Zurück vom Gegenbesuch in Ungarn

14. Juli 2016 // Aufregende zwei Wochen in Ungarn für unser FSJ-Team.

Nach dem spannenden Internationalen Begegnungscamp 2015 in Reichelsheim ist das FSJ-Team in diesem Jahr zu einem vierzehntägigen Gegenbesuch nach Ungarn aufgebrochen. Hier gibt es Bilder dazu.

Martin B., der zum FSJ-Team 2014-2015 gehörte und das Begegnungscamp in Reichelsheim miterlebt hat, hat unmittelbar seine Erfahrungen ausfgeschrieben:

Ich bin sehr dankbar, dass ich bei dieser Reise nach Ungarn dabei sein durfte. Vieles wirkt noch in mir nach und es ist schwer, überhaupt Worte dafür zu finden. Natürlich war es für mich schön, manche unserer Freunde vom letzten Jahr wieder zu treffen und die Freundschaften zu stärken. Es war aber eine ganz andere Erfahrung, nicht Gastgeber zu sein. Ob wir es letztes Jahr bemerkt hatten oder nicht, es war ein klarer Vorteil, ein "Heimspiel" spielen zu können. Dieses Mal waren wir die Gäste, mitten in einer fremden Kultur, konnten die Sprache nicht und waren herausgefordert, aus unserer eigenen Komfortzone weit herauszukommen.

Die Ungarn haben als unsere Gastgeber mehr als genug für uns gemacht und ich fand es manchmal ganz schwer, in solchem Luxus leben zu müssen. Der Lebensstandard und die Alltagsrealität der Bódvaszilas-Roma ist einfach komplett anders als das, was wir genießen durften. Aber klar, sie wollten uns ihr Bestes geben. Mehrmals hat mich diese selbstverständliche Großzügigkeit tief berührt. Ich hatte einen Fehler gemacht und für die Arbeit kaputte Schuhe mitgebracht. Tomás, einer der jungen Roma, hat das gesehen und am selben Abend für mich seine besten Schuhe rausgesucht. Natürlich wollte ich sie nicht nehmen, aber er hat sich irgendwann durchgesetzt. Ich sollte sie dann auch mit nach Hause nehmen, als Erinnerung an ihn, meinte er.

Aus unserer westeuropäischen Perspektive besitzen diese Roma sehr wenig Materielles. Aber trotzdem teilen sie nicht nur gerne, sondern sehr gerne, was sie haben. Für mich ist das ein sehr beeindruckendes Vorbild, das ich hoffentlich nie vergessen werde. Ich möchte, dass das, was ich gelernt und erfahren habe, nicht nur in guter Erinnerung bleibt, sondern auch tatsächliche und praktische Auswirkungen in meinem eigenen Leben und auf meine eigenen Gewohnheiten haben wird.

Ich war auch sehr froh, dass das jetzige FSJ-Team mich so problemlos integriert hat. Ich fand es super, wie offen wir über verschiedene Themen reden konnten und die Gespräche und Austausch mit euch haben mir viel gebracht. Danke an Günter, Christa, Gerlind und Frank und die anderen, die diese Reise ermöglicht haben und die uns im Gebet getragen haben. Es war spürbar, dass Gott wirklich mitten unter uns war.

Es ist wirklich nicht ausreichend nur danke zu sagen - das Wort drückt nicht die große Dankbarkeit aus, die ich für diese Reise empfinde. Das ungarische Wort drückt meine Dankbarkeit viel besser aus: „Köszönöm!“

Bódvaszilas an der Grenze zur Slowakei