Situation in DR Kongo bereitet Sorgen

28. Oktober 2013 // Weihnachtsaktion 2012/13 erreicht über 200.000 Euro Spenden für Partnerprojekte weltweit

Alljährlich ruft die Offensive Junger Christen (OJC) ihre Freunde zu Spenden für ihre weltweiten Partnerprojekte auf. So auch in der Weihnachtsaktion 2012/13, deren Stand Mitte Oktober kurz vor dem Ende mit 204.000 Euro fast das angestrebte Ziel von 220.000 Euro erreicht hatte. „Wir staunen jedes Jahr über die Großzügigkeit unserer Freunde, die uns und unsere Projektpartner mit so viel Geld unterstützen“, sagt Frank Paul, Koordinator der weltweiten Arbeit bei der OJC.

Bei den Projekten sind der OJC-Kommunität die Kriterien der Nachhaltigkeit, das Anknüpfen an örtliche Ressourcen und die Eingebundenheit in Strukturen vor Ort sehr wichtig. „Alle unsere Projekte haben mit einer persönlichen Begegnung angefangen“, erklärt Paul, „aus der dann gegenseitiges Kennenlernen und Vertrauen gewachsen sind.“ Darum unterstütze die Kommunität die meisten ihrer Projektpartner auch schon seit Jahren. Dazu gehören eine Arbeit unter Straßen- und Waisenkindern in der russischen Metropole St. Petersburg, eine Organisation auf den Philippinen, die Slumkindern helfen, die sich sonst von den Müllbergen der Hauptstadt Manila ernähren müssten, sowie ein Partner im Osten der Demokratischen Republik Kongo, der den Aufbau mehrerer Gesundheitsstationen vorangetrieben hat. „Wir als Christen leben aus dem Empfangen dessen, was Gott mit uns teilt. Es ist uns darum ein großes Anliegen, auch mit anderen zu teilen, was wir selbst empfangen haben“, erklärt Paul die Motivation für die Weihnachtsaktion.


In den vergangenen Monaten hat das Projekt in der Demokratischen Republik Kongo die OJC mit Besorgnis erfüllt. Seitdem eine Rebellengruppe (Allied Democratic Forces, ADF) Mitte Juli die Ortschaft Kamango in der Nord-Kivu Provinz in Kongo überfiel, und schätzungsweise 60.000 Menschen in die Flucht trieb, haben die schlechten Nachrichten nicht nachgelassen: Ende September überfielen die Rebellen zudem ein auch von der OJC unterstütztes Krankenhaus in Kamango, terrorisierten die Patienten und verschleppten zwei Krankenschwestern. OJC-Partner, Albert Baliesima, der inzwischen im kongolesischen Parlament Abgeordneter ist, hat vor kurzem Kamango und die Region im Osten des zentralafrikanischen Landes besucht. In einer E-Mail an Frank Paul berichtet er von nahezu täglichen Entführungen und der nicht abreißenden Gewalt gegen die Zivilbevölkerung. Insbesondere tausende Binnenlandsflüchtlinge seien in einer notvollen Lage. Viele, besonders Kinder, seien unterernährt. Zwar hätten das Internationale Rote Kreuz und andere NGOs Medizin geliefert, weiterhin fehle es aber an Nahrungsmittel für die Flüchtlinge. Auf Anfragen Baliesimas hat sich die OJC zunächst dazu entschlossen, Spenden in Höhe von 3500 Euro, die für den Ausbau von Gesundheitsstationen in der ganzen Region vorgesehen waren, für Essenslieferungen an die Flüchtlinge in Oicha, westlich von Kamango, zur Verfügung zu stellen. Zudem sendete die Kommunität Mitte Oktober weitere 10.000 Euro Spendengelder in den Kongo, um die akute, dringende Not der Vertriebenen zu lindern. Gleichzeitig hat die OJC ihre Freunde als Teil ihrer Weihnachtsaktion 2013/14 zum verstärkten Spenden für das Projekt im Osten Kongos aufgerufen.


Doch nicht nur bestehende Projekte werden mit der neuen Weihnachtsaktion gefördert: Neu hinzugekommen ist eine Arbeit in einer Roma-Siedlung in Varna, Bulgarien. Dort hat Frank Abbas, ein deutscher Speditionskaufmann, vor acht Jahren seinen Job an den Nagel gehängt, ist nach Varna gezogen und hat angefangen, herumlungernde Kinder zu sich nach Hause einzuladen. Eine der zahlreichen Früchte aus diesem nunmehr stark gewachsenen Projekt war eine Begegnung beim internationalen Baucamp auf Schloss Reichenberg im Sommer 2013. Dort trieben fünf junge Roma zusammen mit 15 jungen Deutschen gemeinsam die Renovierung der Oberen Burg voran.

Zur Weihnachtaktion für das kommende Jahr, die offiziell am 1. November 2013 startet, gehören ferner Projekte in Mexiko, Argentinien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Nigeria und Deutschland. Auch in dieser Weihnachtsaktion erhofft sich die Kommunität Spenden in der Höhe von 220.000 Euro von ihren Freunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Albert Baliesima bei einem Besuch in Oicha, wo viele Flüchtlinge Zuflucht gesucht haben.

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