Soforthilfe für Slumkinder nach den Fluten

12. Oktober 2009 // OJC sendet 5000 Euro nach Manila

Der schwere Tropensturm "Ketsana" hat die Philippinen und ihre Hauptstadt Manila schwer zugesetzt. Hilfsgüter von auswärts können nicht weitertransportiert werden. Mit jedem Tag steigt das Risiko für Seuchen und weitere Tote.

Auch das ONESIMO-Werk, das verwahrlosten und drogensüchtigen Jugendlichen aus den Slums ein Zuhause, professionelle Therapie und die Möglichkeit einer Schul- und Berufsausbildung gibt, sei schwer getroffen, berichtet ein leitender Mitarbeiter aus Manila. Fünf ihrer zehn Gemeinschaftszentren standen unter Wasser, mehrere Mitarbeiter mussten auf Dächern ausharren, um nicht von den Wassermengen weggespült zu werden. Seit 13 Jahren gehört die Kommunität "Offensive Junger Christen - OJC e.V.“ zum Unterstützerkreis dieser Arbeit auf den Philippinen. Aus Manila ging bereits eine Anfrage von ONESIMO nach humanitärer Soforthilfe bei der OJC ein. Jochen Hammer, Schatzmeister des Vereins, hat die Arbeit in Manila persönlich kennengelernt und weiß um die Bedeutung einer zeitnahen Unterstützung: "Weil wir wissen, dass in solchen Katastrophenfällen schnelle Hilfe doppelte Hilfe ist, hat die OJC sofort 5.000 € aus ihrem für Notfälle eingerichteten Spendenfonds überwiesen.“

Diese Unterstützung wird dazu beitragen, die unmittelbare Not nach den Überschwemmungen zu lindern. In den ONESIMO-Zentren leben Kinder und Jugendliche, um die sich sonst niemand kümmert. Ihnen bleibt als Lebensraum oft nur Straßen und Müllhalden. Manila hat über 15 Millionen Einwohner. Fast die Hälfte lebt in illegalen Slumgebieten. Über 100 000 Kinder leben auf der Strasse, viele schließen sich zu Kindergangs zusammen, geraten in die Fänge der kriminellen Szene oder gehen in der brutalen Welt der Kinderprostitution unter. Als letzte Flucht bleibt oft nur der billige Rausch aus der Klebstoffbüchse.

Um die Kinder dauerhaft vom Leben auf der Straße weg zu bekommen, hat ONESIMO ein neues Zentrum für Ausbildung und Arbeitsförderung errichtet, das 2006 eingeweiht wurde. In Autowerkstatt, Kantine oder in einer Anlage zur Trinkwasseraufbereitung und Einrichtungen für Metall- und Textilverarbeitung erhalten die Jugendlichen eine Berufsausbildung, einige sogar den ersten Arbeitsplatz. Schüler können sich in den Klassen für Analphabeten und Schulabbrecher auf staatliche Examen vorbereiten. Jochen Hammer befürchtet nun, dass auch dieses neu erbaute Zentrum von den Wassermassen so schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde, dass ONESIMO es nicht aus eigenen Kräften reparieren kann.

Seit 2001 hat die OJC zusammen mit der ojcos-stiftung ONESIMO mit insgesamt 233.500 Euro, die als Projektspende gesammelt wurden, unterstützt. Ein Teil dieser Summe stammt aus der Förderung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Jedes Jahr wagen viele Jugendliche aus Manilas Armenvierteln mit ONESIMO einen Neuanfang aus schwierigsten Lebensbedingungen und finden in der Rehabilitation einen Weg aus Drogensucht und destruktivem Verhalten. Die therapeutischen Gemeinschaften, in denen sie leben, sind für die gestrandeten Teenager zur entscheidenden Lebenshilfe geworden. Die OJC hat gleich nach den Überschwemmungen einen Spendenaufruf in ihrem Freundeskreis gestartet, um für die in Not geratene Menschen auf den Philippinen ein Zeichen der Hoffnung zu setzen.

Weitere Informationen auf der Manila - Seite unserer Weihnachtsaktion

Manila steht unter Wasser: Besonders schwer getroffen sind die Slums, die häufig direkt am Flussufer liegen. © ONESIMO

Stichworte: Philippinen Spenden Aktion