Das Geschenk deines Seins

Das Geschenk deines Seins

Unterwegs zu Männlichkeit und Weiblichkeit. Eine Entdeckungsreise

von Leanne Payne

Gott ist immer bei uns. Seine Gegenwart leitet uns, selbst wenn er Engel senden muss mit der Botschaft, die wir brauchen. Wir sehen das im Alten Testament, aber seit Pfingsten ist uns seine Gegenwart viel zugänglicher geworden. Die Kirche hatte lange Schwierigkeiten, Gottes wirkliche Anwesenheit, seine "Realpräsenz" und seine göttliche Energie und Kraft anzuerkennen. Damit hat sie auch die Autorität nicht erkannt, die uns zukommt, wenn wir in seiner Gegenwart leben. Dieses Konzept ist also den meisten Christen genauso fremd wie dem weltlichen, unbekehrten Menschen.

Spaltung von Tun und Sein

In den letzten Jahrhunderten haben wir versucht, durch intellektuelles Wissen über Gott den Wandel im Geist zu ersetzen. Um mit dem Leben im Geist zu beginnen, wie Paulus uns in der Schrift ermahnt, müssen wir zuerst von dieser Einstellung geheilt werden. Denn wir brauchen beides. Wir brauchen die Erkenntnis dessen, wer Gott ist, aber wir können das nur richtig erfassen, wenn wir auch das Leben mit ihm kennen. Aus dieser Kopflastigkeit, diesem Intellektualismus heraus haben wir das Gut der gottgeschenkten Vernunft verloren - man muß nur einen Blick in die modernen Universitäten werfen, um das festzustellen. Im 19. und 20. Jahrhundert hatte sich dies zu einer dramatischen Fehlhaltung entwickelt. Wir können nur noch über das Sein nachdenken und diskutieren, aber wir können nicht mehr sein. Damit verläuft eine Spaltung zwischen Kopf und Herz, zwischen Tun und Sein. Wir handeln, denken, schaffen, aber wir haben das Verwurzeltsein im eigentlichen Seinkönnen verloren. Wir haben den Zugang zu dem intuitiven, imaginativen, heilenden Verstand verloren. Und in unserer Zeit haben wir auch die objektive Realität verloren. Wir sind anfällig geworden für die schlimmsten Formen des Subjektivismus.

Der ganze Kosmos, ja die ganze Schöpfung ist reduziert worden auf eine psychische Dimension, ein inneres Gefühl. Damit ist viel von ihrer Bedeutung verlorengegangen. Früher blickten die Menschen empor und priesen Gott für die Sonne, den Mond und die Sterne. Sie wussten, dass sie weitaus mehr waren als die Summe ihrer chemischen Bestandteile. Sie reduzierten auch die Tiere nicht auf ihren Nützlichkeitsaspekt und ihre "Verwertbarkeit".

Man sieht also: Zuerst haben wir den Kosmos seines Sinns entleert und dann haben wir dasselbe mit unserer eigenen Seele getan.

Seit Descartes wird die Seele als das abstrakte, denkende Ich verstanden. Sie ist damit aber von ihren spirituellen, emotionalen, intuitiven und imaginativen Eigenschaften abgeschnitten, also all jenen Fähigkeiten, mittels derer wir Gott wahrnehmen und mit Ihm kommunizieren. Das sind zudem auch die Eigenschaften, aus denen heraus wir auf rechte Weise die Beziehung zu unseren Mitmenschen leben, Mitgefühl empfinden und auch uns selbst wahrnehmen. Auch wir Christen haben, im Einklang mit unserer materialistischen Kultur, die Seele auf ihre Denkfähigkeit reduziert. Wir können nicht mehr aufblicken und die Großartigkeit alles Geschaffenen bestaunen und lieben. Indem wir etwas lieben, kommt es in uns hinein, wird zum Teil von uns selbst. Dadurch werden wir "größer", wir wachsen.

Die Folgen

Eine Spaltung zwischen Tun und Sein führt zu einem ruhelosen Aktivismus auf der einen Seite und einer lähmenden Passivität auf der anderen. Der ruhelose Aktivismus ist eine Ausdrucksform des ungeheilten Maskulinen. Die lähmende Passivität ist das ungeheilte Feminine. Menschen leiden in unterschiedlichem Ausmaß daran. Man kann das auch als eine Störung der eigenen Geschlechtlichkeit beschreiben. Die Spaltung entsteht zwischen der Fähigkeit zu agieren, der Kraft zum Handeln, zum Gestalten, zum Überwinden von Schwierigkeiten. Das sind alles Eigenschaften, die traditionellerweise mit dem Maskulinen verbunden werden.

