Impuls-Meditation - Aufruf zum Gebet 2009
Impulsmeditationen von Ralph Pechmann zu den Bildern von Matej Metlikovic
Jahreslosung aus Lukas 18,27:
Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.
Gebetskarte - Aufruf zum Gebet 2009
HERR, erbarme dich unser.
Erleuchte unsere Augen;
dass wir den Weg zu dir finden.
Mache unsere Schritte fest,
dass wir vom Weg nicht abirren.
Öffne unseren Mund,
dass wir von dir sprechen.
Und weil du willst,
dass wir unsere Mitmenschen lieben:
Lass uns ihnen so dienen,
dass sie ihr Heil finden
und in deinen Jubel einstimmen
und in deine Herrlichekeit gelangen.
Amen (Alkuin)
Meditation - Dezember 2009
Sieh hin und du weißt! Was? Gottes wurde Mensch, ein Kind. Leibhaftige Hoffnung einer heilsamen Welt. Gott wird Kind, wie wir alle es waren. Gänzlich Erwartung in Liebesbedürfnis und Lebensangst. Gehalten von den Augen, die einander suchen und begegnen, gefährdet von den Händen, die einander wehren und bekriegen. Ach wären wir doch Familie, weil da Kinder sind - unsrer bedürftig. Familie weltweit. Gott wird Kind und hofft bis zuletzt - in unserer Mitte.
Meditation - November 2009
"Was willst du, dass ich dir tue?" Helle Worte der Zuwendung von dem, der gänzlich die Zuwendung des Vaters lebt. Gebeugt über der alltäglichen Not des Bruders, der Schwester; Not, die uns in die Knie zwingt, ungeteilt. Er weicht uns nicht aus, lindert heilsam die rote Glut unserer Wunden, Sünden, Bindungen. Mit seiner hellen, unaufdringlichen Frage erwartet er unsere Antwort darauf: Was willst du, dass ich dir tue? Umgeben vom gesichtslosen Fragen faszinierter Betrachter: Wer ist mein Nächster?
Meditation - Oktober 2009
Mose, rot leuchtend, berührt und entfacht von Gottes Schechina. "Was das Auge schaut, entscheidet nicht das Auge, sondern das Herz" (M. Buber). Moses Gesicht ist, was es schaut; zweigeteilte Tafel, gezeichnet von den eingeschriebenen Weisungen Gottes. Er hält uns entgegen die Weisungen. Herzschlag der Vaterliebe zu seinem Volk, unsere Wurzel, die uns trägt. Erwählt zu brennen für ihn. Erwählt, die Freiheit leben zu lernen. Erwählt, der Liebe ein soziales Gesicht zu geben. Uns, die Liebe Gottes ins Herz geschrieben.
Meditation - September 2009
Von der Sonne des Lebens sprach er - selbst vom Licht der Hoffnung durchglüht. Er, "ein Licht zu erleuchten die Heiden und zum Preise deines Volkes Israel." "Brannte nicht unser Herz", von seiner Glut entzündet? Entflammt zur Sehnsucht, sein Leben lernen, Saat zu sein. Wir ernten, was andere säten. Und die nach uns wissen, ob unsere Frucht ihnen Same wurde. Brennt es noch - unser Herz, von ihm entzündet?
Meditation - August 2009
"Wer vergibt, heilt sich selbst." - er fängt neu an: Nicht länger Salz in die Wunden streuen; nicht länger Bitterkeiten nähren, in der Rache gebunden sein. Erlittenes Leid schmerzen lassen und darüber trauern. Eine heilsame Medizin - ein selten betretener Weg. Joseph vergab - nach Jahren schmerzlicher Trauer - und fand Frieden mit sich, mit Jahwe und seinen Brüdern. Die Wirklichkeit des Lebens liebte er mehr, als seine Träume davon.
