Alles schläft, keiner wacht?

Kirchen und Universitäten
im Fokus islamistischer Aktivisten

Prof. Dr. Ursula Spuler-Stegemann gibt als Islamkennerin ­einen klärenden Einblick in den Marsch muslimischer Extremisten durch christliche und gesellschaftliche Institutionen.

Das Netzwerk der Islamisten besteht inter­national, ist technisch hervorragend ausgestattet, finanziell unabhängig, und es gibt keinen einzigen Bereich, der für sie nicht von Interesse wäre. Dabei denken sie kurz-, mittel- und langfristig, sind also z.B. nicht von Wahlperioden abhängig, und haben längst gelernt, andere, durchaus auch ihnen entgegenwirkende und -gesetzte Kräfte sowie deren Ideologien und Strukturen zu nutzen, wenn es ihnen selbst Vorteile bringt, und sie mit deren eigenen Waffen zu schlagen.1
Zwei von den zahlreichen Institutionen, die sie in Deutschland für ihre Zwecke instrumentalisieren, will ich im folgenden in den Blick nehmen: die Kirchen und die Universitäten.

I. Kirchen

Es ist zu vermuten, daß die Islamisten zunächst einmal die christlichen Kirchen nicht gerade als Förderer des Islam betrachtet und daß sie sich kaum vorgestellt haben, daß ausgerechnet Kirchen sie als besonders wichtige muslimische Ansprechpartner in Deutschland ausersehen würden. Keinem vernünftig denkenden Muslim – gleich welcher Ausrichtung – kann es einleuchten, daß man hierzulande die Kirchen als Partner gewinnen und ihnen gleichzeitig in den islamischen Ländern die elementaren Rechte auf Religionsfreiheit vorenthalten könnte. Dort ist christliche Mission unter Muslimen genauso verboten wie der Bau von Kirchen, während Muslime hierzulande frei missionieren dürfen und Moschee auf Moschee wie ein Netz das ganze Land überspannt. Pfarrer sorgen sogar dafür, daß Moscheen neben die Kirche gebaut werden – wie in Mannheim die Yavuz Sultan Selim Moschee neben der katholischen Liebfrauenkirche errichtet wurde – oder setzen – wie der evangelische Pfarrer im hessischen Städtchen Stadtallendorf – den ersten Spatenstich für die Grundsteinlegung der dreistöckigen Fatih Camii, deren Namen – ins Deutsche übersetzt – „Eroberer-Moschee“ bedeutet. Wie der Pfarrer, so zumindest ein Teil der Gemeinde: und so lautet eine von vielen vergleichbaren Zeitungsmeldungen: „Als ein Symbol gegenseitiger Toleranz und verständnisvoller Zusammenarbeit feierten Muslime gemeinsam mit Christen die Grundsteinlegung für Essens erste ‚richtige‘ Moschee in Katernberg“2. Gemeinsam freut man sich auch hier – christlicherseits ganz naiv – über die neue Moschee mit Namen Fatih Camii, also „Eroberer-Moschee“3. Da macht ja schon eher das gemeinsame Friedensgebet von Muslimen und Christen anläßlich des 11. September 2001 in der Fatih Camii von Milli Görüs in Gröpelingen/Bremen Sinn.4

Welcher Dialog ist wünschenswert?

Kostenlos für Islamisten und außerordentlich effektiv ist das Eingehen auf das primär, wenn nicht ausschließlich christliche Interesse am Dialog. Das Bedürfnis, christliche Nächstenliebe auf Gedeih und Verderb zu praktizieren, kennzeichnet dabei mehr noch als die vor- und umsichtigeren Katholiken die Protestanten, die – mit Ausnahme weniger Standhafter – ihren Alleinvertretungsanspruch längst aufgegeben haben und der nachrückenden Religion, die sich aufgrund muslimischerseits erhoffter demographischer Verschiebungen durchaus als solche geriert, nicht nur den Platz räumt, sondern diese Entwicklung nach Kräften fördert. Tatsächlich ist der sogenannte Dialog schon zu einem Ritual geworden, das zwar immer weitere Kreise zieht und auch thematisch erweitert wird, letztlich jedoch in Einseitigkeiten erstarrt und unfruchtbar bleibt.5 Dennoch ist Dialog notwendig; nur muß er mit Realismus betrieben werden.

Realistischer Dialog statt Romantik

Die Kirchen üben sich nach wie vor in Verharmlosung. Wer aber den Terrorismus nicht als von der Religion losgelöste, rein politische Agitation betrachtet, der erkennt auch nicht, daß der Islam als meines Wissens einzige Religion auf dieser Welt – wenn auch unter bestimmten Bedingungen – ein positives Verhältnis zu Krieg und zum Glaubenskampf mit der Waffe in der Hand bis hin zum Märtyrertod aufweist.6 Dies und auch die vielfältige und tiefgreifende Spannung islamistischer Ideologie zu unserem Grundgesetz mitsamt den Menschenrechten und anderen rechtlichen Bestimmungen ficht einen beachtenswerten Teil insbesondere der Evangelischen Kirche in Deutschland, der EKD, nicht an. Im folgenden werde ich mich im wesentlichen auf die Protestanten beschränken.

