Hospitality: Club der Gastfreundschaft

von Ute und Frank Paul

Das Spannendste am Reisen sind eindeutig die Menschen!", meinte unser Sohn, als er uns vor einigen Jahren von seinem Plan erzählte, Ost-Europa mit dem Hospitality-Club zu bereisen. "Da ziehe ich doch einen freundlichen Gastgeber vom Hospitality-Club einem Hotel vor." Geld hatte er natürlich auch keins. 

Also machte er es uns vor: Die Kontakte knüpft man per Internet im Vorfeld der Reise. Dazu legt man sich ein Profil beim HC an und kann nun von anderen Clubmitgliedern als Reisedomizil angefragt werden bzw. für sich ein solches suchen. So treffen stets zwei oder mehr Menschen aufeinander, die sich just an der Begegnung mit Unbekannten freuen und daran, mit ihnen zu teilen, was sie (wollen und) haben. Das Prinzip beruht auf Geben und Nehmen, setzt viel Vertrauen voraus und hat sich tausendfach bewährt.

Wir sind keine Jugendlichen mehr, aber als wir etwas später in Bolivien unterwegs waren, knüpften wir vorher auch Kontakte mit Menschen dort und machten interessante und erfreuliche Erfahrungen. 

Wir konnten uns z.B. mit einer Dozentin für Psychologie in Cochabamba in einem Café der Stadt verabreden. Sie schwärmte uns vor: "Ich lebe mit meinen zwei Töchtern sehr beengt. Große Reisen kann ich mir nicht leisten, aber ich hole mir die Welt ins Haus. Wir bieten jungen Touristinnen an, unser Gast zu sein. So lernen wir Menschen aus anderen Ländern mit ihren Sitten, Fragen und Sprachen kennen und zeigen ihnen gerne etwas von unserer Stadt." 

Mehr als einmal dachten wir: Schade, dass zu unserer Studienzeit der "Hospitality Club", "Be Welcome" und "Couch Surfing" noch nicht erfunden waren. 

Zusammen zählen sie inzwischen über eine Million Mitglieder in mehr als 200 Ländern. 

Wir empfehlen gerne diese internetbasierten Gastfreundschaftsnetzwerke für Nah- und Fernreisende und für solche, die ihre Tür für Gäste aus verschiedenen Ländern öffnen wollen. 

Es geht um mehr als ein "Reiseschnäppchen", denn wenn man anderen in ihrer Umgebung begegnet und mit ihnen Freundschaft schließt, ist das mit Sicherheit ein kostbarer Beitrag zum interkulturellen Austausch, Verständnis und Frieden in unserer Welt.

HospitalityClub »CouchSurfing »BeWelcome »

Von

  • Frank Paul

    Koordinator der Internationale Partnerschaften und Projekte der Offensive Junger Christen; lebte von 1990-2008 mit seiner Familie in Argentinien, davon 13 Jahre im Chaco.

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  • Ute Paul

    Pädagogin und pädagogische Leiterin des ­Erfahrungsfeldes „Wege zum Leben“ auf Schloss Reichenberg.

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