Meditation - Juli 2009
"Zuerst trägt die Liebe die Treue, dann wird die Treue die Liebe tragen". Nicht hoffen, der andere verstehe mich wortlos; Sprache finden und sich zeigen. Die Wünsche äußern, nicht ihre Erfüllung einklagen. Den anderen suchen und befragen, der mir einst die Liebe weckte. Wer ist er heute und wer bin ich? Ist er mir wortlose Gewöhnung oder noch Abenteuer, nah und fremd genug zugleich? Suchen nährt die Liebe, Finden die Treue.
Meditation - Juni 2009
Das Geheimnis Christi in der Welt:
seine Gemeinde und Kirche, seit Pfingsten
das neue Volk Gottes auf den Schultern des alten.
Ein jeder entzündet vom Schöpfergeist,
der einst über den Wassern schwebte,
und später in der Vollmacht der Apostel.
Jeder, der an Christus glaubt, strahlt mit.
Gottes neue Kreatur inmitten der Finsternis,
das Licht seines Antlitzes über Guten und Bösen,
Zeichen seines Verlangens nach uns.
Meditation - Mai 2009
Gelbes Rund: "Mein Leib, für euch gegeben."
Wegzehrung für Lebenshunger und Lebensdurst.
Seit Christi Himmelfahrt sind wir sein Leib in der Welt.
Dunkle Konturen einer Taube
im leuchtenden Sakrament des Mahles:
Wir gesammelt, ein Leib zu sein
und er ist unser Friede. "Wenn ihr der Leib Christi seid und seine Glieder,
so ist es Euer Geheimnis, das auf den Altar gelegt ist.
Ihr empfangt euer Geheimnis!
Seid, was ihr seht, und empfanget, was ihr seid!"
(Augustinus)
Meditation - April 2009
Das Leben hat das letzte Wort.
Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus,
so sind wir die elendesten unter allen Menschen.
Doch Mitten im Sterben sind wir
vom Jubel der Auferstehung umgeben.
Ein weißer Keil stemmt sich ins Bild,
sprengt den Rahmen unserer Weltsicht oben und unten.
Die Liebe des Vaters ist die grünende Kraft seiner Auferstehung.
Der zweite Adam,
vom Lichtstrom der Vaterliebe aus dem Grab
ins Leben gerissen - und wir mit ihm. Auferstehung, Gottes zweiter Anfang mit uns.
Meditation - März 2009
Tanzendes Kreuz in der Wunde der Welt,
letzter Balken der Hoffnung
auf dem Meer endlosen Leids.
Gottverlassene Todesstarre -
kaum zu glauben, zu verstehen.
Er, Abbild himmlischer Würde und menschlichen Elends.
Verwundet um unserer Missetat willen...Wirklich?
Um unserer Sünde willen zerschlagen?
Sein Ende: unser Neubeginnen,
Leben aus der Buße, aus der Gnade.
Meditation - Februar 2009
Blau-grüner Zwiespalt:
Lebensriss, Vertrauensriss, Beziehungsriss.
Nicht abseits, nein, mittendrin stehen,
knien mit erhobenen Händen -
mitten im Riss meines Herzens, im Herzensriss der Menschen.
Sich hinhalten seinem Licht
"wie die zarten Blumen willig sich entfalten
und der Sonne stille halten." Voll der Hoffnung auf Heilung, jeden Morgen:
"Der Anfang will erbeten, täglich neu erbeten sein!"
Meditation - Januar 2009
Ganz Auge mit offenem Mund
hält er inständig Ausschau.
Noah, der erste Mensch des zweiten Anfangs.
Mit glühendem Antlitz streckt er sich
dem grünen Gruß der Befreiung begierig entgegen;
trotzend der endlosen Weite blauer Fluten
im Angesicht der Taube.
Sein erwartungsvolles Schauen
umfangen vom rötlich orangenen Kelch des neuen Bundes,
alle Wasser der Sündflut zu sühnen.
Christus, Du unser Leben,
tagein, tagaus: wir in Dir und Du in uns.

















