Aufruf zum Gebet - Kalender 2015

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„Herr, ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel. Die Nacht ist verflattert und ich freue mich am Licht. Deine Sonne hat den Tau weggebrannt vom Gras und von unseren Herzen. Was da aus uns kommt, was da um uns ist, das ist Dank.“

Liebe Freunde!

So kann Freude klingen, wie sie vor Jahren einem Herzen in Westafrika jubelnd entsprungen ist. Freude, die sich in den Bildern der Malerin und Ärztin Sabine Waldmann-Brun wiederfindet, die viele Jahre den Pinsel mit dem Stethoskop tauschte, um bei den Menschen in Afrika zu leben. Freude ist eine Farbe des Lebens, neben anderen Farben unserer Lebenswirklichkeit, wie sie die Künstlerin uns vor Augen malt. Die Schönheit ihrer Kompositionen, der Tanz der Farben, der Duktus ihres spannungsreichen Zusammenklangs sind Botschaften, die uns jeweils einen Monat lang zum Denken und Danken anregen und begleiten wollen. Botschaften, welche durch die Kalenderworte verstärkt werden. Bild und Wort verweisen auf eine Wirklichkeit, die sich unserem Leben in den Weg stellt. Sie tun es leise oder laut, einladend oder mahnend. Sie schicken uns auf eine Reise, die wir nicht buchen können.

Im Spiel der Bilder und Worte möchten wir mit Ihnen in diesem Jahr dem Geheimnis von Gemeinschaft ein wenig mehr auf die Spur kommen. Die Monatsworte stammen von Frauen und Männern, die eine Gemeinschaft im Geist Jesu (mit) gegründet haben – als Antwort auf eine Not ihrer Zeit. Sie sind Zeugnisse von Vätern und Müttern im Glauben, deren Leben in Gemeinschaft Tiefe und Weitsicht gewonnen hat. Gemeinschaft in der Nachfolge Christi ist immer ein Zusammenklang unterschiedlicher Personen und Charaktere, Gaben und Grenzen, Hoffnungen und Befürchtungen. Dietrich Bonhoeffer notierte 1936 in seinem Buch „Nachfolge“ den Gedanken: „Es wird keiner ein neuer Mensch, es sei denn in der Gemeinde, durch den Leib Christi. Wer allein ein neuer Mensch werden will, bleibt beim alten.“

Lassen Sie sich von unserem Kalender Monat für Monat in die verwandelnde Gegenwart Gottes tragen. So kann der Kalender uns und Ihnen ein guter Alltagsbegleiter sein, der Herz und Sinne für gemeinschaftliches Leben in Familie, Gemeinde und Gemeinschaft, vielleicht auch im Beruf, offen hält.

In geschwisterlicher Verbundenheit grüsst Sie zum kommenden Jahr herzlich,

Ihr

Ralph Pechmann mit der OJC-Kommunität
Reichelsheim, im Oktober 2014

Vita der Künstlerin Dr. Sabine Waldmann-Brun

Studium der Malerei, Glasgestaltung und Buchillustration an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und der Humanmedizin an der Universität Tübingen.

Arbeit zu gleichen Teilen in diesen beiden wunderbaren Berufen, meistens in Deutschland, zuweilen auch in Afrika. Farbinseln, Berichte auch über Auslandseinsätze und Kursankündigungen unter
sabinewaldmannbrun.wordpress.com

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Reflektionen zum Bild von der Künstlerin Dr. Sabine Waldmann-Brun:
Häuser stehen beieinander, Wand an Wand, im Wetterleuchten.
Sturm braust,  Regengüsse gehen nieder, Blitz zackt den Horizont,
Wolkenwände ziehen vorüber.
Der Regenbogen: Sonnenreflexion. Lichte Abschnitte.
Im Miteinander ist das Unwetter besser zu ertragen.

Gebetskarte

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Wir laden Sie ein, dieses Gebet regelmäßig mit uns zu beten.

