In Stein gemeißelt

17. November 2010 // Hessische Steinmetzlehrlinge üben sich in tradierten Techniken der Steinbildhauerei. Handwerkliche Zeitreise im Jugendzentrum der OJC

Auch in diesem Jahr haben sich die um den fachlichen Nachwuchs bemühten Meister der mittelhessischen Steinmetz-Innung etwas einfallen lassen, um den Lehrlingen eine Lektion besonderer Art zu erteilen: Die durften sich drei Tage lang im historischen Fachwerk-Ambiente des Reichelsheimer Europäischen Jugendzentrums in den uralten Techniken ihrer Zunft, mit Knüpfel und Fäustel, üben und ihre gestalterische Fantasie in Steine meißeln. Jeder der Teilnehmer bekam einen Sandsteinblock zum Behauen - alle Blöcke zusammen ergaben den Bogen eines Türrahmens. Der Tür- oder eher Torbogen wird nach seiner endgültigen Fertigstellung soll als ein Element auf dem Gelände der Erfahrungsfeldes "Wege zumLeben" auf Schloss Reichenberg fest installiert werden. 

Jeder an seinem Platz

Nachdem ein jeder sich am Werkstück erproben konnte und sein Geschick unter fachkundiger Anleitung der engagierten Meister im Kloppen verfeinert hatte, wurde der gesamte Bogen mithilfe eines passgenau verfertigten Holzgerüstes aufgerichtet. Jeder Stein war nun eingefügt und das Gerüst wurde aus dem Bogen geschlagen. Alle hielten die Luft an: Ob es hält? - Wenn der Zweifel auch unbegründet war: ein bisschen mulmig war es den versammelten Lehrlingen und dem neugierig herbeigeeilten Publikum schon.

Umso größer dann die Freude und der Stolz über das prachtvolle Bauwerk. Jeder hatte das Seine zum Gelingen beigetragen; der Türbogen hielt nur, weil jeder Stein genau an seinem Platz saß. Außer der Freude an der guten Stimmung und den handwerklichen Finessen nahmen die Teilnehmer - die Lehrlingen und ihre Meister - diesen Eindruck als das Kostbarste aus dem gemeinsamen Wochenende mit. 

Fotogalerie: Die Lehrlinge mit ihren Werkstücken und die Aufstellung des Bogens   (hier) »

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