Spatenstich für ein Generationen verbindendes Wohnprojekt

5. April 2016 // Die ojcos-Stiftung in Reichelsheim startet ihr Bauvorhaben für ein Mehrgenerationenhaus

„Ihr seid auch mit eurem Projekt Generationenhaus ein Vorreiter in Reichelsheim“ – begrüßte Bürgermeister Stefan Lopinsky am 5. April die regenfest gekleideten Alten, Jungen und Kinder, die sich zum Spatenstich für ein anspruchsvolles Wohnhausprojekt an der Sudetenstraße in Reichelsheim versammelt hatten. Anspruchsvoll nicht im Sinne von luxuriös – die Wohnungen sind vielmehr bescheiden, aber solide -, sondern in Hinblick auf das Vorhaben, ein Zusammenleben von Menschen in unterschiedlichem Alter, in verschiedenen Lebensphasen und Familienständen zu ermöglichen. Das hat sich die ökumenische Lebensgemeinschaft Offensive Junger Christen – OJC e.V. zusammen mit der ojcos-Stiftung vorgenommen. Die Gründergeneration der OJC, die seit 1968 besteht, ist bereits im Rentenalter und es werden in den nächsten 10 Jahren weitere Mitglieder in den Ruhestand treten. Um ihnen nach ihrem Arbeitsleben mit bescheidener Vergütung bezahlbaren Wohnraum in der Nähe zu den Lebens- und Arbeitszentren der Kommunität zu schaffen, baut nun die ojcos-Stiftung auf dem ehemaligen Gelände des Gästehauses Tannenhof ein Haus mit 11 Wohnungen für 6 Ledige, 3 Ehepaare und 2 Familien.

Jochen Hammer, Vorstand der ojcos-Stiftung, hob heraus, dass das Projekt ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltig sein will: Baustoffe und Innenarchitektur folgen neuesten Standards, sind altersgerecht konzipiert und so ausgelegt, dass Gemeinschaft und Privatheit gut ausbalanciert gestalten werden kann: Mit diesem bürgerschaftlichen Engagement entstünde ein zukunftsweisendes Modellprojekt gemeinsamen Wohnens in unserer älterwerdenden Gesellschaft - und betonte: Aus den zu erzielenden Mieteinnahmen werden humanitäre und kulturelle Projekte in Deutschland und weltweit gefördert.

Mit sieben Spatenstichen wurde der Bau symbolisch eröffnet: Bürgermeister Lopinsky und sein Amtsvorgänger Gerd Lode als Kurator der ojcos-Stiftung ist, Hermann Klenk, der als Architekt den Bau konzipiert und Sebastian Hess als beauftragter Bauunternehmer, Prior der OJC Konstantin Mascher und )Jochen Hammer (ojcos-Stiftung), sowie Dekan Joachim Meyer. Letztgenannter hob hervor, dass ein solches Vorhaben Sehnsucht weckt zum Leben in verbindlicher Gemeinschaft und andere ermutigt, es miteinander zu wagen. Pfarrerin Mechthild Bangert von der evangelischen und der katholische Pfarrer Jozef Koscielny sprachen einen Segen.

Prior Konstantin Mascher zitierte den deutschen Märchenforscher Jakob Grimm: „Es liegt ein Widerspruch darin, dass - während alle Menschen alt zu werden wünschen - sie doch nicht alt sein wollen“. Es gelte heute, nicht nur die Angst vor dem Altern zu nehmen, sondern gemeinsam den Reichtum zu entdecken, den die Ältesten in das Miteinander der Generationen einzubringen habe. Er schloss mit dem Zitat des Philosophen Eugen Rosenstock-Huessy: Glaube bei den Alten, Hoffnung bei den Jungen und Liebe zwischen beiden sind Zeugnis für das Wachsen der neuen Schöpfung des Leibes Christi in der Welt.“ Mit einem fröhlichen Imbiss unter der Zeltplane wurde der festliche Akt beschlossen.

Weitere Bilder vom Spatenstich haben wir in einer Bildergalerie für Sie zusammengestellt.

 Der Flyer "Aufbruch mit der Generation plus" kann hier herundergeladen werden. »

Arthur Mascher (5 Jahre), Prior Konstantin Mascher (OJC), Bauunternehmer Sebastian Hess, Dekan Joachim Meyer, Architekt Hermann Klenk (OJC), Jochen Hammer (ojcos-Stiftung), Altbürgermeister und ojcos-Kurator Gerd Lode, Bürgermeister Stephan Lopinsky