Buchbesprechung

- B. Janowski: Konfliktgespräche mit Gott
Bernd Janowski:
KonfliktGESPRÄCHE MIT Gott –
Eine Anthropologie der Psalmen
Neukirchener Verlag: 2003, ISBN 3-7887-1913-3
Ein herausfordernder und spannender Titel, der uns anhand der alten Schriften in die Wirklichkeit unseres gegenwärtigen Lebens führt. Ausgehend von der Frage nach der Erkenntnis des eigenen Seins findet sich der Leser in den Psalmtexten schnell mit seinem Alltag wieder: als klagender, angefeindeter, verfolgter, kranker, vergänglicher, lobpreisender und begnadigter Mensch; in allem aber stets der Mensch Gottes.
Der Autor Bernd Janowski macht die geheimnisvolle Spannung zwischen dem Sich-von-Gott-verlassen-fühlen und dem Einzig-ihm-vertrauen in prägnanter Form anschaulich.
Wir erfahren sehr lebensnah von der Bedrängnis des Beters, die er im Ausgeliefertsein an diese Welt erleidet, und dürfen Anteil haben an der Verwandlung, die sich im Ausgerichtetsein auf Gott vollzieht.
Anhand detaillierter und anschaulicher Textanalysen und -betrachtungen gewinnen wir eine tiefere Einsicht in die Lebenssituation des Beters und spüren etwas von der Weite, die uns die Psalmgebete eröffnen.
Dietrich Bonhoeffer schreibt dazu: „Wir lernen aus dem Psalmgebet..., was wir beten sollen. So gewiß der Umfang des Psalmgebetes weit über das Maß der Erfahrung des Einzelnen hinausgeht, so betet dieser doch im Glauben das ganze Christusgebet, das Gebet dessen, der wahrer Mensch war und allein das volle Maß der Erfahrungen dieser Gebete hat.” (D. Bonhoeffer, Gemeinsames Leben, 40)
Durch das Buch KonfliktGESPRÄCHE MIT Gott ist für mich persönlich die Botschaft der Psalmen zu einem wirklichen Gewinn in Situationen des Zweifelns und der Bedrängnis im eigenen Leben und der vertrauensvollen Ermutigung anderer geworden.
Ich kann es besonders Menschen empfehlen, deren Vertrauen zu Gott durch persönlich einschneidende Lebenssituationen stark angefochten ist und die den Wunsch nach einer Erneuerung und Vertiefung verspüren.
Andrea Stein
erschienen in:
Brennpunkt Seelsorge, Heft 3+4-2005, In die Wüste geführt. Der Mensch in der Krise, S. 63
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