Auf der anderen Seite steht das Feminine. Hier handelt es sich um die Fähigkeit, sich auf Gott und andere einzulassen und zu reagieren. Es umfaßt die intuitiven Formen des Erkennens; Lieben, Verbundenheit und Fürsorge  werden traditionell mit dem Femininen verbunden. Somit brauchen wir alle eine Wiederherstellung der Polarität und Komplementarität des Maskulinen und Femininen, von Mann und Frau.

Balance ist wichtig

Die Frau hat die Fähigkeit zu gebären, Leben hervorzubringen. "... nur auf den Gipfeln künstlerischen Schaffens - bestimmte Aspekte der Philosophie und der Wissenschaften eingeschlossen - nähert sich der Mann der Ebene weiblichen Schöpfertums: der Mutterschaft." Bei der weitverbreiteten "Flucht vor dem Weib(lichen)" (Karl Stern 1968) ist allerdings diese schöpferische Fähigkeit verachtet worden. In den letzten Jahren wurden Frauen dieser Erfahrung beraubt. Eine schreckliche Folge ist die Abtreibung, bei der die Frau ihre wahre Femininität tötet. Es ist sehr viel schwieriger, für Frauen um Heilung zu beten als für Männer, die von ihrer maskulinen Seite abgetrennt sind, weil wir schon seit einigen Jahrhunderten vor der intuitiven, imaginativen, emotionalen Vernunft davongelaufen sind.

Die Kluft in der modernen Seele verläuft zwischen dem Wissen über die Wahrheit und der Erfahrung der Wahrheit als eines lebendigen inneren Prozesses. Diese Kluft tut sich auf zwischen Subjekt und Objekt, Geschöpf und Schöpfer, dem Kind Gottes und dem Vater. Der Schlüssel zur Heilung dieser Kluft liegt im Gehorsam gegenüber Gott. Gehorsam im Angesicht dessen, der uns beim Namen nennt, des Einzigen, der mir sagen kann, wer ich bin. Und es ist erstaunlich, wie oft allein das (An-)Erkennen dieses Ungleichgewichts in der eigenen Persönlichkeit der Schlüssel zur Heilung ist. Bei der Heilung kommen wir an den Punkt, wo wir wieder in der Lage sind, die ganze Seele in den Blick zu nehmen und uns über sie zu freuen. Erst dann bekommen wir auch wieder Zugang zu dem wahren Wissen um das Maskuline und Feminine. Eine Seele, die in der Lage ist, zu fühlen, zu imaginieren (also Bilder, Symbole und andere innere Vorstellungen zu haben) und intuitiv Dinge zu erfassen, kann auch wieder Gott hören und auf ihn antworten, so wie wir das in der Schrift sehen.

Personsein ist das Ziel

Hörendes Gebet ist von höchster Wichtigkeit, wenn wir wirklich Person werden wollen, wenn wir unsere Persönlichkeit integrieren wollen. "Personsein ist nicht unser Ausgangspunkt, sondern unser Ziel." (C.S. Lewis) Wir müssen also erst Person werden. Wenn wir in die Welt kommen, sind wir zwar voll und ganz Mensch, aber wir wissen noch nicht einmal, dass wir von unserer Mutter getrennt sind. Die Liebe, die uns aus ihren Augen entgegenleuchtet, wird, wie Dr. Frank Lake sagt, zur "Nabelschnur, mittels derer wir langsam zu erkennen beginnen, dass wir ein von ihr getrennter Mensch sind."

