Gut be-dacht in allen Wetterlagen. TDO 2016

7. Juni 2016 // Unser Freundestreffen fand am Sonntag mit etwa 300 Teilnehmern unter dem Motto: „Jeder braucht Asyl – gut be-dacht in stürmischen Zeiten“ mit Familiengottesdienst, Besuch auf dem Erfahrungsfeld und festlichem Nachmittagsprogramm statt.

Herausforderung Migration

In seinem Impuls an die Freunde reflektierte Prior Konstantin Mascher auch die Herausforderungen der Migrationskrise: „Unversöhnlich stehen einander eine selbstgefällige ‘Willkommenskultur’ mit ausgeprägten Entgrenzungstendenzen und das ‘Dunkel-Deutschland’ mit abgefackelten Flüchtlingsheimen und dem Ruf nach dichten Grenzen gegenüber.” Dazwischen die engagierten Bürger, die sich fragen, wie es gehen soll, dass Muslime aus fremden Kulturen in großer Zahl hier heimisch werden. Unsere Ängste nähren sich aus einem übersteigerten Sicherheitsanspruch, aus einer zunehmenden inneren Heimatlosigkeit und einer Entwurzelung des eigenen Glaubenslebens. Demgegenüber ist ein “radikales” Christentum fest in der Beziehung zu Jesus Christus und dem Glauben an seinen Verheißungen verwurzelt. “Wenn wir diese Zeit nicht als heillos, sondern als Katalysator für Gottes Heilswirken betrachten, wird unser geistlicher Adrenalinspiegel nicht durch Angst oder Furcht in die Höhe getrieben, sondern durch den Heiligen Geist selbst.“

Christen müssen neu die Bereitschaft aufbringen, sich die Not der Zeit nicht vom Leib zu halten, sondern sie in sich hineinwirken zu lassen und vor Gott zu tragen: „Im Gewächshaus der Stille, in der die Nöte dieser Zeit auf den Wurzelgrund der Verheißungen Gottes fallen, wächst uns aus dem Reich Gottes Weisung zu – und die Frucht, die diese Welt ernährt.“

Partner aus dem Kongo

Aus dem weltweiten diakonischen Partnernetzwerk der OJC waren diesmal das Ehepaar Albert K. Baliesima und Martha Vira aus der Demokratischen Republik Kongo zu Gast. Baliesima, vormaliger Koordinator der humanitären und gesundheitlichen Projekte der Anglikanischen Kirchenprovinz Kongo/Nord Kivu und seit 2011 Abgeordneter derselben Region im kongolesischen Parlament, war einer Einladung der zweijährig stattfindenden internationalen Christian Community Development Conference der AEM gefolgt, die in Zusammenarbeit mit der Micha-Initiative auf dem Schönblick stattfand. Auch am Sonntag plädierte Baliesima leidenschaftlich für Solidarität der Christen in Europa mit ihren Geschwistern in Afrika, deren unermessliches Leid in den nicht enden wollenden Bürgerkriegen und gewaltsamen Auseinandersetzungen zu einem erheblichen Teil in der Ausbeutung des an Bodenschätzen reichen Kontinents begründet liegt. Er dankte allen Christen für das Einstehen für fairen Handel und Achtung der Menschenrechte, vor allem aber dafür, dass sie für ihre Glaubensgeschwister in Fürbitte und Zeugnis einstehen und ihnen ihre Solidarität bekunden. Das gäbe der Bevölkerung Hoffnung und Kraft, unter allen Widrigkeiten an der Menschlichkeit festzuhalten und das Leben in Afrika würdig zu gestalten.

Der ojcos-Stiftungspreis 2016 ging an Miteinander für Europa

Zum 3. Mal verlieh die ojcos-stiftung ihren ojcos-Stiftungspreis für besondere Verdienste im Bereich der Förderung von christlichen Werten, Ehe und Familie, interkulturellem Lernen und Völkerverständigung. In diesem Jahr ging er an Miteinander für Europa, vertreten durch Gerhard Proß, Mitglied im Treffen der Verantwortlichen in Deutschland als „Anerkennung für den engagierten Dienst an der versöhnten Einheit unter den Christen in Europa. Bei aller Unterschiedlichkeit in Herkunft und Prägung, von Konfession und geistlicher Tradition treten die darin verbundenen Gemeinschaften und Bewegungen gemeinsam ein für Frieden, Versöhnung und Gerechtigkeit in der Völkergemeinschaft Europas.“ Mit der Auszeichnung, so die Begründung der Jury, sei „die Hoffnung verbunden, dass das von ihnen formulierte Siebenmal JA zum Leben, insbesondere das Ja zu Ehe und Familie, das Ringen der Gesellschaft um ein versöhntes Miteinander von Mann und Frau inspiriert und prägt.“

Gerhard Proß betonte in seiner Ansprache, dass der Beitrag der Christen zur versöhnten Zukunft Europas mehr als durch dogmatische und ethische Positionen in der „Communio-Gestalt“ der Kirche selbst begründet liegt. Es ist diese integrative Kraft des Heiligen Geistes, die Zugehörigkeit und Hoffnung stiftet und Versöhnung erst ermöglicht. Nur mit einer leidenschaftlichen Sehnsucht nach Einheit könnten Christen den Kräften der Entzweiung und Zerstörung, „den Egoismen von Einzelnen, Gruppen und Staaten“ entgegen- und für einen echten Frieden in Europa und weltweit eintreten. Deshalb sei das Zeugnis von Gemeinschaften und Bewegungen besonders gefragt.

Neues aus der OJC-Kommunität

Die OJC stellte den Freunden die Ehepaare Hanna und Gerd Epting sowie Daniel und Carolin Schneider vor, die im letzten Jahre in den Bund der Kommunität auf Lebenszeit aufgenommen wurden. Drei neue Familien sind seither neu dazugestoßen. Um das Zusammenleben der berenteten Mitglieder und der jungen Generation gut gestalten zu können, baut die OJC zusammen mit der ojcos-stiftung ein Mehrgenerationenhaus in Reichelsheim. Spatenstich war am 5. April, bis Ende 2017 sollen Bau und die Umzüge abgeschlossen sein. Mit diesem Vorhaben möchte die OJC in einer Zeit, in der Ältere, Junge und Kinder zunehmend voneinander isoliert leben, Zeugnis geben für den schöpferischen Frieden zwischen den Generationen.

Hier geht es zur Bildergalerie mit einer Auswahl von Fotos des Tages

Wie die Lokalpresse den Tag sieht, können Sie in diesem Artikel im Odenwälder Echo vom 9.6. nachlesen.

v.l.n.r.: Ute Paul, Martha Vira, Albert K. Baliesima, Konstantin Mascher