Vishal Mangalwadi: Das Buch der Mitte

Das Buch der Mitte
Fontis-Verlag 2014

Buchvorstellung

Wie wir wurden, was wir sind – die Bibel als Herzstück der westlichen Kultur, Fontis-Verlag, Basel 2014

Kurt Cobain, Sänger der Rockband Nirvana, hat sich 1994 umgebracht. Sein Selbstmord hat eine ganze Generation geprägt. Arun Shourie, einer der bekanntesten Intellektuellen Indiens, vertritt die Ansicht, dass das Christentum viel Unheil über Indien gebracht hat.

Wie gehört das zusammen? Für den indischen Philosophen und Christen Vishal Mangalwadi sind sie der Ausgangspunkt, um den Wert der Bibel für die westliche Gesellschaft zu erforschen. Wo wäre der Westen mitsamt seinen Errungenschaften, wenn es die Bibel nicht gäbe?

Um diese Frage zu beantworten, schildert Mangalwadi zunächst, wie er als junger Mann die Bibel für sich selbst noch einmal ganz neu entdeckt hat. Er wollte wissen, ob die Bibel wichtige Fragen beantworten kann – wie zum Beispiel die, was den Menschen von Tieren unterscheidet. Bei seinem Bibelstudium entdeckte Mangalwadi aber noch viel mehr, z. B. die Frage, warum ihn als Inder die Geschichte des jüdischen Volkes interessieren sollte. Er fand eine Antwort, die ihn zutiefst überraschte: Gott wollte alle Völker der Erde segnen, auch sein Volk! Auf diese Aussage stieß Mangalwadi in der Bibel immer wieder. Er beließ es aber nicht bei dieser Erkenntnis und stellte die nächste Frage: Hatte Gott tatsächlich Indien gesegnet? In seiner Heimatstadt sah Mangalwadi Altgewohntes in einem neuen Licht und erkannte in all den Errungenschaften der Moderne, Demokratie, Bildung, Fortschritt, Mitgefühl, Spuren einer christlichen Weltsicht. Ja, Gott hatte sein Volk gesegnet.

Mangalwadi rollt deshalb die westliche Kultur- und Philosophiegeschichte noch einmal neu auf und stellt sie in einen direkten Zusammenhang mit der Wirkungs­geschichte der Bibel. Woher stammt die Idee von der Würde des Menschen? Warum wurden Brillen gerade in christlichen Klöstern erfunden? Er belegt, dass die Bibel eine viel größere Rolle gespielt hat, als viele Menschen annehmen würden. Gleichzeitig hebt Mangalwadi mahnend den Finger: Unserer Gesellschaft drohe mit dem Ausklammern der christlichen Weltsicht ein Verlust von Hoffnung. Diese ist aber seiner Ansicht nach das Antriebsrad für den ­Erfindungsreichtum der westlichen Gesellschaft. Stattdessen breite sich ein bedenk­licher Glaube an die Unveränderlichkeit des Schicksals aus. Aber ohne die Zuversicht, mit der Menschen unserer Kultur in der Vergangenheit Probleme angegangen sind, wird es einen Stillstand geben.

Für Mangalwadi ist der Selbstmord Kurt Cobains ein Zeichen dieses Niedergangs. In diesem Licht gesehen ist „Das Buch der Mitte“ mehr als nur ein „netter Schmöker“ für Christen – es liefert Menschen aller Glaubensrichtungen genügend neuen Stoff zum Nachdenken. Erfreulicherweise ist Mangalwadi in der Lage, auch schwierige Sachverhalte verständlich auszudrücken. Ein Philosophiestudium ist also keine Voraussetzung, um die äußerst interessanten Thesen des Buches zu verstehen und selbst zu durchdenken.

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