...nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird

8. Mai 2012 // Impuls von Joachim Hammer zum Monatsspruch (1.Tim 4,4)

Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut;
und nichts ist verwerflich,
was mit Danksagung empfangen wird.
(1. Timotheus 4,4)


Nichts ist verwerflich. Alles ist erlaubt. Mit großer Leidenschaft spricht Paulus immer wieder von der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat. Diese Freiheit ist ein hohes Gut, ein riesiges Geschenk. Ich möchte sie in keiner Weise einschränken oder relativieren.

 

Und doch ist die recht verstandene Freiheit keine absolute Freiheit. Meine Freiheit wird begrenzt durch die Freiheit meiner Mitmenschen. Auch unser Monatsspruch grenzt die Freiheit ein durch die Bemerkung „was mit Danksagung empfangen wird.“

 

Darum geht es: Dankbarkeit.

 

Die Schöpfung Gottes ist ein großartiges Geschenk an uns Menschen. Die gesamte Schöpfung – das Universum – ist für uns Menschen gemacht, damit wir einen Lebensraum haben. Lebt dieser Gedanke in unserem Bewusstsein? Empfangen wir die Schöpfung und alles, was dazu gehört, mit täglicher Danksagung von Gott?

 

Danken wir Gott jeden Morgen für den neuen Tag, für die Zeit, die er uns schenkt, für die Luft, die wir atmen, für die Sonne, für den Regen, für Gesundheit und Kraft zur Arbeit, für die Menschen an unserer Seite, für die Blumen, die unser Herz erfreuen, für die erwachende Natur, für unser täglich Brot und all die kleinen und großen Freuden unseres Lebens?

 

Wie oft scheint uns dies alles selbstverständlich! Wie oft vergessen wir, dass es gute Gaben Gottes sind, seine Geschenke an uns! Wie oft meinen wir, einen Anspruch darauf zu haben? Wie oft sind wir sogar so vermessen und denken, wir könnten uns diese Dinge selbst schaffen! Unsere Welt erliegt immer mehr der Wahnvorstellung von der Machbarkeit aller Dinge. Aber „wir können uns selbst nicht machen“ hat Papst Benedikt im Bundestag gesagt.

 

Wir sind abhängig von Gott. Und je mehr wir bewusst in dieser Abhängigkeit von ihm leben und all die guten Dinge unseres Lebens dankbar aus seiner Hand empfangen, umso mehr wird unser Leben gelingen, und umso tiefer werden wir Freiheit erfahren.

 

Gott lässt regnen über Gute und Böse. Gott gibt seine guten Gaben allen Menschen, egal, ob sie ihm vertrauen und ihm danken oder nicht.

 

Und doch ist da ein Unterschied. Ein undankbarer Mensch wird mürrisch und unzufrieden. Er leidet nicht nur an seinem Leid, sondern auch an seinem eingeschränkten Blick auf das Negative.

 

Ein Mensch der Dankbarkeit wird erfüllt von Freude und Zufriedenheit. Sein Blick wird zum Licht geführt - und zur Freiheit.

 

Die Bibel fordert uns immer wieder auf zum Danken. Damit gibt sie uns eine echte Lebenshilfe. Danken ist also eine Aufgabe, eine Arbeit. Danken hängt mit denken zusammen, mit nachdenken: Nachsinnen über das Gute, das Gott mir geschenkt hat. Es aussprechen, aufschreiben und festhalten, nicht vergessen. Dadurch wird auch mein Glaube – mein Vertrauen in Gott gestärkt.  

 

Horst-Klaus Hofmann erzählte davon, dass er einmal einem Menschen begegnete, der seinem Leben ein Ende setzen wollte. Er sagte ihm: „Aber vorher schreibe noch 10 Dankpunkte auf.“ Jener Mensch hat das getan, und er lebt heute noch und ist fröhlich.

 

Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut;
und nichts ist verwerflich,
was mit Danksagung empfangen wird.

   

Amen.       

Stichworte: Predigt