Man hat in den unterschiedlichsten Kulturen festgestellt, dass Mütter nach der Geburt immer dasselbe tun, wenn man ihnen ihr Kind gibt: sie legen es intuitiv an die Brust. So hört es erneut den Herzschlag, den es neun Monate lang gehört hat. Und dann berührt die Mutter zärtlich seine Wange und baut so eine tiefe Bindung zum Baby auf. Als meine Tochter vor fünfzig Jahren geboren wurde, wurden die Kinder den Müttern noch weggenommen; die Mütter durften sie eine Woche lang nicht sehen. Die Babies bekamen die Flasche. Diese Zeit, in der das Kind von der Mutter getrennt war, ist für einen Säugling mit der Erfahrung von völliger Verzweiflung verbunden. Die hohe Zahl psychischer Erkrankungen in den USA ist ein meiner Meinung nach direktes Ergebnis dieser schlimmen Geburtsmethoden. Und dies ist wiederum ein Ausdruck dafür, wie weit sich der maskuline wissenschaftliche Verstand von der femininen Intuition entfernt hat.

Wenn es in den ersten Wochen zu einer guten Mutterbindung kommt, lernen wir uns allmählich als eigenständige Wesen erkennen. Dieser Prozess zieht sich dann bis in die Pubertät hinein durch. Wenn dabei alles gut geht, entwickeln wir uns weg von der Mutter und lösen uns vollständig von ihr ab. Der Vater spielt hier eine ganz entscheidende Rolle. Wenn beide Eltern in einer tiefen Verbundenheit leben und sich in ihrer unterschiedlichen Weise ergänzen, entwickelt das Baby eine tiefe Zuversicht.

Vom Segen des Dialogs

Menschen sind dialogische Wesen, wir leben aus dem Sprechen. Durch den Dialog mit anderen werden wir ins Leben gerufen. Unser erstes Gegenüber, unsere ersten Dialogpartner, sind unsere Eltern.

Es gibt keinen größeren Segen im Leben, als einen beständigen, guten Dialog. Es lohnt sich, darüber nachzudenken: Wer ist mein Gegenüber? Wer ist mein Partner? Ich habe erlebt, wie Menschen bei dieser Frage in Tränen ausgebrochen sind. Sie haben nicht nur heute keinen guten Dialogpartner, sondern konnten sich auch an keinen früheren erinnern. Das erfordert viel Heilung, gerade wenn wir aus dysfunktionalen Familien kommen, in denen es nur einen destruktiven Dialog gab. Gute Dialogpartner sind ein echtes Gegenüber und rufen uns ins Leben hinein.

Meine Mutter war während der großen Wirtschaftskrise in den USA Witwe geworden. Sie war klein und hatte als Kind ein schweres rheumatisches Herzfieber gehabt. Nach dem frühen Tod meines Vaters mußte sie sich allein um den Lebensunterhalt kümmern. Sie hatte bei weitem nicht so viel Zeit für uns, wie wir es uns gewünscht hätten, aber jeden Abend bei Tisch sprach Mutter von großen Dingen. Es gab nichts, das zu groß oder zu klein gewesen wäre, über das wir nicht hätten reden können. Wir konnten zu allem Fragen stellen. Und es ergab sich immer ein gutes Gespräch. Meine Mutter wusste, dass sie es ohne Jesus nie schaffen würde. Ihr Glaube ruhte voll und ganz in Ihm. So wuchs ich auf mit einer außerordentlich kostbaren Dialogpartnerin. Das männliche Gegenüber fehlte allerdings. Als ich älter wurde, schenkte Gott mir weitere großartige Dialogpartner, die ich in Schriftstellern, Professoren, Pastoren fand.

Zur Identifikation mit dem eigenen Geschlecht kommt es, wenn man in einem gesunden Dialog und Gegenüber mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil lebt. So wie jedes Baby, das eine gute Mutterbindung eingegangen ist, in ihren Armen mit seiner femininen Seite in Kontakt kommt, so braucht es von Anfang an auch das maskuline Gegenüber des Vaters. Ein männlicher Säugling weiß bereits im Alter von sechs Monaten, dass er ein anderes Wesen ist als die Mutter. Die Anwesenheit des Vaters ist für diesen ersten Ablösungsprozess von großer Wichtigkeit, ganz besonders natürlich für einen Jungen. Der kleine Junge braucht den Vater ganz dringend. Den Geruch, die Berührung, die ganze Art des Maskulinen - das alles saugt das Baby in sich auf. Das geschieht aber nicht, wenn der Vater das wahre Feminine in sich abgespalten hat. Dann wagt er sich gar nicht in die Nähe des Babys, fühlt sich in seiner Gegenwart nicht wohl.

