Vom Neid befreit [Neuerscheinung]

25. Juli 2011 // Meins und Deins und die Kunst, zufrieden zu sein

Neid ist stark. Und Neid lässt uns schwach werden. Wir werden blass, manchmal gelb vor Neid – auf jeden Fall geht er mächtig unter die Haut. Niemand ist ganz frei davon und jeder hat schon den Neid anderer gespürt. Was er mit uns macht und was wir ihm entgegensetzen können, berichten die Autoren in Interviews und Lebenszeugnissen, Kurzgeschichten und seelsorgerlichen Betrachtungen. Vom Neid befreit – das neue Buch aus der OJC-Werkstatt (Brunnen Verlag).
Bei uns direkt zu bestellen  »



-------------------------


Rezension


Neid ist eine der Hauptursachen, die Zufriedenheit und Dankbarkeit – auch bei Christen – verhindern. Denn jeder kennt das Übel, das mit Sich-Vergleichen beginnt, dann den anderen, mit dem man sich vergleicht, oder sich selbst, herunterzieht und schlecht macht. Immer auf der Suche nach Anerkennung und Wertschätzung.

Sehr ehrlich berichtet die Psychologin Hanne Baar von eigenen Neid-Erfahrungen, zeigt Ursachen und Wege aus der Neidfalle auf. Sie hilft zu sehen, wie man Neid positiv nutzen und in der Auseinandersetzung mit ihm sich selbst mehr bejahen und als Person wachsen kann.

Wie man Neid als „Chance“ nutzen kann und Wege zu mehr geistlicher Reife findet, beschreibt Dominik Klenk in einer Auslegung zum 9. und 10. Gebot: es kommt darauf an, am anderen nicht nur einzelne Aspekte zu sehen, die wir dann beneiden, sondern ihn in seiner „Ganzheit“ wahrzunehmen.

Ralph Pechmann lehrt im Umgang mit Neid, sich im Lichte Gottes anzusehen – mit allen Abgründen der eigenen Wirklichkeit – und sich gerade so von Gott geliebt zu erkennen. Ganz praktische Schritte dazu findet man bei Rudolf Böhm: den Neid benennen und bekennen, sich von Gottes Liebe berühren lassen, lieben und danken lernen.

Die zerstörerische Auswirkung von Neid in der Familie zeigt Rosmarie Berna spannend an der Josephs-Geschichte auf, und wie Gott Wunden heilen kann, die der Neid geschlagen hat. Sie macht Mut, angesichts von vernichtenden Neid-Erfahrungen an der Hoffnung festzuhalten.

Einen kleinen geistlichen Schatz hat Manfred Seitz zu diesem Büchlein beigesteuert: seine tiefgründigen Gedanken zu „Schritten in die Reife“. Auf dem Wege zur geistlichen Reife spielt das Annehmen der eigenen Wirklichkeit eine wesentliche Rolle – und dies ist immer auch mit Verzicht verbunden.

Wer auf Wunschbilder verzichten kann, auf Sich-Vergleichen und den Neid, der wird eine wunderbare Freiheit erleben und für Gott da sein können. Abgeschlossen wird das Buch mit Anregungen zu ganz praktischen geistlichen Übungen. In ihnen geht es im Wesentlichen darum, wieder neu anzunehmen: „Ich bin von Gott unendlich geliebt.“ Aus dieser tiefsten Wahrheit über mein Leben heraus kann ich auch den anderen mit Gottes Augen sehen, dankbar für ihn werden und ihn segnen.

Die OJC hat ein wertvolles Buch mit wichtigen Anstößen vorgelegt: dem Neid, der viele Beziehungen vergiftet, kann wirksam begegnet werden! Befreiung kommt vor allem aus der erneuerten Selbstwahrnehmung, die das Evangelium schenkt.  „Vom Neid befreit“ ist eine gute Hilfe auf dem Weg zu einem reifen Christsein. Dieses Büchlein kann ich jedem empfehlen, der die Kunst, zufrieden zu sein, lernen will.


K. Schlicker
 

"Vom Neid befreit" Hg. Dominik Klenk

Stichworte: Buch