Januar 2015

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Sei kindlich abhängig von Gott und königlich unabhängig von Menschen!
Eva von Tiele-Winckler (1866-1930), Diakonissenmutterhaus Friedenshort, Gründung in Oberschlesien.

Reflektionen zum Bild von der Künstlerin Dr. Sabine Waldmann-Brun:
Das Ganze – ein Stadtensemble.
Miteinander verbunden,  zeigt doch jedes Haus eigenen Charakter.
Kräftig zackenbedacht oder mit blauem First, unbändig pink ein Fenster oder nüchtern schwarzweiß.
Blau der Mond, licht die Nacht.
Weit der Horizont.

Februar 2015

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Jeden Morgen freue ich mich: Mir ist noch ein Tag geschenkt worden, an dem ich lieben kann.
Emmy Arnold (1884-1980), Bruderhofgemeinschaften in Deutschland, England, Australien und USA.

Reflektionen zum Bild von der Künstlerin Dr. Sabine Waldmann-Brun:
Dieses Haus ist ein Einzelstück.
In Farben gestrichen, die stromlinienförmigen Nachbarn den Mundwinkel verziehen.
Drei Fenster: keins wie das andere.
Das Dach, pilzförmig, gewiss nicht mainstream.
Warum nicht. Der Baugrund zählt, das Fundament.

März 2015

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Nur der Vertrauende wagt es, sein Leben aufs Spiel zu setzen, denn er weiß sich in Zeit und Ewigkeit in der Hand Gottes.
Irmela Hofmann (1924-2003), Ökumenische Kommunität der Offensive Junger Christen, Reichelsheim.

Reflektionen zum Bild von der Künstlerin Dr. Sabine Waldmann-Brun:
Einer, der sich unter der Dornenkrone beugt, die stachelig in Stirn und Kopfhaut spießt.
Darüber: alle Dornen dieser Welt, die Schwarzbalken von Krieg, Hass, Zerstörung und Tod.
Das Dreieck, umzingelt , aber ewig, und einmal, später dann, frei und gänzlich maßgeblich.
Golden. Und rot.

April 2015

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Der Dank füreinander ist die einende Kraft einer Gemeinschaft.
Hanna Hümmer (1910-1977), Communität Christusbruderschaft Selbitz, aus: Leise und ganz nah. Jahreslesebuch, Christusbruderschaft Selbitz - Buch- & Kunstverlag, Selbitz 2009.

Reflektionen zum Bild von der Künstlerin Dr. Sabine Waldmann-Brun:
Keimlinge sprossen, arbeiten sich durch dichtes, schrundiges Erdreich, treiben Wurzeln.
Leben setzt sich durch.
Auch gegen Widerstände, Steinbarrieren.
Aus dem Körnchen wird ein Baum, der Frucht trägt.

Mai 2015

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Alles wurde geschaffen als Geschenk der Liebe für mich. Ich wurde geschaffen als Geschenk für die anderen.
Chiara Lubich (1920-2008), ökum. Fokolar-Bewegung in Italien. Aus: Grenzenlos ist einzig die Liebe. Hundert Worte von Chiara Lubich, Copyright: Verlag Neue Stadt, München 2002; www.neuestadt.com.

Reflektionen zum Bild von der Künstlerin Dr. Sabine Waldmann-Brun:
Regenwald, feuchte Wärme.
Pfeifen, Quaken, Flöten, Gezirp.
Vogelfarben, Käferleuchten, Duft nach Erde und Blüten: prallbunt.
Eine Symphonie aus Grüntönen.
Geraschel im Unterholz, Bewegung in den Baumwipfeln.
Fülle  des Lebens.

Juni 2015

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Je mehr wir im stillen Gebet empfangen, desto mehr können wir in unserem täglichen Leben geben.
Mutter Teresa (1910-1997), Missionarinnen der Nächstenliebe in Kalkutta, Indien.