Die offizielle Handreichung der EKD „Zusammenleben mit Muslimen in Deutschland“ endet mit der abschließenden Überlegung, wie man den Verkauf leerstehender Kirchen an Moschee-Vereine der jeweiligen Nachbarschaft dieser Gebäude schmackhaft machen könne.7 Daß es sich bei diesen Moschee-Vereinen u.a. um die vom Verfassungsschutz als verfassungsfeindlich und extremistisch eingestufte anti-jüdische und anti-christliche Islamische Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) handelt,8 irritiert nicht sonderlich; überhaupt hat man insbesondere bei manchen Kirchenvertretern, und nicht nur bei ihnen, das Gefühl, sie verwechselten den Verfassungsschutz mit einer gesetzesfeindlichen Institu­tion.

Pfarrer als Multiplikatoren

Kirchenleute – aber keineswegs nur sie – glauben zudem besonders gerne an die These, in Europa sei ein europäischer Islam im Anmarsch, der säkular und demokratisch sei und die Menschenrechte komplett verinnerlicht habe. Sofern diese Stufe noch nicht ganz erklommen sei, könne man – dies ist kirchlicherseits eine gnadenlose Selbstüberschätzung – in dieser Hinsicht Entwicklungshilfe leisten. 

Zunehmend haben Islami­sten und streng orthodoxe Muslime erkannt, wie wertvoll die Unterstützung von Pfarrern, von etlichen – nicht allen – aktiven oder bereits pensionierten kirchlichen Islambeauftragten und von Vertretern höherer kirchlicher Ämter für sie ist. Daß Pfarrer als hervorragende Multiplikatoren der Akzeptanz des Islam dienen, hat schon der Konvertit und Psychologe Dr. Ibrahim Rüschoff, der das Institut „Islamische Arbeitsgemeinschaft für Sozial- und Erziehungshilfe (IASE)“ ins Leben gerufen hat, in seiner Schrift „Da’wa unter Nicht-Muslimen“ begrüßt;9 „da’wa“ bedeutet „Mission“. Er schreibt: „Neben den Beispielen inhaltlicher Voraussetzungen bietet das Christentum, und hier vor allem die Katholische Kirche, auch strukturelle Bedingungen, die uns die Da’wa erleichtern. Zum einen läßt sich die Lehre gut definieren; man kauft sich einen Katechismus oder eine der (mit kirchlicher Erlaubnis gedruckten) einführenden Schriften und weiß verhältnismäßig schnell woran man ist, denn die grundlegenden Lehren sind hier zusammengefaßt und knapp erläutert. Zum anderen verfügen die meisten Kirchen über eine Hierarchie, die sich besonders auf der unteren Ebene der Pfarrer und Kapläne als Ansprechpartner anbietet, da diese für uns wichtige ‚Multiplikatoren’ sind, die in Vorträgen und von der Kanzel das Bild des Islam nachhaltig beeinflussen können. Außerdem ermöglicht uns diese Hierarchie, etwas ‚Offizielles’ zu einem Sachverhalt zu erlangen.“10 

Die von Vertretern insbesondere der EKD immer wieder eingeforderten Dialog-Runden, die keinerlei Berührungsängste mit verfassungsfeindlichen Organisationen auf islamischer Seite, noch weniger eine kritische Aus­einandersetzung mit diesen erkennen lassen, berufen sich dafür auf die angeblichen Gemeinsamkeiten der drei sogenannten „abrahamitischen Religionen“ (Judentum – Chri­stentum – Islam). Tatsächlich lassen die Islamisten die EKD für sich arbeiten, wobei sie im Rahmen derartiger Diskussionsrunden ihre Klagen über Benachteiligung, Diskriminierung und immer auch ihre Forderungen z.B. nach politischer Gleichbehandlung mit den Kirchen anbringen, so daß die Interessenvertreter der Religionsgemeinschaften ihre Position gegen den säkularen Staat stärken. Ein gemeinsames Interesse ist z.B. der staatliche Religionsunterricht an öffentlichen Schulen. 

Die islamistischen Organisationen nutzen darüber hinaus kirchliche Strukturen und Kontakte, um sich Zugang zu ihnen noch verschlossenen Institutionen zu verschaffen. Das klappt ganz vorzüglich: Das beste Beispiel ist der Vortrag des obersten Repräsentanten der EKD Manfred Kock in der Bonner Geschäftsstelle des von Milli Görüs (IGMG) dominierten Islamrats am 16. September 1999, ein Ereignis, auf das sich Vertreter des Islamrats auf Veranstaltungen zu dessen Legitimation immer wieder berufen. Daß es um den Islamrat mitsamt IGMG derzeit still geworden ist, ist nicht das Verdienst der offiziellen Vertreter des Christentums; in Hamburg werden z.B. nach wie vor mit Hilfe von Theologen in der EKD und in der Universität die Schura11 und ihre Hauptvertreter, die IGMG genauso wie das schiitische Islamische Zentrum Hamburg, weiter gefördert.12