Umgekehrt spüren die Tochter oder der Sohn sehr genau, wenn die Mutter ihre wahren maskulinen Eigenschaften abgespalten hat. Oft fangen sie an, die Mutter zu verachten, wenn sie sich vom Vater und von anderen ausnutzen lässt - egal wie liebevoll sie sonst ist. Kinder wollen eine Mutter, die auch für sich selbst einsteht, auf die sie stolz sein können, die sie sich zum Vorbild nehmen können.

Ursache für den Mangel

Der Mangel in Bezug auf das wahre Maskuline und Feminine beginnt sehr früh im Leben. Was geschieht nun, wenn wir auf Gott hören? Wir erleben einen Ausgleich für all den Mangel an gutem Dialog, den wir erlebt haben. Und durch die anderen Gotteskinder fangen wir an, mit dem wahren Maskulinen und dem wahren Femininen in Kontakt zu kommen. Je mehr wir heil werden, um so mehr können wir empfangen. Männer und Frauen, die in schwerster Weise abgeschnitten sind vom Femininen, können einen tiefen Liebeshunger haben, aber sind zugleich nicht in der Lage, Liebe anzunehmen. Sie können nicht empfangen. Es braucht Heilung, um überhaupt mit dem Empfangen beginnen zu können.

Im Hören auf Gott werden wir zu Personen. Personen im Unterschied zu Individuen. Wir sind Personen nur in unserer Beziehung zu Gott und zu anderen. Entweder lernen wir das Hören oder wir manipulieren den anderen bzw. erlauben ihm bereitwillig, uns zu manipulieren, um unsere Bedürfnisse gestillt zu bekommen. Im Tiefsten aber bleiben wir leer und hungrig.

Lernen wir, auf Gott zu hören, und lernen wir das aufrichtige Gespräch mit anderen! Die Befähigung zum echten, tiefen Gespräch kommt aus der Kraft des Seins.  

Der verkrümmte Mensch

C.S. Lewis beschrieb den gefallenen Menschen als "gekrümmt" - er ist verkrümmt auf das Geschaffene, die Geschöpfe hin. Vor dem Fall standen Adam und Eva aufrecht vor Gott und blickten zu ihm auf. Sie standen im Dialog, im Gegenüber zu Gott, und empfingen daraus ihr Sein. Nach dem Sündenfall verkrümmten sich die Menschen auf andere Geschöpfe hin. Sie verkrümmten sich auf andere Männer und Frauen hin oder auf Dinge wie z.B. Geld. Und von diesen Menschen oder Dingen fordern sie: "Sag mir, wer ich bin!" Die nicht bestätigte Ehefrau verkrümmt sich zu ihrem Mann hin und verlangt: "Sag mir, wer ich bin!" Aber er weiß ja nicht einmal, wer er selbst ist. Deshalb kann er ihr auch gar nicht sagen, wer sie ist. Ein heiler Mann kann die Frau in vielerlei Hinsicht bestätigen, aber nur Gott kann ihr sagen, wer sie wirklich ist.

Zum hörenden Gehorsam zu finden bedeutet, sich von einer falschen Fixierung auf Menschen zu lösen. Wir sehen uns dann nicht mehr in erster Linie mit den Augen anderer, sondern mit den Augen Gottes. Und so müssen wir uns nicht länger auf andere hin verkrümmen. Wir leben nicht mehr, um anderen zu Gefallen zu sein, sondern um Gott zu gefallen. Deswegen lassen wir es nicht mehr zu, dass andere uns manipulieren. Es mag eine lange Zeit dauern, bis wir erkennen, dass und wo wir manipuliert werden. Aber wenn wir es erkannt haben, können wir uns davon lossagen.