Reflektionen zum Bild von der Künstlerin Dr. Sabine Waldmann-Brun:
Einzelhaus, konzentriert.
Die Tür geschlossen.
Ein Fenster, nach oben orientiert.
Ich stehe vor Dir, Gott,
will nichts denken, als dass Du, mein freundliches, väterliches Gegenüber, anwesend bist.
Nur das.
Ausreichend für ein ganzes Leben.

Juli 2015

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Man braucht keine Angst zu haben, andere zu lieben. Es ist die größte aller persönlichen Kraftquellen.
Jean Vanier (*1928), L'Arche in Trosly-Breuil in Frankreich.

Reflektionen zum Bild von der Künstlerin Dr. Sabine Waldmann-Brun:
Schiff im Sturm.
Gischt sprüht über Bord, Wellen werfen die Nußschale auf und nieder.
Abenteuer Miteinander – wie weit ist zuweilen der Weg zu meinem Gefährten, der neben mir geht.
Die Bootspitze reflektiert Leuchtturmlicht.
Ich bin nicht allein.

August 2015

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Wir müssen uns in die Liebe des Herrn vertiefen: Daraus gehen die wichtigsten Entscheidungen hervor.
Andrea Riccardi (*1950), katholische Gemeinschaft Sant'Egidio in Italien.

Reflektionen zum Bild von der Künstlerin Dr. Sabine Waldmann-Brun:
Rahmenziehung. Begrenzungen.
Dunkelfelder, Schattenwurf.
Daraus hervor, unbeirrt, Lichtfarbe.
Trotz Widerstand, sich strecken zu Gott.
Sich herausarbeiten aus der schweren Erde.

September 2015

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Ich konstatiere kein Christentum ohne Gemeinschaft.
Nikolaus Ludwig von Zinzendorf (1700-1760), Herrnhuter Brüdergemeinde.

Reflektionen zum Bild von der Künstlerin Dr. Sabine Waldmann-Brun:
Lichter Wald auf hellem Feld.
Dunkel spricht von Festigkeit der Stämme.
Miteinander: Schutz vor dem Sturm.
Das Blätterdach der verwobenen Äste ein Schirm im Regen.

Oktober 2015

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Vereinfachen, um intensiv zu leben - darin findest du den Geschmack am Leben.
Frere Roger, (1915-2005), Ökumenische Bruderschaft von Taize (Communaute de Taize) in Frankreich, Copyright: Ateliers et Presses de Taize, 71250 Taize, Frankreich.

Reflektionen zum Bild von der Künstlerin Dr. Sabine Waldmann-Brun:
Hügelstadt.
Dynamik, dichtgebaut.
Rot-Intensität. Hitze.
Wie kann inmitten von  Gefordertsein von allen Seiten, Tempo, Vielklang.
Ruhe entstehen? Konzentration?

November 2015

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Gott und ich, wir zusammen sind immer die Mehrheit!
Teresa vonAvila (1515-1582), Unbeschuhte Karmelitin, Mystikerin in Spanien.

Reflektionen zum Bild von der Künstlerin Dr. Sabine Waldmann-Brun:
Kleines Dreieck im Großen,
Dynamische Umgrenzung, lichtdurchlässig.
Raum, um beweglich zu bleiben.
Wege, die weiter führen.
Kein weltferner Ort, an der Seite meines Gottes,
sondern mittendrin.

Dezember 2015

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Denke am allergrößten von Gott und du denkst immer noch klein von ihm, denn Er ist so groß, dass Er die kühnsten Erwartungen übertrifft.
M. Basilea Schlink (1904-2001), Ev. Marienschwesternschaft Darmstadt.

Reflektionen zum Bild von der Künstlerin Dr. Sabine Waldmann-Brun:
Keimentfaltung.
Eine leise Ahnung, was werden wird:
Das Korn trägt den Traum der rauschenden Blätter und süßen Früchte lang schon im Inneren.

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Dorothea Jehle
Postfach 1220
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Tel.: 06164 / 9309-320

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