Schalmeienklang oder Kriegstrommel

Wenn der Evangelische Pressedienst epd ausgerechnet auch noch in der Rubrik „Entwicklungspolitik“ den Artikel des engagierten Milli Görü?- und Schura-Funktionärs Mustafa Yolda13 mit dem Titel „Plädoyer für Milli Görüsch“ propagiert,14 fragt man sich verzweifelt, was eigentlich noch alles passieren muß, um diese Leute wachzurütteln. Da ist auch keine Einsicht zu erwarten, wenn sich der hessische Innenminister Volker Bouffier in einer Presseerklärung vom 21. August 2002 zum jüngsten Hessischen Verfassungsschutzbericht über Milli Görüs wie folgt äußert: „Nach außen wird von Toleranz und Dialog gesprochen, nach innen wird gegen Freiheit und Menschenrechte agitiert. Hinter manchem Schalmeienklang, der ertönt, steckt in Wahrheit eine Kriegstrommel.“

Ganz offensichtlich versteht die Pfarrerschaft in ihrer überwiegenden Mehrheit nicht, daß eine Moschee eben kein Pendant zu einer Kirche ist. Die christliche Kirche als sakrales Bauwerk dient ausschließlich religiösen Riten wie Gottesdiensten, Taufen und Eheschließungen. Die Moschee aber ist schon seit Muhammads Zeiten auch der Ort politischen und wirtschaftlichen Agierens, und es ist innerislamisch durchaus umstritten, ob sie überhaupt als „Sakralbau“ gelten kann. In fundamentalistischen Moscheen sind politische Agitationen dementsprechend keine Seltenheit. Dahinter steht das allgemeinislamische Konzept, daß „Staat und Religion“ (dîn wa daula) stets eine unauflösliche Einheit darstellen sollen.

Derzeit hat sich als Hauptvertreter der Muslime in Deutschland der Zentralrat mit dem in Mekka gebürtigen Dr. Nadeem Elyas an der Spitze etabliert, nachdem die IGMG und mit ihr der Islamrat ins Zwielicht geraten sind. Es gibt keine Runde, kein politisches Gespräch, kaum eine kirchliche oder sonstige „Dialog“-Veranstaltung ohne den Zentralrat, keine Gerichtsverhandlung um Kopftuch oder Schächten ohne die persönliche Anwesenheit seines Vorsitzenden Dr. Nadeem Elyas. Herr Elyas, der seine Zugehörigkeit zu den Muslimbrüdern bestreitet, vertritt dabei einen streng wahhabitischen, puri­stischen Islam.

Kirchliches Fehlverhalten

Hierzulande werden derzeit und vorläufig nur die Vorstufen eines stringenten komplexen Systems etabliert.15 Auch wenn ich den Zentralrat nicht als extremistisch bezeichnen möchte, so sind doch unter seinen Mitgliedsvereinigungen Organisationen der Muslimbrüder mitsamt ihrem Dachverband Islamische Gemeinschaft in Deutschland (IGD), die nicht vom Zentralrat getrennt gesehen werden dürfen. Auch der kürzlich verbotene al-Aqsa-Verein ist nicht isoliert zu betrachten.

Ein charakteristisches Beispiel für kirchliches Fehlverhalten ist die meines Erachtens außerordentlich peinliche Bildserie des Islamischen Zentrums Münster, das der Hizb Allah zugehörig ist. Es zeigt im Internet geradezu genüßlich Fotos vom dem ­Besuch eines Pfarrers im Zentrum, die man dazu noch per Mausklick vergrößern kann.16 Diese kleine Serie endet mit einer tiefen Verbeugung des Pfarrers vor dem aufrecht stehenden Imam. Aus dem Begleittext erfährt man, daß der Pfarrer beglückt das Geschenk eines schon immer ­ersehnten Libanonaufenthalts annimmt.17

Die hier angeführten Beispiele sind keine Einzelfälle.18 Da ist der kirchliche Islambeauftragte, der einen Muslim, der eine Zweitehe einging, mit dem Argument verteidigt, er arbeite schließlich sehr gut, aber oft alleine mit seiner Zweitfrau zusammen in einem Büro; nach seinen eigenen religiösen Normen müsse er deshalb auch noch diese Frau heiraten.19
Ein anderer Islambeauftragter verschickte dreigefaltete Neujahrsgrüße; aufgedruckt ist ein Gemälde mit dem Titel „Triptychon“; auf dem einen Altarflügel sind eine Moscheekuppel mit Minarett, ein aufgeschlagener Koran und darüber groß das Wort „Allah“ in arabischer Schrift gemalt, wobei „Allah“ auch bei den arabischsprechenden Christen „Gott“ bedeutet; das Pendant dazu auf der anderen Seite enthält christliche Symbole. Auf dem Evangelischen Kirchentag in Stuttgart im Jahr 1999 war unter den vorgeschlagenen Moscheebesuchen eine Milli Görüs Moschee; in Frankfurt saß Amir Zaidan auf dem Podium des Evangelischen Kirchentags 2001 ausgerechnet zum Thema „Menschenrechte in säkularer Gesellschaft“. Am Palmsonntag 2002 predigte die schiitische Theologin Halima Krausen in der Hamburger Katharinenkirche; von der Kanzel der Hamburger Chri­stuskirche erschallte mehrfach der Gebetsruf. In der Münchner Lukaskirche durfte der Muslimbruder Dr. Ahmad al-Khalifa erklären, Deutschland müsse ein islamischer Staat werden.
In Esslingen referierte eine Pfarrerin mit einer Landkarte im Rücken, die das Osmanische Reich zur Zeit seiner größten Ausdehnung zeigt und Teile Europas einbezieht, darunter der türkischsprachige Text, daß dies wieder zu erreichen keine Utopie sei. Pfarrer schlurfen – bar jeglichen Verständnisses für Symbolik – im Talar und nicht etwa im Anzug auf Socken durch Moscheen. Die Liste ist beliebig zu verlängern.

