Buchbesprechung
Daniel Zindel und Käthi Zindel-Weber:
Lieben, leiten, leben. Das Ehebuch für Führungskräfte
Neufeld-Verlag, 2010; 14,90 EUR
Dieses Buch richtet sich an Ehepaare, die in Leitungspositionen stehen, die besondere Führungsverantwortung tragen. Die Herausforderungen für diese Paare sind ganz besondere, wenn z. B. der Ehemann schon wieder nicht zur vereinbarten Zeit nach Hause kommt, weil berufliche Verpflichtungen ihn daran hindern. Die Ehefrau fühlt sich mit der Verantwortung für die Kinder allein gelassen oder ist ärgerlich, weil sie zum vierten Mal in der Woche das Abendessen alleine essen muss. Sie kann und will kein Verständnis mehr dafür aufbringen, dass der Mann die Firma oder Kirchengemeinde scheinbar wichtiger nimmt als seine Ehe und Familie.
Ehrlich schildern die beiden Autoren, wie sie selbst unter dieser Situation gelitten haben, ihre eigene Ehe fast daran zerbrochen wäre und sie mit professioneller Hilfe gelernt haben, dass jeder seine eigene Position in der Ehe findet – nicht unabhängig voneinander, aber jeder vor Gott. Den Partner für das eigene Glück verantwortlich zu machen, führt zu Vorwürfen und endet oft in Abhängigkeit und Unfreiheit. Dagegen setzen sie die Ehe als „Trialog“, in der Mann und Frau sowohl die Beziehung miteinander als auch die Beziehung zu Gott leben. Das Buch ist eine große Einladung, immer wieder zur göttlichen Quelle zurückzukehren.
Im ersten Teil, einem Ehe-ABC, geht es um Abhängigkeit, Beten, Sexualität, Treue und andere für jede Ehe wichtige Grundthemen. Für Führungskräfte sind sie aber noch bedeutungsvoller, weil sie im Prinzip „draußen“ in der verantwortungsvollen Position genauso angewendet werden. Die Ehe ist somit ein Trainingsort für das vorbildliche Verhalten in Leitungsverantwortung.
Im zweiten Teil des Buches geht es darum, wie Ehen in Führungsverantwortung wachsen können. Es geht um Spannungsfelder wie Autorität und Dienstbereitschaft, aber auch um Genuss und Leidensfähigkeit. Mögliche schwierige Erfahrungen werden genauso zur Sprache gebracht wie Chancen. Lebensnah werden Beispiele aus der eigenen Ehe und aus der langjährigen Beratungspraxis erzählt. Dem Autorenehepaar ist es wirklich gelungen, dem Leser neu die Bedeutung einer auf Gott ausgerichteten Ehe ans Herz zu legen. Von der äußeren Aufmachung bis hin zur Christusdurchdrungenheit ist dieses Ehebuch sehr zu empfehlen – nicht nur für Führungskräfte.
Annette Alte, Greifswald
erschienen in:
Brennpunkt Seelsorge, 1/2011, Gem(Einsam)keit, S. 29
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