Jörg Berger: Stachlige Persönlichkeiten (Buchbesprechung)

J. Berger: Stachlige Persönlichkeiten
J. Berger: Stachlige Persönlichkeiten

Wie Sie schwierige Menschen entwaffnen

Francke-Verlag, Marburg 2014, 9,95 EUR

Wer küsst schon gerne einen Igel?

„Nehmt einander an...“ fordert uns die Jahres-losung 2015 heraus. Was aber, wenn es in unserem Umfeld Menschen gibt, die uns das Leben schwer machen? Gerade gläubige Menschen, die die christ-lichen Gebote der Nächstenliebe und Vergebung leben wollen, stehen in der -Gefahr, Opfer von schwierigen Menschen zu werden.

Wie reagieren Sie, wenn andere ihre Stacheln ausfahren, unfreundlich und verletzend sind oder Sie auslaugen? Zwingen Sie sich zum Liebsein? Schlucken Sie Ärger? Quälen Sie sich durch einseitigen Einsatz zu einem bestimmten Menschen eine einigermaßen gute Beziehung herzustellen?  Dann haben Sie die christlichen Werte vielleicht falsch verstanden oder es mit einem schwierigen Menschen zu tun. An dieser Stelle ist persönliche Reife und eine kluge Gegenwehr gefragt.

In seinem Buch „Stachlige Persönlichkeiten − Wie Sie schwierige Menschen entwaffnen“ befasst sich der Diplom-Psychologe Jörg Berger genau mit diesem -Thema. Er stellt dazu sieben Prototypen schwieriger Persönlichkeiten vor z. B. Grenzverletzer, Blender, Einschüchterer, Abwerter, Energieräuber etc.

Jedem Typ räumt der Autor ein Kapitel ein, in dem die psychologische Definition durch Fallbeispiele aus seiner Praxis lebendig wird. Meistens kann man das schwere Schicksal eines Menschen erahnen, das ihn dazu bringt, unangenehmes Verhalten, wie Manipulation, Täuschung, Beleidigung oder Verantwortungsflucht an den Tag zu legen. Dennoch kommen andere dadurch an die Grenzen ihrer Belastbarkeit und -Toleranz. Jörg Berger betrachtet die vorgestellten Persönlichkeiten möglichst neutral und realistisch, um zu einer konkreten -Hilfestellung im Umgang mit ihnen überzugehen, ohne dabei jedoch die Grenzen zu leugnen. Am Ende jedes Kapitels werden die wichtigsten Tipps im Umgang mit dem jeweiligen Typ so zusammengefasst, dass sie auf einen Blick zur Verfügung stehen.

Die Empfehlungen der meisten Kapitel stützen sich auf bewährte psychologische und therapeutische Strategien. Damit ist das Buch auch für Menschen ohne Christusbeziehung interessant und hilfreich. Gleichzeitig ist es jedoch, wie der Autor selbst sagt, „nach oben offen“.

An Jesu Beispiel beschreibt er im letzten Kapitel eine erwachsene, verantwortungsvolle, befreiende Nächstenliebe im Umgang mit stachligen Persönlichkeiten jenseits von kindisch verstandener Opferhaltung.

Außerdem entlastet er den Leser mit der nüchternen Erkenntnis, dass man nicht immer alle Tipps umsetzen kann. Einige Menschen überfordern einfach unsere Möglichkeiten und dann dürfen wir fröhlich in die eigene Begrenztheit einwilligen. Auch das ist eine Form der Demut.

Fazit: Unbedingt bis zum Ende lesen!

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