Durch das Verhalten bestimmter Kirchenvertreter von beachtlichem gesellschaftlichen Einfluß erfahren Muslimbrüder, Milli Görüs, Hizb Allah und eine Reihe von anderen, ebenfalls weltweit vernetzten extremistischen Organisationen zum Nachteil der hier friedlich lebenden integrierten und integrierbaren Muslime eine Aufwertung, die Christen eigentlich nicht mittragen dürften.20

II. Universität

Das andere Feld islamistischer Betätigung, auf das hier einzugehen ist, wird erst seit dem 11. September 2001 ernsthafter wahrgenommen. Sowohl in Europa als auch in islamischen Ländern haben Studentendemonstrationen und -unruhen Revolutionen in Gang gesetzt und Regierungen gestürzt. Studenten hatten bei der 1848er Revolution in Deutschland die Hände im Spiel, bei Aufständen im Osmanischen Reich, bei Revolten in Ägypten, Iran oder Indonesien, Korea oder China: Viele Länder haben Veränderungen erfahren, insbesondere durch studentischen Idealismus, die Todesbereitschaft und den Mut – ich denke hierzulande auch an die Weiße Rose. So ist es kein Wunder, daß gerade die Universitäten zunehmend in das Visier der Islamisten geraten. Sie finden hier ein Feld vor, das – selbst mit der bei Studierenden sehr verhaßten Rasterfahndung – kaum kontrollierbar ist.

Wie viele Muslime derzeit in Deutschland studieren, ist unklar.21 Viele von ihnen werden wieder in ihre Heimatländer zurückkehren. Manche Studierende sind nur für ein oder zwei Stipendienjahre in Deutschland. Deutsche Muslime – darunter solche, die die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen haben – sind aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht erfaßt. Dasselbe gilt auch für Dozenten.

Islamistische Aktivitäten

Da es meines Wissens bislang keine empirischen Studien zu den Aktivitäten von Islamisten an deutschen Hochschulen gibt, muß ich mich im folgenden auf vereinzelte Beobachtungen stützen, die sich aber meiner Meinung nach zu einem erkennbaren Muster zusammenfügen.

Es gibt zwei Gründe, warum Hochschulen für Islami­sten interessant sind: einmal als Ausbildungsstätten für ihre Führungskader und zum anderen zur Einflußnahme auf die Studierenden, insbesondere auf die muslimischen Studierenden, und gegebenenfalls zu deren Anwerbung. Der Run von Islamisten auf die westlichen Universitäten zu Ausbildungszwecken ist beachtlich.22 Sie finden ohnedies unter den muslimischen Intellektuellen besonderen Rückhalt, und längst haben auch dem Westen feindlich gesonnene Muslime erkannt, daß sie dort die bessere wissenschaftliche Ausbildung erhalten, dazu – was Deutschland betrifft – noch zum Billigtarif. Bemerkenswert ist, daß sie – selbstverständlich außer der christlichen Theologie – grundsätzlich jedes Fach, sogar die ansonsten verpönte Philosophie, studieren. Natürlich haben sie Präferenzen wie Jura, Islamwissenschaft, Betriebswissenschaft oder Technik-Sparten. Es geht ihnen dabei um die Schaffung von Führungskadern auf allen Gebieten. Es müssen nicht immer militante Handlungen nachzuweisen sein; man kann auch indoktrinierend wie fachlich qualifiziert die Basis dafür vorbereiten.

Zunächst einmal ist festzustellen, daß es Lehrveranstaltungen, z.B. Seminare, gibt, die gezielt von islamischen Fundamentalisten besucht und dann teils auch dominiert werden. Beabsichtigt ist dabei, die Seminare in ihrem Sinne zu steuern und ihr eigenes Islam-Verständnis, das meist fundamentalistischer Prägung ist, durchzudrücken. Es kann kein Zweifel daran bestehen, daß diese Vorgehensweise gesteuert ist, von wem auch immer.
Manches ist einfach auch eine Sache des Prestiges. Wenn die Milli Görüs zuzuordnende „Gesellschaft Muslimischer Sozial- und Geisteswissenschaftler“ (GMSG) in der Gesamthochschule Kassel tagen kann, wo sie am 26./27. Januar 2002 ihre Jahrestagung durchgeführt hat, so wird einfach ein solches Faktum schon zum Prestigegewinn.23 Auch der Islamrat hat – um nur noch ihn anzuführen – universitäre Ambitionen.24

Unter den Gruppierungen, die in den Universitäten aktiv sind, finden sich die türkischen Nurcus, Süleymancqs und Fethullahqs, Milli-Görüs-Anhänger, Muslimbrüder mitsamt den Anhängern der Hamas, die in Deutschland von Muslimbrüdern gegründet worden und als „Islamischer Bund Palästina“ tätig ist, oder die Hizb ut-Tahrir („Befreiungspartei“), um nur einige zu nennen. Manche haben sich in studentischen Vereinigungen zusammengetan. Es gibt auch die erste „isla­mische Hochschulzeitschrift Dunya“, die anfangs unabhängig arbeiten wollte, aber inzwischen in die Hände von Milli Görüs geraten sein soll.

