Buchbesprechung
Befiehl du deine Wege und bleib nicht bei dir stehen.
Lieder von Paul Gerhardt und Gedichte von Werner May.
Mit Bildern von Cornelia Patschorke.
Neufeld Vlg. 2006
Das Buch ist leider nur noch antiquarisch erhältlich (Stand 2010)
Zum 400. Mal jährt sich am 12. März 2007 der Geburtstag von Paul Gerhardt, dem bekannten Choraldichter und „Psalmist der Christenheit“. Ein Geburtstagsgeschenk ganz eigener Art widmet ihm Werner May, leitender Psychologe der IGNIS-Akademie für Christliche Psychologie: Acht bekannte Lieder von Paul Gerhardt wechseln sich ab mit Gedichten von May, dazwischen setzen Bilder von Cornelia Patschorke Impulse von einer ganz anderen Seite unserer Erlebniswelt. Entstanden ist ein moderner und ansprechender Gedichtband, der sich ausgezeichnet zum Verschenken und Selberlesen eignet.
Dabei ist Werner May nicht der Versuchung erlegen, die „alten“ Texte von Paul Gerhardt in unsere Zeit übersetzen zu wollen – schließlich sprechen seine Choräle auch heute noch direkt in die Seele. Der Wohlklang ihrer Sprache verbindet sich in unserem Inneren mit den Melodien, die beim Lesen unweigerlich mitschwingen. Diese Anstöße nimmt Werner May auf und verarbeitet sie in der inneren Auseinandersetzung zu persönlichen Gedichten und Texten. Außerdem hat er den Gedichten eine biografische Einführung vorangestellt, die den Menschen Paul Gerhardt vor Augen führt, der hinter den jahrhundertealten Texten steht.
Der Kontrast zwischen den Chorälen, die von Luthers Sprache und Gerhardts Frömmigkeit beseelt sind, und den persönlichen Gedichten von Werner May mag erst einmal irritieren – dies ist dem Autor aber bewusst und auch gewollt. Der Zusammenhang erschließt sich nicht beim ersten Lesen, vielmehr ist ein längeres Betrachten und „Mitschwingenlassen“ nötig, bis die Texte und Bilder zu sprechen beginnen. Entstanden ist so ein Betrachtungsbuch im eigentlichen Sinne, geeignet für jedes Lebensalter.
Dorit und Jürgen Hahnemann
erschienen in
Brennpunkt Seelsorge, 1/2007, Adam, wo bist du? Von Männern und ihrem väterlichen Gott, S. 25
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