Leserbriefe

Hier haben Sie die Möglichkeit, sich zu den Artikeln unserer Zeitschriften zu äußern. Geben Sie bitte an, worauf Sie sich beziehen!

Seibel, 18-11-09 12:34
Salzkorn, Thema Buße
Wollte Ihnen nur sagen, dass Ihnen mit dem aktuellen Salzkorn ein großer Wurf gelungen ist, der ein Thema zur Sprache bringt, was mittlerweile fast tabuisiert wird. Ihre Artikel sind sehr hilfreich, praktisch und theoretisch in einem ausgewogenen Verhältnis und für die Praxis in Hauskreisen, Bibelstunden etc. sehr geeignet.
Danke!
Kesper, 10-01-10 15:58
Ich nehme an, dass der Leserbriefschreiber nicht theoretisch meint, sondern theologisch. Denn sonst würde sich ja die Aussage aufheben, da er vorher die hilfreichen und praktischen Aspekte der Artikel lobend erwähnt.
Das Salzkorn "Lucky change" habe ich mit großem Interess und Gewinn gelesen. Vielen Dank dafür!
Johannes Strehle, 07-03-10 16:26
Leserbriefe in Salzkorn 1/2010

Dort heißt es:
"Hier stehen sonst die Leserbriefe...
die sind diesmal leider ausgeblieben.
Wir...vermissen den konstruktiv-weiterdenkenden, gern auch kritischen Austausch mit unseren Lesern...
Gespannt, von Ihnen zu hören, grüßt Sie herzlich
Ihr Salzkorn-Redaktionsteam"

Ich habe am 1.12.2009 zum Editorial eine Mail an die Redaktion geschrieben...
ojc-redaktion, 08-03-10 13:59 http://www.ojc.de/salzkorn.html
Der Brief von Herrn Strehle war persönlich an Dr. Dominik Klenk gerichtet, und da er nicht explizit als Leserbrief deklariert war, haben wir von einer Veröffentlichung abgesehen. Die holen wir hiermit sehr gern nach. (die red)
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Leserbrief zum Editorial von Sk 4/2010: http://www.ojc.de/salzkorn/einfach-leben-dankbar-geniessen-editorial-sk4-2009.html

Lieber Herr Dr. Klenk,
unter dem Zwischentitel  "Hören und Staunen" wünschen Sie Margot Käßmann bei der Umsetzung "der klaren Vorgabe" ihres Vorgängers "Gottesbegegnung, Lebenserneuerung und Gemeinschaft" "Gottes Segen und Geleit".
Ein frommer Wunsch! Ich habe ihn gelesen und gestaunt.
"Die klare Vorgabe" ist - so schreiben Sie - "ein Dreiklang, der aufhorchen lässt und ermutigt, unseren Weg an Gottes Hand in fröhlicher Entschlossenheit fortzusetzen." Ich denke, Sie wissen, dass dieser Dreiklang in der Postmoderne keine klare Vorgabe ist. In der Postmoderne müssen Begriffe nun einmal definiert werden, für Christen im Sinne der Bibel als Wort Gottes.
Selbstverständlich wird Margot Käßmann diese unklare Vorgabe mit fröhlicher Entschlossenheit umsetzen, in ihrem Sinne, der - auch Ihnen - bekannt ist. Es ist unverantwortlich für einen Meinungsbildner, ihr dafür Gottes Segen und Geleit zu wünschen.
Im Advent denken wir besonders an Johannes, den Täufer. Er hat den Kirchenführern seiner Zeit auch Gottes Vorgaben verkündet, ihnen aber auch klar gesagt, dass die Grundlage für Gottes Segen und Geleit bei der Umsetzung Umdenken - metanoia - mit Konsequenzen ist. Und wehe den Kirchenführern, wenn nicht. Es wird ihnen nicht helfen, wenn sie sich auf Kirchenvater Abraham berufen oder ihre Kirche lutherisch nennen - die Axt liegt schon an den Wurzeln der Bäume.
Und Margot Käßmann wird, wenn sie nicht umkehrt, einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass die Bäume gefällt und ins Feuer geworfen werden. 
Ihre Verantwortung ist, das nicht zu verschweigen. Mit freundlichem Gruß, Johannes Strehle
Ralph Hertle, 11-03-10 11:07
Liebes Redaktionsteam,

herausgefordert von Eurer Bitte um Rückmeldung und auch aus eigener Betroffenheit heraus, möchte ich mich für Euer Heft (ie. Fundamente) bedanken. Wieder einmal habt Ihr Euch viel Mühe gegeben, ein Potpourri von Impulsen zum Thema zusammenzustellen.
Ich habe mich an zwei Dingen gestoßen, wofür ich Euch sehr dankbar bin. Ein Artikel trägt die Überschrift „Vorsicht Ismus“. Darunter vermutete ich zunächst einen Artikel über komplizierte und weltabgewandte Ausdrucksformen mit vielen Fremdwörtern. Den fand ich darunter nicht (später dann in den Auszügen aus dem Buch auf Eurer homepage um so mehr). Mir fiel jedoch auf, dass das gesamte Heft für mich diesmal schwerer zugänglich war, da es darin von ungeheuer vielen Theologen und Gelehrten wimmelt, die – meinem eigenen Stil ähnlich – sehr verklausuliert zu formulieren gewohnt sind. Theologal- und Nominalstil dominieren. Gerade darum fühle ich mich herausgefordert und werde jetzt jeden Artikel lesen und versuchen zu verstehen.