„Blutiges Palästina“

Eine der aktivsten Islami­sten-Organisationen ist die Hizb ut-Tahrir. Sie wird etwa seit 1997 – von Österreich ausgehend – hier in Deutschland aufgebaut.25 Ihr europäisches Hauptquartier ist in London, einer Stadt, in der die Fäden vieler Organisationen zusammenlaufen. Die ­Hizb ut-Tahrir bildet insbesondere an unseren Hochschulen Kleinsteinheiten von 2-5 Personen. Die Arabistin und stellvertretende Chefredakteurin Claudia Dantschke hat in ihrem tapferen Berliner Zwei-Mann-Sender AYPA-TV den Sprecher der libanesischen Hizb ut-Tahrir, Shaker Assem, am 31. Mai 2002 in der TU Berlin interviewt nach einer Veranstaltung unter dem Titel „Blutiges Palästina, das heilige Land unter Aggres­sion“. Diese Veranstaltung hatte die an der Technischen Universität Berlin eingetragene Hochschulgruppe Aqida (Glaubenslehre) organisiert, die als Zelle der Hizb ut-Tahrir an der TU angesehen werden kann. An ihr nahmen etwa 100 Muslime und 40 Musliminnen teil. Das hervorragend geführte Interview räumt mit den Gerüchten auf, diese in fast allen islamischen Ländern verbotene Organisation sei nicht militant. Es läßt keinen Zweifel daran, daß politische Ziele – nämlich die Wiedereinführung des Kalifats für die gesamte muslimische Glaubensgemeinschaft – genauso angestrebt werden wie die Vernichtung der Juden, wobei sich Shaker Assem auf Sure 2 Vers 191 berief: „Und tötet sie, wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben“. Der Bezug auf Palästina ist eindeutig. Die Schuld an der Ermordung jüdischer Kinder schob er deren Eltern zu, weil sie für die Situation in Palästina verantwortlich seien.26 Die deutschsprachige Zeitschrift „Explizit“ der Hizb ut-Tahrir ist genauso anti-christlich wie anti-westlich und anti-säkular, mit ihren Haßtiraden für west­liche Leser kaum genießbar und dennoch offenbar faszinierend für einen Teil doch vorgeblich intelligenter Studierender, die die Hauptansprechpartner dieser schwer faßbaren Organisation sind. Im Internet finden sich übrigens viele Informationen der Hizb ut-Tahrir selbst.27

Extremistische Verbindungen ...

Eine literarische Großoffensive hat Adnan Oktar unter dem Pseudonym Harun Yahya gestartet; seine Zuordnung zu einer bestimmten Gruppierung ist mir nicht möglich. Er ist in allen einschlägigen Links, auch in denen islamischer Studentenvereine, zu finden. Seine attraktiv aufgemachten Bücher zu einem dem Koran buchstabengetreu verpflichteten Islam verschickte der Holocaustleugner im Viererpack an Kultusministerien und Professoren und vermutlich auch an weitere Kreise. Seine Bücher liegen z.B. in Fachschaften verschiedener Fachbereiche an der Marburger Universität aus. Wie sie dort hingekommen sind, weiß niemand. Woher die Unsummen für diesen und vergleichbaren Aufwand kommen, ist auch nicht bekannt.

... weit verzweigtes Netzwerk ...

In Marburg befindet sich auch der Verlag des „Muslim Studenten Vereins (MSV)“, dem Ibrahim Farouk El-Zayat vorsteht, ein vielseitiger und mächtiger Mann, der gleichzeitig die EMUG („Europäische Moscheebau und -unterstützungs Gesellschaft“ e.V.), die Vermögensverwaltung von Milli Görüs, leitet, sich in der „Islamic Relief – Humanitäre Organisation in Deutschland“ als Gründungs- und Vorstandsmitglied engagiert sowie in der „World Assembly of Muslim Youth“ (WAMY) mit Hauptsitz im saudiarabischen Riad. Ferner ist er seit Februar 2002 Präsident der „Islamischen Gemeinschaft in Deutschland“ (IGD), die den Muslimbrüdern zugeordnet wird. Den Vorsitz bei der vorhin erwähnten „Gesellschaft Muslimischer Sozial- und Geisteswissenschaftler“ (GMSG) hat er abgetreten, blieb aber Vorstandsmitglied. Nach wie vor ist er Leiter der Abteilung „Youth & Student“ der FIOE, „Federation of Islamic Organisation in Europe“, eines Dachverbandes mit Sitz in London, in dem sich auch andere bedeutende Muslimbrüder wiederfinden. Er ist tätig als Geschäftsführer der „SLM Liegenschaftsmanagment-Gesellschaft für Finanzvermittlung und Consulting m.b.H.. Ibrahim El-Zayat hat Einfluß sowohl über MSV und IGD im Zentralrat als auch über die EMUG und GMSG im Islamrat; dazu kommen die verwandtschaftlichen Aktivitäten und Bindungen zwischen dem El-Zayat- und dem Erbakan-Clan. Der scheinbare Widerspruch von Zusammenarbeit zwischen Islamrat/Milli Görüs und Zentralrat macht Sinn, wenn man von nationalen Interessen abrückt und gemeinsam eine neue Identität als europäische Umma aufbauen will, die selbstverständlich in dem internationalen Geflecht des Islamismus ihren Platz einnehmen soll.

