Simeon
Sr. Joela Krüger, Evangelische Marienschwestern
Simeon wartete ein Leben lang auf den Messias. Keiner weiß, wie alt er wurde. Eines Tages begegnete er auf seinem täglichen Gang zum Gebet Maria und Josef. Diese hatten, wie es das Gesetz vorschrieb, Jesus ihren Erstgeborenen, zur Auslösung in den Tempel gebracht.
Simeon erkannte in Jesus den Messias Gottes. Er nahm Jesus in seine Arme und dankte Gott. Sein Gotteslob beginnt er mit den Worten des jüdischen Sterbegebetes. Simeon war am Ziel angekommen.
Das Erleben, der Heiland ist geboren, war für ihn der Anlass, Gott um Entlassung aus diesem Leben zu bitten.
Martin Luther nennt das Kind in den Armen des greisen Simeon den „Todesboten“ Simeons. Der Tod aber hatte für Simeon seinen Schrecken verloren. Er konnte getrost den letzten dunklen Weg gehen. „Zwischen das Grab der Verwesung und Simeons Brust hat sich – o Wunder – das Kindlein rettend dazwischengelegt.“
erschienen in:
Brennpunkt Seelsorge, 4/2007, Blick zurück - Blick nach vorn. Altern und reifen, S. 123
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