Uwe Schulz: Nur noch eine Tür

Schulz: Nur noch eine Tür

Tabu und Trigger: Unser Umgang mit dem Tod ist und bleibt ambivalent. Einerseits spektakulärer Teil der Alltagskultur in Abendkrimi und Betroffenheitsinfotainment; zugleich ein Alien, der sich vereinzelt und unsichtbar in einer Parallelwelt ereignet: in Klinikbetten, auf Palliativstationen und in Hospizen.

Das Buch des Journalisten Uwe Schulz konfrontiert uns mit den Fragen, die der Tod an uns richtet: Was kommt danach? Worauf darf der Sterbende hoffen? In zwölf Gesprächen mit Sterbenden antworten Menschen existenziell, weil sie im Angesicht des Todes sprechen. Es sind Sterbende und Sterbebegleiter, Glaubende, Agnostiker und Zweifler, die Auskunft geben zu dem, was sie bewegt. Dabei kommt der Eindruck auf, als hätten es diejenigen, die glauben, deutlich einfacher. Sie gehen gelassener und getragener ans Sterben heran. „Nur noch eine Tür“ ist ein berührendes und tiefsinniges Lesebuch, das Sterbenden und deren Angehörigen auch Worte leihen kann und so ein existenzielles Thema nahe heran holt, dass manchmal schwer anzusprechen ist.

Dominik Klenk

Uwe Schulz: Nur noch eine Tür. Letzte Gespräche an der Schwelle des Todes, 12.99 €, Fontis-Verlag, Basel 2013.

Die Rezension ist zuerst erschienen im Salzkorn 1/2015, Wir Sterblichen, Dem Ende entgegen leben.

Kontakt

OJC-Versand
Dorothea Jehle
Postfach 1220
64382 Reichelsheim
E-Mail: versand@ojc.de
Tel.: 06164 / 9309-320

Wir freuen uns über eine Spende zur Unterstützung unserer Arbeit!