... und publizistische Großoffensive

Zurück nach Marburg: Auch wenn Zusammenhänge mit den verfassungsschutz-­relevanten Muslimbrüdern grundsätzlich und von allen Betroffenen geleugnet werden, so muß man die Marburger Moschee dennoch den ägyptischen Muslimbrüdern und dem Islamischen Zentrum München zuordnen. Zudem wurde im Mai 2001 die Islamische Schule Marburg gegründet, eine Art bessere Koran-Schule, die personell unabhängig ist, aber doch engstens mit der Moschee zusammenhängt. In demselben Gebäude, in dem auch die Gebetsstätte untergebracht ist, werden die Bücher bedeutender Muslimbrüder verlegt wie die von Said Ramadan, dem Schwiegersohn des Begründers der Muslimbrüder Hasan al-Banna, mit seiner Dissertation über die Scharia, und  vom Enkel Hasan al-Bannas, Professor Tariq Ramadan.28 Dessen 2001 in deutscher Sprache erschienenes Werk „Muslimsein in Europa“ haben zumindest etliche Reli­gions- und Islamwissenschaftler zugeschickt bekommen. Dieses Buch, das offensichtlich selbst kluge Köpfe betört,29 zeigt wenig Bewegung in Richtung „Europäischer Islam“ und ist – genau betrachtet – das Werk eines Hard­liners, der allerdings ganz eindeutig eines ideologisch will: eine Europa überspannende, Europa-verträgliche, aber nicht angepaßte Umma mit Scharia. Seine Definition ­eines gestatteten „gerechten Kriegs“ in diesem Buch ist bemerkenswert.30

Für zumindest zwei muslimische Lehrbeauftragte an Universitäten zählt der Muslimbruder Dr. Yusuf al-Qaradawi zu den bedeutendsten „Reformern“ der Gegenwart. Wie mir glaubhaft versichert wurde, hat Qaradawi in Doha in Qatar anläßlich einer Vortragsdiskussion auf die Frage, was er von Selbstmordattentäterinnen halte, geantwortet, diese Frauen seien Heldinnen und Märtyrerinnen. Das deckt sich auch mit seiner Zustimmung zu dem Einsatz lebender Bomben in Palästina.31
Auch die Muslimbrüder ­arbeiten am effektivsten in kleinen Zellen,32 allerdings auch in Vereinigungen. Unter anderem sollen ihnen – ich kann dies nur als Information aus zweiter Hand weitergeben, die aber aus üblicherweise verläßlicher Quelle stammt – die „Islamische Gemeinschaft an der TU Darmstadt“ und die „Islamische Gemeinschaft“ an der Universität Frankfurt a. M. zuzurechnen sein. Zu den islamistischen Vereinigungen, die im Internet zu finden sind, gehört auch der Islamische Studentenbund Essen. Die Links führen zu Harun Yahya und zu www.IslamZine.com und schließlich darüber zum „Protokoll der Weisen von Zion“, einer der schlimmsten anti-jüdischen Schriften. Der Islamische Studentenbund Essen ist dem Islamischen Zentrum Aachen und damit mit den Muslimbrüdern verbunden. Das Islamische Zentrum Aachen ist Mitglied im Zentralrat. Auch der Islamische Studentenverein Erlangen-Nürnberg hat eine Homepage im Internet, die zu dem 2002 verbotenen al-Aqsa e.V. führt.

Viele der bekannten Namen von Muslimbrüdern finden sich in der Dachorganisation FIOE wieder. Die internationalen Vernetzungen führen – oft über Großbritannien – dann in die verschiedenen islamischen Länder und zu entsprechenden internationalen Organisationen.

Islamismus beginnt im Kopf 

An einer Zusammenarbeit mit Universitäten zeigen Islamisten immer wieder Interesse. Ein Sonderfall und Problem-Kandidat, der den Studierenden seit Jahren und auch wieder im Winterseme­ster 2002/2003 als Lehrbeauftragter im Fachbereich Evangelische Theologie an der Universität Frankfurt den heftigsten Islam vermitteln darf, ist der syrische Muslimbruder Amir Zaidan, der in islamisch geschlossener Zweitehe mit einer Deutschstämmigen verheiratet ist. Als ehemaliger Vorsitzender der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen (IRH) hat er Aufsehen erregt durch die von ihm unterzeichnete sogenannte Kamel-Fatwa, die Mädchen und Frauen nur 81 km-Reisen ohne Begleitung eines männlichen, nahen Verwandten gestattet,33 weil die Frauen in Deutschland – wie er auf dem Evangelischen Kirchentag 2001 erklärte – bei allem, was an Kilometern darüber hinaus geht, Gefahr laufen, vergewaltigt zu werden. Seine Islamologischen Institute in Frankfurt, Berlin, München und Köln bilden in diesem Sinne künftige islamische Religionslehrer und Theologen auch in Fragen der Scharia aus, wobei man sich fragen muß, welchem Ziel dies in Deutschland dienen soll. Zaidans Buch „Al-`Aqida“34 ist mitsamt seinen anti-christlichen Inhalten ein Verkaufsschlager und wird ebenso vom Zentralrat wie von Milli Görüs und von Islamischen Studentenvereinen angepriesen. 35

Die Muslimbrüder sind derzeit die geistigen Wegbereiter eines angeblichen Europa-­Islam, de facto jedoch eines Islam, der zwar versucht, die Gegenwart mit dem Koran und der Sunna in Einklang zu bringen, keineswegs aber Demokratie und säkulare Staatsform akzeptiert, sondern allenfalls deren Strukturen temporär ausnutzt. Islamistischer Aktivismus fängt im Kopf an, und es wäre sträflicher Leichtsinn, wollte man die geistigen Urheber einer Ideologie, auf deren Boden militanter Extremismus wachsen kann, sowie diejenigen, die ihnen folgen, nicht in den Blick nehmen.

