OJC-Festival: Dem Leben Richtung geben

30. Mai 2009 // Ein bunter Pilgerzug schob sich am Himmelfahrtstag den Reichenberg hinauf. Über 600 Besucher aus der ganzen Republik, die zum traditionellen Jahresfest der ökumenischen Kommunität "Offensive Junger Christen" nach Reichelsheim gekommen waren, wollten es genau wissen: Wie weit sind die Restaurierungsarbeiten im historischen Burgareal gediehen, was ist vom Erfahrungsfeld "Wege zum Leben" bereits zu sehen?

Auf den Wegen zum Leben

In den letzten drei Jahren hatte sich auf dem Schloss viel getan: Fundamente der ursprünglichen Umfriedung sind freigelegt, der mittelalterliche Rittersaal, der Brunnenaufbau aus der Renaissance und das Burgverlies sind Restauriert. Kontinuierlich werden die Mauern und Zinnen befestigt. Um den Freunden und Gästen einen Einblick in den Stand der Baumaßnahmen zu gewähren, war das Mittagessen in den Schlosshof verlegt worden. Hier konnte, wer immer wollte, sich an den Stationen des bibelpädagogischen Parcours zum Motto des diesjährigen OJC-Festivals inspirieren lassen: "Dem Leben Richtung geben".

Mit gutem Grund auf festem Grund

Einen ersten Anstoß dazu gab es bereits beim morgendlichen Festgottesdienst in der Evangelischen Michaelskirche, den die Kommunität gestaltet und zusammen mit der Kirchengemeinde und ihren beiden Pfarrern gefeiert hatte. Burkard Hotz aus der Rimbacher Nachbargemeinde ermutigte in seiner Predigt zu einem zielorientierten und bekenntnisfreudigen Glauben: Statt bodenloser Erbauung sollte vielmehr ein mutiger Sprung von festem Grund die Gemeinden prägen. Hotz, erfahrener Marathonläufer und engagierter Gemeindepfarrer, warnte vor Fehlhaltungen beim Laufen - im realen und im übertragenen Sinne: vor Ängstlichkeit und vor Übermut, denn beides bekomme dem Läufer auf Dauer schlecht. Wichtig sei die Faustregel: Laufe immer im Team, halte rechtzeitig an der Ernährungsstation und lass dich niemals von Durchhängern entmutigen!Während sich die Erwachsenen an den Ernährungs- und Erfahrungsstationen gütlich tun und in "Navigationsgruppen" über Fragen des Glaubens und Lebens austauschen konnten, gab es für die etwa 150 Kinder ein spannendes, altersgerechtes Programm in den Räumen des evangelischen Kindergartens, des Gemeindehauses und im von der OJC geführten Reichelsheimer Europäischen Jugendzentrum. Jeder kam auf seine Kosten, und als die Gäste zur Abschlussfeier aus allen Richtungen wieder in die Michaelskirche strömten, hatten Junge und Alte einander viel zu berichten.

Aufbrüche in der OJC

Das Neueste in der OJC, das sind vor allem die Nachrichten von den jungen Familien, die sich nach Reichelsheim aufgemacht haben, um die Herausfroderung gemeinschaftliches Lebens zu wagen. Bereits gelandet sind Rahel und Jeppe Rasmussen mit ihrem kleinen Sohn Noah aus Beirut. Ihnen liegt der Auftrag der OJC, jungen Menschen in Christus Heimat, Freundschaft und Richtung zu geben, sehr am Herzen und sie möchten ihr Haus, ihre Herzen und ihre Hände für sie öffnen. Konstantin Mascher und seine Frau Daniela, die als Assoziierte mit ihren drei Kindern bereits 5 Jahre in der OJC leben und arbeiten, haben den Schritt in das verbindliche Leben getan und sind der Kommunität beigetreten. Sie möchten sich hier mit ihrem ganzen Leben dafür investieren, dass der apologetische Auftrag der OJC in Klarheit und in geistig-geistlich scharfer Unterscheidung der aktuellen Fragen der Zeit in die nächste Generation weitergetragen wird.

Mit Rückenwind voraus

Klaus Sperr, Pastor und Leiter der Schlossgemeinschaft auf dem Reichenberg, gab den Gästen als geistige Wegzehrung Bewährtes mit: "Das Fundament für unseren Aufbruch, das seit 2000 Jahren Bewährte, lässt sich in einem satz zusammenfassen: Kirche = kyriakos = "des Herrn". Sie sind Eigentum einerseits, andererseits aber auch jene, die auf kosten ihres Herrn leben: er ist zuständig, er sorgt, er zahlt. Die Eigentumsform von Kyrios gibt es nur an zwei weiteren Stellen im NT: als Bezeichnung für das Abendmahl "das Mahl des Herrn" (1. Kor. 11,20) und für den "Tag des Herrn" (Offenb. 1,10). Beide Male geht es um Räume der Versöhnung, Erneuerung und der Beziehung . Jesus ist es, dem wir hier begegnen, der uns versöhnt, der uns in Beziehung bringt mit sich und miteinander. Dieses Bewährte ist die Grundalge für unseren Neuaufbruch: "des Herrn"! Menschen, die "Kirche" sind, die des Herrn sind, trauern keinem verlorenen Paradiese nach, sondern leben vom Ziel, der himmlischen Heimat her. Sie wissen: das Beste liegt noch vor ihnen! Sie sind keine Träumer der Vergangenheit, sondern Wegbereiter der Zukunft! Diese Realität - "wir sind des Herrn" - will unserem Leben eine wagemutige, offensive Richtung geben. Darauf kann sich jeder in seinem Alltag freuen. Wir gehen in der Gewissheit: Wohin wir auch immer gehen, dahin kommt nun auch der Auferstandene - Versöhner und Erneuerer dieser Welt!"    

 

 

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