Ortstermin Ost

Im Haus der Hoffnung in Greifswald

Von Renate Böhm

Ort des Gebets

Unser kleiner Gebetsraum im Erdgeschoss trägt sinnbildlich unser ganzes dreistöckige Haus. Um die Mittagszeit treffen wir uns zum Gebet und wissen uns verbunden mit unsren Geschwistern in Reichelsheim und mit den Christen in der ganzen Welt. Wir holen Atem, lassen uns stärken, treten vor Gott ein für die Menschen und für die Welt.
Für jeden von uns beginnt der Tag mit Gebet: an dieser Quelle schöpfen – vor allen Aufgaben, Begegnungen und Unternehmungen. Beim persönlichen Tagesabschluss legen wir ihn wieder zurück in Gottes Hände. Das Gebet bewahrt uns davor, alles selber machen zu wollen oder von uns abhängig zu machen. Wir leben in der Abhängigkeit von Gott, aus der Verbundenheit mit Jesus Christus und wollen uns vom Heiligen Geist leiten lassen. Darin liegt wohl auch das Geheimnis, dass Menschen hier Frieden finden,  mit neuer Hoffnung gestärkt werden und Gott begegnen können. Vor kurzem sagte eine Frau beim Abschied:  „Als ich hier ankam, spürte ich Frieden und bin zur Ruhe gekommen..“

Ort der Einübung

„Ihr Kinder liebet euch nicht mit Worten, sondern mit der Tat und in der Wahrheit.“ Seit 13 Jahre üben wir uns darin ein. Oft beten wir darum, dass Gott uns zu Menschen der Hoffnung macht, zu Wegweisern seiner großen, erbarmenden Liebe. Aber das will errungen sein. Wir sind gewiss, dass Gott uns hier als Team zusammengestellt hat und dass er sich viel dabei gedacht hat! Es braucht im Alltag Mut, immer wieder neu aufeinander zuzugehen, zu verzeihen und einander in aller Unterschiedlichkeit stehen zu lassen. Wir nehmen uns immer wieder die Zeit, um uns selber im Licht Gottes zu sehen, wahrhaftig zu werden und uns von Ihm vergeben und lieben zu lassen. Im Ja zu sich wächst auch das Ja zum andern, der mich ergänzt und genau das einbringen kann, was mir fehlt.

Ort der Begegnung

Die Gästebücher vom Haus der Hoffnung zeugen von der Fülle und Vielfalt der Menschen, die unser Leben bunt und reich gemacht haben. Sie kamen aus Russland, Schweden, Israel, Bolivien, Norwegen, aus den alten und neuen Bundesländern und erlebten ein Willkommen in der Fremde, ein Zuhause – oft weit weg von ihren Familien. Zur Zeit sind Narcisse und Serge aus dem Kongo und Francis aus Sri Lanka als Studenten bei uns. Auch Studenten aus Deutschland, die bei uns wohnen, finden hier vorübergehend Heimat.

Für eine Sportgruppe, die sich wöchentlich in unseren Räumen einfindet, war Glaube nie ein Thema. Doch plötzlich wird es eins, wir kommen miteinander ins Gespräch und die Sehnsucht und das Interesse sind geweckt, mehr über Gott zu erfahren.

Auch unser Hauskreis ist ein Circle of hope: Frisch Getaufte und  Menschen, die schon lange im Glauben unterwegs sind, lassen sich durch Gottes Wort und im Austausch darüber stärken und ermutigen, in der Liebe zu Jesus zu wachsen und im Alltag Botschafter dieser Liebe zu sein. „Du darfst sein, der du bist – du bist von Gott geliebt.“ Diese Grundbotschaft, die wir selbst erfahren haben, geben wir weiter.

Dass Gottes heilende Gegenwart erfahrbar ist, drückte, für uns bewegend und ermutigend, ein israelischer Sänger aus, der mit seinem Chor in Greifswald gastierte und bei uns zu Gast war: „Ich glaube ja nicht an Gott, aber bei euch habe ich erfahren, dass es einen Gott geben muss, so wie ihr uns begegnet seid.“ Nichts anderes wollen wir sein als Menschen, die Gottes Zuwendung  widerspiegeln und in andern Hoffnung wecken.

Von

  • Renate Böhm

    Gemeindepädagogin, ist seit 1991 Mitarbeiterin in der OJC. Sie lebt mit ihrem Mann Rudi im Haus der Hoffnung in Greifswald.

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Kontakt:

Haus der Hoffnung

Daniel Schneider
Burgstrasse 30, 17489 Greifswald
Tel.: 03834 / 504092,
E-Mail: daniel.schneider [at] ojc.de

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