Hoffnung auf Heilung
Gwen Purdie
Jetzt tut es nicht mehr weh
Leben nach sexuellem Missbrauch
Asaph Verlag 2008, 160 S., 11,80
Die Schottin Gwen Purdie ist Sozialarbeiterin von hoher Fachkompetenz. Sie schreibt „katzennüchtern“ und warmherzig. Auf dem Hintergrund weitreichender Erfahrungen und als Christin, deren Haltung von Hoffnung geprägt ist. Trotz der Komplexität der Darstellung ist das Buch flüssig geschrieben und mühelos lesbar. Gwen Purdie nennt die Dinge beim Namen und gibt damit Betroffenen Hilfen zur Identifizierung des Missbrauchs. Sie zeigt Reaktionsmuster auf bis hin zu der Frage: „Wo ist Gott gewesen?“, mit denen sie sich auseinandersetzt. Überlebensstrategien Betroffener werden sachlich und einfühlbar dargestellt, ein „Schmerzkatalog“ durch Schilderungen von Klienten veranschaulicht. Therapeutische Grundregeln werden einfach und verständlich formuliert auf dem Hintergrund des Respekts vor der Würde des Ratsuchenden, der im Gottesbild der Autorin begründet ist. Der Selbstwertproblematik und dem negativen Selbstbild als Konsequenz aus negativen Erfahrungen der Vergangenheit setzt sie die Perspektive eines wirksamen Heilungsprozesses entgegen. Dabei bleibt die Autorin immer praktisch und lässt aus meiner fachlichen Sicht keinen wesentlichen Aspekt der Problematik außer Acht. Die Botschaft des Buches lautet: Es gibt begründete Hoffnung auf Heilung! Es wurde geschrieben für Opfer und Täter von Missbrauch sowie für Seelsorger und Christen, die Verständnis für die Problematik bekommen wollen.
Gwen Purdie arbeitete zehn Jahre als Sozialarbeiterin unter Heranwachsenden und Alkoholikern, bevor sie die Organisation „Dove Christian Counselling“ gründete. Gemeinsam mit ihrem Mann Sandy hält sie Seminare und Konferenzen für seelsorgerliche Begleiter und Therapeuten. Beide gehören zum weltweiten Pastoral Care Ministries-Gebetsteam (gegründet von Leanne Payne).
Rezensentin: Dr. med. Christa Schröder, Nervenärztin, Kinder- und Jugendpsychiaterin und Psychotherapeutin
Die Rezension ist erschienen in: Salzkorn 2/2010 - was bLEIBt, S. 116.
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