Roadmap zum Leben

Was dir hilft, Glauben und Leben auf Kurs zu halten

Säe einen Gedanken und du erntest eine Tat,

säe eine Tat und du erntest eine Gewohnheit,

säe eine Gewohnheit und du erntest einen Charakter,

säe einen Charakter und du erntest ein Schicksal.    

Unterwegs in einer Wüsten-Rallye. Sobald du – durch äußere Umstände oder pure Neugier dazu getrieben – dir bekannte Straßen verlassen hast, bist du offroad unterwegs. Das ist spätestens dann der Fall, wenn die Schule beendet ist und du zu Hause ausziehst, um Studium oder Ausbildung zu beginnen. Nicht mehr Eltern, Freunde, Schule oder Jugendkreis geben jetzt Richtung und Tempo an. Der Alltag an der Uni oder im Ausbildungsbetrieb hat seine eigenen Gesetze. Nun bist du selbst dafür verantwortlich, deinen Weg zu finden und dein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

Um im Bild zu bleiben:

Der Sprit, der dein Lebensauto am Laufen hält, ist deine Beziehung zu Gott. Du kennst ihn vielleicht schon lange und hast viel mit ihm erlebt.

Jetzt geht es darum, auch in der neuen Lebenssituation zu wissen, wo die inneren Tankstellen sind, damit du nicht auf halber Strecke stehen bleibst. Je klarer du darum weißt, um so weniger bist du anfällig, dir Wasser anstelle von Sprit verkaufen zu lassen. Es geht darum, geeignete Gefäße zu finden, die als Kanister den Treibstoff auch auf holpriger Strecke bewahren, und den richtigen Wegweisern zu folgen.

Du mußt dir darüber im klaren sein, daß es starke Kräfte gibt, die dich von deinem Weg abbringen wollen.

Um diese spannende Herausforderung zu bewältigen, ist es klug, sich die Erfahrungen anderer zunutze zu machen. Einige dieser Erfahrungen, die dir als Leitplanken dienen können, stellen wir hier vor.

Gestalte deinen Traum!

Warum?

Es gibt ein Gefangensein in zu starren Regeln, aber auch ein Versumpfen in Formlosigkeit und Chaos. Damit das innere und/oder äußere Chaos nicht überhand nimmt, ist es wichtig, Zeit und Raum bewußt selber zu gestalten, damit du darin leben kannst. Die Stille vor Gott ist solch ein Hör-Raum, der nicht von selbst vorhanden ist, der aber, regelmäßig genutzt, zu einer unverzichtbaren „Tankstelle“ wird.

Wie?

• Gib deiner Stille einen festen Ort – gestalte eine Ecke im Zimmer mit Kerze und Kreuz oder einem Bild, das dir zur Sammlung hilft. Laß nicht zu, daß diese Ecke mit Papier- oder Wäschebergen zugemüllt wird.

• Gib der Stille eine feste Zeit, am besten gleich morgens nach dem Aufstehen – lieber täglich 5-10 Minuten als einmal im Monat eine Stunde.

TIP: Verbünde dich mit jemandem, der dich morgens telefonisch oder besser noch mit einer Tasse Kaffee weckt – oder umgekehrt: du weckst ihn.

Womit?

• Ein Lied oder ein vorformuliertes Gebet, das du über längere Zeit singst oder liest, kann dir Worte „leihen“, um eigene Gedanken oder Gefühle auszudrücken.

• Ein Wort aus der Bibel (z.B. Herrnhuter Losungen) oder ein kurzer Bibelabschnitt nach einem Bibelleseplan, z.B. Klartext vom „Bibellesebund“ oder Jesus first – Das 7-Wochen-Abenteuer von Roland Werner (Oncken-Verlag 2002) – enthält genügend Treibstoff für den Tag.

• Bewährt hat sich auch, täglich eine kurze Passage aus einem guten geistlichen Buch zu lesen, z.B. Oswald Chambers „Mein Äußerstes für sein Höchstes”. Worte, die dir dabei begegnen und dich herausfordern, schreib auf und nimm sie mit in den Tag, damit sie weiter zu dir sprechen können.

• Ein Gebets-Tagebuch ist eine feine Sache, um Ordnung in aufgescheuchte Gedanken zu bringen und sich später besser zu erinnern.

