Für Selbstbestimmung und Therapiefreiheit

29. November 2011 // Pressmitteilung der Offensive Junger Christen - OJC e.V.

Anlässlich eines Briefwechsels zwischen dem parlamentarischen Geschäftsführer von Bündnis 90/Die Grünen, Volker Beck, und dem Präsidenten des Diakonischen Werkes der EKD, Herrn OKR Johannes Stockmeier, macht V. Beck mehrere Äußerungen über die OJC und das Weiße Kreuz. Wir weisen sie als falsch zurück.

 

Beck schreibt u.a.: „Die unter anderem von der Organisation ‚Offensive Junger Christen’ und dem ‚Weißen Kreuz’ propagierten Therapien zur vermeintlichen Heilung von Schwulen und Lesben sind höchstgradig gefährlich. Schwere Depressionen, zentrale Selbstwertprobleme bis hin zum Suizid sind häufig die Folge.“1 Das sind Unterstellungen, die jeder sachlichen und wissenschaftlichen Grundlage entbehren. Herr Beck führt keinerlei Belege an.
 

Immer wieder wenden sich Menschen, die an „ich-dystoner“ Homosexualität leiden, an die OJC mit der Bitte um Unterstützung. „Ich-dystone“ Homosexualität bedeutet, dass ein Mensch seine homosexuellen Gefühle oder ein homosexuelles Leben als für ihn nicht stimmig und nicht zu seiner Kern-Identität gehörend ansieht. Diese Männer und Frauen wünschen sich eine Abnahme ihrer homosexuellen Gefühle.2 Sie können dazu therapeutische Begleitung in Anspruch nehmen. Die in Deutschland gültige Diagnoseliste ICD-10 enthält die Diagnose „ich-dystone Sexualorientierung“.3 Die OJC und das Weiße Kreuz informieren und beraten hierzu.

Die OJC bietet keine Therapien an. Wir verweisen auf allgemein anerkannte verhaltenstherapeutische, tiefenpsychologische und andere gebräuchliche Therapieverfahren.4 Das Therapieziel bestimmt der Klient in Absprache mit seinem Therapeuten. Diesen Therapien eine Gefährlichkeit zu unterstellen, ist abwegig und durch nichts zu belegen.5

Dass die Beratungen der OJC ergebnisoffen sind, ist selbstverständlich. Wir respektieren und achten die Selbstbestimmung und den freien Willen jedes Menschen.

Den von Herrn Beck formulierten Vorwurf einer „diskriminierenden Grundhaltung“ homosexuell lebenden Personen weisen wir entschieden zurück. Eine solche Haltung entspricht nicht unserer christlichen Grundauffassung von der gleichen Würde jedes Menschen. Wir stehen im vertrauensvollen Kontakt mit homosexuell Empfindenden, unabhängig davon, für welchen Lebensentwurf sie sich entscheiden.

 

29.11.2011 Dr. Christl R. Vonholdt (DIJG)

 

1 http://www.volkerbeck.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=2360&Itemid=193

2 http://www.dijg.de/homosexualitaet/ich-will-nicht-schwul-lesbisch-sein/

3 www.icd-code.de/icd/code/F66.1.html

4 Siehe Hamilton, J. Anti-Gay?! narth.com/2011/02/anti-gay/

5 Für das Recht auf Therapiefreiheit und
narth.com/2011/08/sexual-orientation-change-efforts-do-not-lead-to-increased-suicide-attempts/

Stichworte: Homosexualität