Neues Zuhause für Waisenkinder in St. Petersburg

20. Oktober 2011 // Offensive Junger Christen finanziert Kauf von Wohnung für „The Harbor“

Mit einer Spende von 88.000 Euro hat die ökumenische Kommunität Offensive Junger Christen (OJC) den Kauf einer Wohnung in St. Petersburg zur Hälfte finanziert. Die zweite Hälfte wurde von der amerikanischen Organisation „Church Resource Ministries“ (CRM) aufgebracht. Der Kauf des insgesamt 250.000 US-Dollar teuren Apartments kommt der amerikanisch-russischen CRM-Organisation „The Harbor“  zugute.


Bildergalerie und kurzes Video der neuen Wohnung »


„The Harbor“ (zu Deutsch: der Hafen) ist ein christliches Sozialwerk in St. Petersburg, das sich besonders für Waisen und Straßenkinder einsetzt, die im Alter von 17 Jahren aus den staatlichen Einrichtungen entlassen werden. Für viele ist die Kluft zwischen der Betreuung im Heim und dem Leben draußen unüberbrückbar. „The Harbor“ schlägt diese Brücke und bietet den Jugendlichen Lebensgemeinschaften mit familienähnlichen Strukturen, in denen sie den ganz normalen Alltag lernen: geregelte Essens- und Schlafzeiten, Hygiene, verlässliche Absprachen und Umgangsformen – für die meisten absolutes Neuland. „The Harbor“ unterstützt mit seinen Mitarbeitern auch die jungen Erwachsenen bei ihrer Berufsausbildung (pdf) und bietet in Übungswerkstätten Kurse in Englisch, Computer, Töpfern, Kochen, Seidenmalen, Musik, Tanz, Haarstyling und Kosmetik an.


Gegründet wurde „The Harbor“ von der US-Amerikanerin Melinda Cathey zusammen mit Alex Krutov, der als Kind und Jugendlicher selbst in Heimen und dann auf der Straße aufgewachsen ist. Cathey lebte in den 1990er Jahren mit ihrer Familie in St. Petersburg. Über den Erwerb der neuen Immobilie ist Cathey, die im November 2010 die OJC in Reichelsheim besuchte, begeistert: „Zum ersten Mal in ihrem Leben haben die fünf jungen Männer, die hier einziehen werden, ein sicheres, stabiles Zuhause“, erläutert sie in einer E-Mail an die Kommunität.  


Auch für die Arbeit der mitlebenden Harbor-Betreuer ist der Kauf eine große Hilfe. Sie können nun die jungen Erwachsenen auf ihren Weg in ein selbstverantwortetes und würdevolles Leben verstärkt betreuen und begleiten. Früher wurden sie oft, nachdem eine angemietete Wohnung repariert und eingerichtet worden war, von gierigen Vermietern wieder auf die Straße gesetzt. „In Zukunft können unsere Mitarbeiter das tun, was ihnen wichtig ist: den Jugendlichen ins Leben helfen“ freut sich Cathey.


Mit dieser Finanzierung setzt die OJC ihr bald 20-jähriges Eintreten für Waisen- und Straßenkinder in St. Petersburg fort. „Wir sind dankbar, dass wir einigen wenigen der vielen tausenden russischen Straßenkinder eine verbesserte Chance im Leben geben können“, sagt Frank Paul, Koordinator der OJC-Partnerprojekte.

Auch wenn die Kommunität das Geld für die umfassenden und andauernden Restaurierungs- und Umbauarbeiten auf Schloss Reichenberg gerade selbst gut gebrauchen könnte, ist ihr das Teilen mit anderen wichtig: „Wir glauben, dass wir letztlich alles von Gott empfangen. Darum führen wir jedes Jahr eine Weihnachtsaktion für unsere Projektpartner weltweit durch. Wie in diesem Jahr haben wir uns auch für Weihnachten 2011 das Ziel gesetzt, über 200.000 Euro an Spenden für sie zu sammeln“, erläutert Paul. Auch das Geld, mit dem das russische Apartment erworben wurde, stammt aus Weihnachtsaktionen der OJC.


An diesem Umgang mit Geld haben sich andere ein Beispiel genommen. Nachdem der Harbor-Gründerin Melinda Cathey zugesichert wurde, dass die OJC-Kommunität für die Hälfte der Wohnung aufkommt, begann sie im US-amerikanischen Unterstützerkreis von „The Harbor“ von dieser im US-Maßstab verhältnismäßig kleinen Gruppe aus dem Odenwald zu erzählen. Viele ließen sich davon inspirieren, und bald schon hatte Cathey die benötigte zweite Hälfte zusammengebracht.

Noch gibt es für die Mitarbeiter von The Harbor viel zu tun, bis die jungen Erwachsenen mit der Betreuer-Familie in die neue Wohnung in St. Petersburg einziehen können.

Stichworte: Russland Weihnachtsaktion