Anmerkungen

1 Folgender Vortrag wurde am 3. September 2002 gehalten und aufgrund der Diskussionsbeiträge ergänzt.

2 Als ein Beispiel vgl. die NRZ vom 3. November 1997.

3 Hier wird der Bezug hergestellt zur Eroberung von Byzanz durch Sultan Mehmed II., den Eroberer, im Jahre 1453, die das Ende des oströmischen Reichs und damit des Orientchristentums  besiegelte. Dieselbe Symbolkraft hat die Bezeichnung „Ayasofya  Camii“ („Hagia  Sophia Moschee“). Vgl. dazu Ursula Spuler-Stegemann: Muslime in Deutschland, 3. aktualisierte Auflage, Freiburg 2002, S. 156-158.

4 Dazu www.fatih-moschee.de.abgerufen am 20.9.2002.

5 Dazu Bassam Tibi: Selig sind die Belogenen, in „Die Zeit“ 23/2002; ferner: Die halbierte Aufklärung. Ein Gespräch mit Wilhelm Heitmeyer, geführt von Eberhard Seidel, in: Alice Schwarzer (Hrsg.): Die Gotteskrieger und die falsche Toleranz. Köln 2002, S. 125f.

6 Siehe dazu z.B. U. Spuler-Stegemann: Auch wenn es den Heiden zuwider ist, in „Zeitzeichen“ 2/2002, S. 34-37; in ausführlicherer Version: Gerechter Friede! Gerechter Krieg? Krieg und Frieden im Islam, in M. Hofheinz / G. Plasger (Hrsg.): Ernstfall Frieden. Biblisch-theologische Perspektiven. Wuppertal 2002, S. 75-83.

7 Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland: Zusammenleben mit Muslimen in Deutschland. Gestaltung der Begegnung mit Muslimen. Gütersloh 2000, S. 116f.

8 Siehe dazu u.a. den Pressebericht des Hessischen Innenministeriums über den Hessischen Verfassungsschutzbericht 2002 vom 21. August 2002.

9 S. Ibrahim Rüschoff: Da`wa unter Nichtmuslimen. Schriftenreihe des Islamischen Zentrums München Nr. 11/1983. Diese Schrift wird bis heute vertrieben.

10 Ebd. S. 9f; Hervorhebungen sind hinzugefügt.

11 Bemerkung d. Hrsg: Schura - Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg e.V. In ihr vertreten sind ca. 50 muslimische Gemeinschaften und Vereine, sowohl sunnitische als auch schiitische Muslime unterschiedlichster Herkunft: Türken, Iraner, Deutsche, Afrikaner, Araber, Afghanen, Albaner, Bos­nier, Kurden, Pakistaner u.a.

12 Siehe dazu z.B. die Zusammenarbeit in puncto Religionsunterricht unter Preisgabe christlicher Positionen www.google.de/search, abgerufen am 20.9.2002. Evident ist die Verbindung zwischen Schura, dem Pädagogisch-Theologischen  Institut Hamburg (pti) und dem 2002 gegründeten Islamischen Wissenschafts- und Bildungsinstitut Hamburg (IWB) der Merkez Camii, der Zentrum Moschee, in der Hamburger Böckmannstraße (IGMG), das Fortbildungsseminare für „Imame, Pastoren/Pfarrer (sic!), LehrerInnen und KindergärtnerInnen“ anbietet unter lbs.hh.schule.de, abgerufen am 22.9.2002.

13 Bemerkenswert der Artikel zur Person wie auch zur Einschätzung der Lage, insbesondere in Hamburg, von Ian Johnson: Lingering Muslim Extremism Perplexes Tolerant Germany. Nazi History Inhibits Debate About Men Living on the Dole and Cheering Jihad, in: Wall Street Journal vom 20. September 2002, unter wsjclassroomedition.com 

14 epd 9/10 2002, S. 63-66. Wichtig dazu der kritische Leserbrief von Hildegard Becker in epd-Entwicklungspolitik 13/14/2002, vom 16. Juli 2002.

15 Wer sich die von Mekka herausgegebenen Fatwas zum Verhältnis der Muslime zu den Christen aus dem Internet holt, erfährt dort, daß alles, was nicht direkt die fünf Säulen des Islam (Glaubensbekenntnis, rituelles Gebet, Fasten im Monat Ramadan, Sozialabgabe und Pilgerfahrt) tangiert, gestattet ist unter der Voraussetzung, daß man den Islam in gewinnender Weise darstellen und fördern kann, z.B. um die Konversion zum Islam zu erreichen.

