns zuwendet, uns ein Licht aufsteckt, uns aufweckt, uns heilend ­berührt, uns nachfolgen und mitmachen lässt. Wenn dies schon so vielfältig im Leben von Einzelnen geschieht, welche Fülle haben dann erst die Formen seines Naheseins im Blick auf die ganze Christenheit! Und nie wird er müde, diese weltweite Kirche zu einer Ökumene der Umkehrbereiten herauszufordern: Ehrt Gott, indem ihr einander annehmt, wie Christus euch angenommen hat (R.15,7 NGÜ).

Dieses Lob Gottes hat es in sich: wo Gott so geehrt wird, geben wir einander Raum zum Frieden auf Erden und zum versöhnten Miteinander derer, die sich vorurteilsfrei nahe kommen können.

Die Autoren dieser Ausgabe sind in ganz unterschiedlichen Arbeitsfeldern engagiert, befinden sich in verschiedenen Lebensphasen, kommen aus verschiedenen Kirchen und Gemeinden und sind unterschiedlicher Nationalitäten. Sie befassen sich also von sehr unterschiedlichen Herangehens­weisen mit dem Thema unserer Jahreslosung und entfalten sie für die Vielfalt des Alltags. Jede und Jeder betont auf seine Weise das Einander An­nehmen und vermittelt uns dabei einen Einblick in sein je eigenes Lob Gottes.

Wie gut, dass wir einander haben!

In der Nacht zum Ostermorgen singen und feiern unsere Geschwister aus den Kirchen des Ostens :

Tag der Auferstehung!
Lasst uns erstrahlen in festlicher Freude
und uns gegenseitig umarmen.
Lasst uns selbst diejenigen Brüder nennen,
welche uns hassen.
Lasst uns alles vergeben wegen der Auferstehung
und also rufen:
Christus ist erstanden von den Toten.
Er hat den Tod durch den Tod besiegt
und denen im Grabe das Leben gebracht!

In herzlicher Verbundenheit und im Namen des ganzen Redaktionsteams grüßen wir Sie zu ­diesem Osterfest
Ihre

Maria Kaissling

Von

  • Maria Kaißling

    Religionspädagogin. Sie lebt in der OJC-Auspflanzung in Greifswald und ist vorwiegend als Seelsorgerin tätig.

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