Die besondere Gabe der Frau

Wie steht es um dieses Verkrümmtsein in der Ehe? Oft heiraten Menschen in der Hoffnung, ein Gegenüber, einen Dialogpartner, zu finden, der sie ins Leben ruft. Ich weiß, dass das bei mir so war. Ich suchte in der Ehe die Bestätigung durch die maskuline Stimme, die mir als Kind gefehlt hatte. Aber das ist eine Last, die ein Mann nicht tragen kann. Mir ist bewusst geworden, dass eine Frau schon aufgrund des Sündenfalls auf den Mann hin gekrümmt ist - außer sie wurde von einem Mann schwer verletzt und hat sich abgewandt. Ansonsten will sie ihre Identität im Mann finden. In 1. Mose 3,16 heißt es: "Es wird dich zu deinem Mann hinziehen, aber er wird über dich herrschen." Zudem haben falsche und extreme Lehren über die Unterordnung der Frau dazu beigetragen, dieses Übel zu zementieren. Eine Frau, die unter dieser Lehre lebt, ist gezwungen, entweder zu einer Nichtperson zu werden oder andere zu manipulieren, um ihre Bedürfnisse zu stillen; vielleicht versucht sie auch, ihre Identität in ihren Gaben zu finden. Wenn eine Frau zur Heilung findet, wird sie aus der Verkrümmtheit aufgerichtet und hat die Möglichkeit, wieder zu der zu werden, als die sie von Gott ursprünglich beabsichtigt war.

Die Essenz des Femininen liegt in der Fähigkeit zum Antworten und zum Reagieren. Die besondere Begabung der Frau liegt in ihrer Beziehungsfähigkeit. Geht das Feminine verloren, dann verliert auch der Mann das wesentliche Element, das er braucht, um Gott zu hören und ihm nahe sein zu können. Die feminine Gabe soll auch in ihm zum Ausdruck kommen.

Die besondere Gabe des Mannes

Die Essenz des Maskulinen liegt in der Fähigkeit zum Initiieren. Es ist die Kraft, Gestalt zu verleihen, Wälder zu roden, sich Wolkenkratzer vorzustellen und zu bauen. Ich habe gerade einen Anbau bei meinem Haus durchführen lassen. Dabei konnte ich die Männer bei ihrer Arbeit beobachten und habe gestaunt, was sie mit ihrem Körper und ihren Maschinen alles leisten können. Es war, als ob sie mit ihren Maschinen verschmolzen wären. - Haben Sie schon mal einen Kampfflieger gesehen? So ein Mann ist praktisch zum Teil seiner Maschine geworden. Umgekehrt wird die Maschine zu seinem Körper. Eine Frau hingegen lebt in sich selbst. Egal, wie maskulin sie ist, sie macht nie eine Maschine zum Teil ihres eigenen Wesens.

Wenn man den Satz hört: "Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen", dann erkennt man das Besondere an der Gabe des Maskulinen: die Kraft zur Initiative, die Kraft, Schwierigkeiten zu überwinden, die Fähigkeit, Form und Gestalt zu verleihen, die Gabe, in besonderer Weise Einsicht und Überblick zu haben.

Seit dem Sündenfall hat sich diese große Begabung von Gott losgelöst entfaltet und ist zum rohen Machttrieb pervertiert. Der Mann findet seine Identität darin, wie gut er den Lebensunterhalt beschaffen kann, wieviel Geld er verdient, wieviel akademische Auszeichnungen er aufweisen kann oder wieviel Frauen er hat. In Beziehungen zu Vorgesetzten ist er mit aller Macht darum bemüht, in der Bestätigung durch diese Männer seine Identität zu finden. Der Mann holt sich die Anerkennung von denen, die über ihm stehen, was ihn in schmerzliche emotionale Abhängigkeit führt. Bestätigung von anderen Männer zu bekommen, kann zu einer richtigen Zwangsvorstellung werden: die emotionale Abhängigkeit, in die Männer sich verstricken, ist ein Versuch, den Mangel bzw. das Bedürfnis nach gleichgeschlechtlicher Bejahung und Liebe zu stillen.

Gott sei Dank - es gibt jetzt eine Umkehr, ein Umdenken in den Gemeinden. Viele christliche Männer wollen gute Väter und Ehemänner sein. Allerdings braucht nun eine große Zahl der Frauen genauso Hilfe, das Feminine zu integrieren wie die Männer. Möge Gott uns stärken - wir sind die Kirche. Möge Gott uns zur Leitung befähigen. Mögen wir wieder in unserer Kultur den Weg aufzeigen!

Von

  • Leanne Payne

    (USA) gilt als Pionierin im Bereich des Gebets um Heilung von Identitätskrisen und sexuellen Störungen. Als Gründerin und Vorsitzende von Pastoral Care Ministries (PCM) ist sie durch Veröffentlichungen und Seelsorge-Konferenzen international bekannt geworden. Ihre Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt.

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