Gemeinschaft abgestaubt

Staub atmen, Begegnung feiern, lebendige Liturgie (er)leben:

Bauwochen auf Schloss Reichenberg

von Vanessa Zimmermann

"Mit allen Sinnen" hat Vanessa Zimmermann, Jahresmannschaftlerin des vergangenen Jahres, fünf unterschiedliche spannende Bauwochen im Rahmen unseres Zukunftsprojekts "Wege zum Leben" rund um Schloss Reichenberg erlebt. Was da Woche für Woche innerlich und äußerlich wächst, wenn Freunde unser Leben und unsere Lasten teilen, hat sie festgehalten.

Bauen ist, wenn man trotzdem lacht! Und das haben wir auch reichlich getan. Doch wir haben in diesem Jahr auch viel über das Bauen in der OJC gelernt: Es geht dabei nicht in erster Linie um Geld, Karriere oder Selbstverwirklichung. Wichtig ist, dass ich weiß, woran ich eigentlich baue! In diesem Fall war es mein Mitwirken an einem Projekt der Gemeinschaft, an dem, was sie als Gottes Auftrag für Schloss Reichenberg erkannt hat: Das entstehende Erfahrungsfeld "Wege zum Leben".

Die Bauwochen boten viele schöne Möglichkeiten und prägende Situationen, um Arbeiten gemeinsam zu bewältigen und sich für die Andersartigkeit der Teilnehmer, mit ganz unterschiedlichem Alter und Hintergrund, zu öffnen. Dadurch konnte ich ein kleines Stück an ihrem Leben teilhaben, während ich das meine eine Woche lang mit ihnen teilte.

So manche Freundschaft und Verbundenheit ist in den staubigen Räumen der oberen Burg, während der Sonntagsbegrüßungen, bei den Gartenarbeiten und am Lagerfeuer gewachsen. So zum Beispiel zu Peter, der nach seiner dritten Bauwoche begeistert und voller Tatendrang sich schon auf die nächste freute. Er war einfach fasziniert vom Ambiente der gesamten Anlage: "Ich liebe alte Gemäuer!", erzählte er: "Ich liebe das Stübchen mit Blick über Reichelsheim, die liebevoll ausgestaltete Kapelle, den von Andachten umrahmten Tagesablauf, die Vision der OJC, die Authentizität der Schlossgemeinschaft und die Freundlichkeit, die alle Strapazen der zum Teil mühevollen Arbeit in den Schatten stellte."

Zur dritten Bauwoche brachte er seinen Freund Udilo mit. Der meldete sich zur Gartenarbeit, ebenso wie Christa und Monika, zwei weitere Teilnehmer. Zu dritt verwandelten sie den "Sturzacker" hinter der oberen Burgmauer in ein freundliches Gärtchen.

Mit allen Sinnen durfte ich diese ersten fünf Bauwochen auf Schloss Reichenberg erleben. Ich bin dankbar für die staubige, lehrreiche und lustige Zeit und für jeden einzelnen, der sich eine Woche seines Lebens bei uns und für uns investiert hat. Das Anteilnehmen am Leben meines Gegenübers in der Arbeit, das gemeinsame Anpacken, das Feiern von Gemeinschaft in der Liturgie und am Lagerfeuer haben mein Leben sehr bereichert.

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