• Und das Wichtigste: erzähle Jesus dein Leben; was dir im Alltag begegnet ist, stelle ihm die Fragen, die dich beschäftigen, halte auch ab und zu den Mund, um seine Antworten hören zu können – nichts anderes ist Beten.

TIP: (Halb)laut singen und beten kann eine Hilfe sein, sich selber wahrzunehmen.

Lebe deinen Rhythmus!

Warum?

Zeit gehört zum Kostbarsten, das Gott dir täglich schenkt. Arbeit, Uni, Hobbys, Beziehungen erheben Anspruch auf deine Zeit, geben Takt und Tempo vor. Du kannst dich dem nicht entziehen, aber vermeiden, fremdbestimmt leben zu müssen, wenn du einige grundsätzliche Entscheidungen triffst, wer oder was den Takt in deinem Leben angeben soll. Das eigene (Zeit)Maß zu finden und gute Gewohnheiten entstehen zu lassen, die deinem Tag Struktur geben, braucht Zeit. Aber es lohnt sich!  Glaube nicht der Werbung, daß alles in höchster Qualität nahezu kostenlos zu haben ist. Was wirklich wichtig ist, darf auch etwas kosten!

Wie?

• Laß dir die Chance eines selbstgestalteten Tagesanfangs nicht entgehen – es tut deshalb gut, jeden (Werk)tag um die gleiche Uhrzeit aufzustehen, egal wann Uni oder Arbeit beginnen, man kann den Tag viel besser nutzen und bewußter leben.

• Es hilft, den Tag mit einem (kleinen) Ritual zu beginnen, um leichter in ihm anzukommen – eine Tasse Tee kochen, eine Kerze anzünden etc.

• Gönne dir selbst die unverbrauchte Stille des Morgens, verzichte auf den Griff zum Radio.

• Genauso wichtig ist es, den Tag bewußt abzuschließen • in einem vorformulierten Abendgebet kannst du alles, was er enthielt, in Gottes Hand zurücklegen.

• Der Sonntag ist der Ruhe- und Gemeinschaftstag und gibt der Woche ihren Rhythmus – mache ihn dir und anderen schön, z.B. indem du nach dem Gottesdienst zum Kochen und Essen oder Spielen einlädst – du wirst sehen, die Zeit, die du in dieses „zweckfreie Tun“ investierst, zahlt sich unter der Woche doppelt aus!

TIP: Radiogottesdienste sonntags z.B. im Deutschlandfunk sind zu empfehlen!

Gib dir und andern Rechenschaft!

Warum?

Es gibt kein wirksames Leben und inneres Wachstum ohne Gemeinschaft. Weil es leicht ist, sich selbst zu betrügen und etwas vorzumachen, brauchen wir Verbündete, denen wir aufrichtig Anteil geben an unserem inneren und äußeren Ergehen. Es geht nicht darum, geistliche Leistungen vorzuweisen, sondern „im Licht zu leben“. Außerdem ist Verbindlichkeit ein starkes Zeugnis für deine Mitarbeiter oder Kommilitonen!

Wie?

• Mache nicht deine augenblickliche Lust und Laune zum Maßstab, sondern lege dich selber wenigstens für eine Sache fest:

• Schließe dich einem Hauskreis an

– oder suche dir Leute für eine „Zweier- oder Dreierschaft“ – im Austausch und gemeinsamen Gebet trägst du die persönlichen Nöte des anderen mit und erlebst, selbst getragen zu werden TIP: wie wär’s mit einem regelmäßigen Gebetsfrühstück?!

• Ein Mentor (geistlicher Begleiter, Seelsorger), mit dem du deine persönlichen Fragen besprichst, betest, den du um Rat fragst und der dich auch hinterfragen und korrigieren darf, ...

... ist besonders in Entscheidungs-Zeiten unentbehrlich.

• An nahezu allen Unis und Hochschulen gibt es christliche Studentengruppen – z.B. SMD (Studentenmission Deutschland), KHG (Katholische Hochschulgruppe), „Campus für Christus“ oder „Navigatoren“ sind Netzwerke christlicher Studenten, wo du Kontakte knüpfen und dich engagieren kannst.

Von

  • Rebekka Havemann

    Krankenschwester, lebt seit 1999 in der OJC. Seit Sommer 2014 verstärkt sie das Team vom Haus der Hoffnung in Greifswald. Seit 2016 gibt sie die Zeitschrift Brennpunkt Seelsorge heraus.

    Alle Artikel von Rebekka Havemann

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