16 Zu finden unter homepages.compuserve.de/fatimeversammlg/, „Pfarrerbesuch im Zentrum“ abgerufen am 2. 9. 2002.

17 Den Hinweis auf diese Bilder verdanke ich Herrn Dr. Herbert L. Müller.

18 Dieser Absatz, der in den Vortragstext sekundär eingefügt worden ist, scheint mir aufgrund einiger Reaktionen erforderlich zu sein.

19 Offenbar steht er nicht alleine da; siehe Doris Wiese-Gutheil: „Naivität deutscher Gutmenschen“. Predigt bei evangelischem GoSpecial-Gottesdienst rechtfertigt Kopftuchzwang und Vielweiberei, in: Wiesbadener Kurier vom 11.9.2002.

20 Das gilt auch dann, wenn die Unterstützung der Kirche für Moscheebauten von an und für sich progressiven Muslimen wie der Chérifa Magdi öffentlich gefordert wird; vgl. die Diskussionssendung über den Ahmadiyya-Moscheebau in Niederzissen in HR 3 oder die Junge Union Duisburg www.ju-duisburg.de, vom 17.12.2000, abgelesen am 20. Juli 2002.

21 Von 50.000 muslimischen Studierenden ist zu lesen in: Islamisten an der Ruhr? Märzausgabe 2002 von transfer-ruhr www.transfer-ruhr.de, abgelesen am 1. September 2002. Auch ist von 20.000 Studierenden türkischer Herkunft die Rede. Doch sind diese Zahlenangaben unzuverlässig.

22 Auf die zahlreichen Angebote diverser, überwiegend islamistischer Gruppierungen wie z.B. des 2002 gegründeten ­„Islamisches Aktions-Zentrum Hessen“, den Kindern an den Schulen authentisch über den Islam berichten (und dabei Mission betreiben) zu wollen, kann ich an dieser Stelle nicht eingehen.

23 Bemerkenswert sind die Hinweise der GMSG auf Stellen in der Universität, im Auswärtigen Amt etc. unter www.gmsg.de/STELLENMARKT/stellenmarkt.html, abgerufen am 20.9.2002.

24 Der Islamrat – und hinter ihm soll die libysche Islamic Call Society mit ihren Geldern gestanden haben – hat in Erfurt zusammen mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die nichts von den Hintergründen gewußt haben dürfte, im Jahr 2001 den Workshop „Muslimische Minderheitsgesellschaften in Europa“ mitfinanziert. Er soll aber inhaltlich keinen Einfluß ausgeübt haben, was über die tiefergehenden Absichten hinwegtäuschen mag.

25 Diese Angabe beruht auf Aussagen eines führenden Hizb ut-Tahrir-Aktivisten mit Sitz in Wien, mit dem ich auf der Frankfurter Buchmesse im Jahr 1997 sprach.

26 Weitere Informationen werden zu finden sein in: C. Dantschke: Diskursbulletin des ZDK Berlin (Zentrum Demokratische Kultur Berlin): Rechtsextreme Diskurse zur Globalisierung, Nation und Migration, Ende Oktober/Anfang November 2002 im Klett-Verlag.

27 Unter www.khilafah.com; www.explizit-islam.de/seiten/start.html ; www.hilafet.com www.khilafah.com/home/lographics/category.php; alle abgerufen am 8.9.2002. www.barmherzigkeit.ch/leseproben.htm bringt einen Text von Shaker Assem mit links zum Muslim-Markt und www.ramadhan.org , u.a.

28 Knapp und präzise dazu Herbert Landolin Müller: Islamische Organisationen - eine Herausforderung an die Demokratie? In: Katholische Arbeitsgruppe „Neue religiöse Bewegungen“ und Migratio, Kommission der Schweizer Bischofskonferenz für Migratio (Hrsg.): Islam in der Schweiz. Islamische Vielfalt. Möglichkeiten und Grenzen des Dialoges. Zürich 2002, S.12-15.

29 Siehe z.B. Christian W. Troll SJ: Islamische Stimmen zum gesellschaftlichen Pluralismus, in: Katholische Akademie in Berlin/Chr. Troll (Hrsg.): Der Europäische Islam. Eine reale Perspektive? (Schriften zum Dialog der Religionen, 2) Berlin 2001, S. 83-90.

30 Tariq Ramadan: Muslimsein in Europa. Untersuchungen der islamischen Quellen im europäischen Kontext. Köln 2001, S. 203ff und insbesondere S. 215ff.

31 Dazu Ursula Spuler-Stegemann: Gerechter Friede – Gerechter Krieg?, zitiert in Anm. 5.

32 Siehe dazu Peter Heine: Die Rolle von Imam und Organisation im Islam, in: Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (Hrsg.): Der Bürger im Staat 4/200: Islam in Deutschland, S. 198.

33 Siehe dazu Ahmet S `enyurt: Bei Kilometer 82 endet die Freiheit, in: „taz“ vom 13. Juli 2000.

34 1997 (Muslim Studenten Vereinigung in Deutschland e.V.) Marburg 1997; Offenbach 1999.

35 Es wurde auch in der „Milli Gazete“ abgedruckt. Die Frage, wer den neuen Lehrstuhl für islamische Theologie in Münster besetzen wird, war zum Zeitpunkt des Vortrags noch off

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