Das zweite war, dass mich der Artikel „Vorsicht Ismus“ betroffen gemacht hat. Weniger durch den Inhalt, der sicherlich richtig ist; vielmehr durch die Wiedergabe, bzw. Zitierweise. Neben einer Erscheinung als Kriterienkatalog lag auch der Vergleich mit der Begründung zu einem Urteilsspruch nicht fern.
Diese Form ist also sehr geeignet, mich in einen demütigen Lesestil hineinzuführen – mein Weg dorthin führt zunächst über Rebellion zur Einsicht und dann zur Einübung von Demut. Und diese Form regt extrem zur Auseinandersetzung an (wie gute Kunst das auch tun sollte): Warum harmoniert der Inhalt, obgleich er richtig erscheint, nicht mit meinem inneren Wissen?
In diesen Tagen kursiert ein Schreiben von Michael Trenkel (ehemals Wort und Geist) durch die christlichen Kreise. Darin stellt er die Beweggründe für seinen Rücktritt aus dem Leitungskreis dar. Er beschreibt sehr deutlich, was in den kurzen Formeln von Thomas Schirrmacher zum Ausdruck kommt. Gleichzeitig versucht er, niemanden aus Wort und Geist zu verunglimpfen.
Darin besteht meines Erachtens die Herausforderung in einer Trennung in Liebe. Denn „Liebe glaubt alles“ (1Kor13). Wenn mein Gegenüber an seiner Position festhält und ich nur vermuten, aber oft nicht wissen kann, dass er sich im Irrtum befindet, dann habe ich nur meine Position, die in meinem Dafürhalten ebenfalls korrekt ist.
Nun kennen wir aus unseren Versuchen ökumenischen Zusammenkommens hinreichend diese Spannung zwischen zwei Gegensätzen. Wir versuchen, sie im Aushalten einer Ambivalenz zu überbrücken. „Du hast meine Füße auf weiten Raum gestellt“, steht in den Psalmen.
Ein paar zugeordnete Fragen, die mir zu einer inneren Dialektik verhalfen:
1)„Sind z.B. Katholiken in ihrer Hierarchie anfälliger für Hörigkeit?“
2)„Offenbarte Gott Moses, Elia und anderen Propheten seine Wahrheiten immer so, dass auch andere sie sofort erkannten?“
3)„Was, wenn ich beim Hinterfragen zu keiner Antwort komme oder kommen kann?“
4)„Wo liegt die Grenze zwischen Gott, Gottes Offenbarung und der fehlbaren Auslegung durch Menschen?“ - und ich würde hier hinzufügen: „Vermeide Fehler, aber laß Dich nicht vom Vermeiden gefangen nehmen, sondern beschäftige Dich mehr mit dem, was Gott Dir sagen möchte. Unter Umständen muss man Fehler in Kauf nehmen. Führt denn jeder Fehler zwangsweise auf einen Umweg. Liegt in der Korrektur eines Fehlers auch eine Heilung für mein Wesen begründet?“
5)„Wo suche ich nach Auslegungsmöglichkeiten und Erklärungsbeispielen, wo mich Gott bewußt durch ein finsteres Tal führt, damit ich lerne, an seiner Hand zu gehen?“
6)„Wo liegt der Unterschied zwischen Selbstkritik und Selbstverurteilung?“
7)„Was ist eine gute Form von Patriotismus? Wie kann ich die Unterschiede zwischen Kulturen verständnis- und liebevoll überwinden, aber auch Gegensätze zu- und stehenlassen, um zu einer größeren Vielfalt beizutragen?“
8)„Welche ethischen Grundsätze, die der Staat formuliert, sollten mich binden?“
9)„Kann ich (als Christ) kraftvoll zubeißen, in der Liebe bleiben und riskieren dadurch die Anerkennung mir wichtiger Menschen zu verlieren?“
10)„Unterscheide ich zwischen meinem Unterhaltungsdrang, meiner Neugier und meinem Wunsch, andere Kulturen zu verstehen und bemühe ich mich beim Verständnis der anderen darum, mir Unverständliches zu erfassen und in seiner Unbegreiflichkeit stehen zu lassen?“
11)„Nehme ich den Dialog der Religionen betend wahr? Befinde ich mich in der weltumfassenden Liebe Jesu (gerade auch zu den Samaritern)?“
12)„Lasse ich zu, dass die Freiheit zur Ausübung der Religion zu einem Gemeinplatz wird und kommt es durch mich dazu, dass andere Religionsfreiheit mit Religionsbeliebigkeit verwechseln?“

Ich betone, dass ich alle der Schirrmacherschen Formeln selbst unterschreiben würde. Ich würde einige jedoch etwas bunter bebildert und ausformuliert weitergeben, als im Salzkorn geschehen.
Ich könnte mir übrigens vorstellen, dass eine Frau als Koautorin den „ismischen Stil“ durch Lebendigkeit in eine gute Mitte rücken könnte.

Ich stelle fest, dass ich mich in der Praxis immer wieder dabei ertappe, synkretistische Tendenzen zu vermuten. Kurze Zeit später ertappe ich mich dann wieder, wie ich wichtige Unterschiede gleichbügele. In dem Zug, wie Jesus auch mein Herz aus Stein in eines aus Fleisch umwandelt, scheint es mir, als würde jetzt mein Herz mal weit, dann wieder eng sein. Natürlich ist das für mich gut. Es ist ja ein sicheres Zeichen dafür, dass mein Herz schlägt.

In diesem Sinne,

Euer

Ralph Hertle

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