Vom Schöpfer her leben - schöpferisch bleiben.

Vom Schöpfer her leben - schöpferisch bleiben.

von Bischof Jürgen Johannesdotter

Liebe Festgemeinde,

"Vom Schöpfer her leben - schöpferisch bleiben" steht über diesem Festgottesdienst am Himmelfahrtstag. Was heißt das? So wie Schöpfung noch etwas anderes ist als die Natur, so ist "schöpferisch leben" auch etwas anderes als "natürlich leben". Wahrscheinlich braucht man etwas von dem Erleben der Kinder, um zu spüren und auszudrücken, was es mit der Schöpfung auf sich hat. Ich erinnere mich, wie ich eines Tages mit zweien unserer Kinder durch den Wald fuhr. Den Jüngsten hatte ich vorn im Fahrradkorb und der Zweitjüngste fuhr auf seinem Kinderrad nebenher. Im frühen Mai war das zarte Grün von einer unglaublichen Herrlichkeit, man roch den Frühling geradezu. Da sagte unser Zweitjüngster auf einmal, während er sich umschaute: "Ganz schön viel Phantasie hat der liebe Gott!"

Etwas von dieser Wahrnehmungsfähigkeit brauchen wir, um beschreiben oder auch nur ahnen zu können, was die Schöpfung ist. Von der Schöpfung reden können wir nicht, ohne an den Schöpfer zu denken und dieser Schöpfer heißt nicht "Natur", sondern "Gott, Vater Jesu Christi!" Von einem Schöpfer kann reden, wer die Schöpfung eben nicht nur als Natur erkennt, sondern als das Werk eines Schöpfers. Und wer an diesen Schöpfer glaubt und ihn handeln sieht in der Herrlichkeit der Natur, der kann auch von Wundern reden. Wenn man fünf Kinder hat, dann wird einem beinahe zwangsläufig etwas deutlich von dem Gespür der Kinder für die Wunder Gottes.

Ein staunender Blick

Im ostfriesischen Pfarramt hatten wir hinter dem Haus einen großen Garten. Ich war gerade dabei, Kartoffeln zu pflanzen, hob ein Loch nach dem anderen aus, um je eine Kartoffel hineinzulegen. Da kommt einer der Söhne zu mir und fragt: "Papa, warum machst du das?" Und ich antworte ihm: "Jetzt lege ich eine Kartoffel in dieses Loch, und wenn wir im Sommer aus dem Urlaub wiederkommen, dann liegen da 10 Kartoffeln drin." Er schaute mich halb verwundert, halb zweifelnd an. Nach einer Weile verschwand er im Haus - als er wiederkam, verbarg er etwas in der Hand. In das nächste Loch legte er hinein, was er geholt hatte: ein Matchbox-Auto. Aus dem Urlaub heimgekehrt, hatte die wunderbare Matchbox-Vermehrung doch nicht stattgefunden, obwohl ich eine Weile überlegt hatte, was ich tun sollte...

Wunder vollziehen sich Tag für Tag in der Schöpfung, deren Urheber Gott ist. Das, was wir vor Augen haben und immer wieder erleben, das ist so wunderbar, als wenn aus einem Matchbox-Auto zehn werden. Solch ein Wunderglaube ist die Voraussetzung dafür, dass wir vom Schöpfer her leben können. Und diese wunderbare Einstellung wird in Psalm 8 in einer Weise deutlich, dass wir spüren: Hier ist nicht nur ein Stück großer Literatur der Menschheitsgeschichte vor uns, sondern hier staunt einer voller Dankbarkeit über das, was Gott für uns bereithält: Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen, der du zeigst deine Hoheit am Himmel!

Und nicht nur am Himmel, sondern in vielerlei Weise wird deutlich, wie herrlich Gott ist, wie herrlich sein Name unter uns Menschen ist. Denn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt...

Es ist nicht selbstverständlich, dass wir über Gott den Schöpfer so ins Staunen und in die Dankbarkeit geraten. Man kann das alles auch anders beurteilen und dann zu einem anderen Bild vom Menschen kommen, so wie es in Sophokles' Tragödie Antigone zum Ausdruck kommt:

Vieles Gewalt'ge lebt, doch nichts

Ist gewaltiger als der Mensch,

Denn selbst über die düstere

Meerflut zieht er, vom Südwind umstürmt,

Hinwandelnd zwischen den Wogen

Die ringsumtoste Bahn.

Die höchste Göttin auch, die Erde,

Zwingt er, die ewige, nie sich erschöpfende,

Während die Pflüge sich wenden

von Jahr zu Jahr,

Wühlt sie durch der Rosse Kraft um.

Da ist die Rede vom "vielbegabten Menschen", der "mit schlauer Kunst" das Land regiert und nur vor dem Tode kein Entrinnen ausspäht, ein Mensch, der stark im Erfinden "listiger Kunst" ist. Aber eine solche Haltung bleibt im Bewundern des Menschen stecken und findet nicht zum Staunen über Gottes Wunder und seine Schöpfung.

Wie herrlich dagegen der 8. Psalm! Ein Nachtgesang ist das. Er strahlt und jubelt so überwältigend, wie man es in der Nacht gar nicht erwarten würde. Da funkeln die Sterne vom Firmament, lautlos und unzählbar. Da vergießt der Mond sein mildkühles Licht. Zu diesem nächtlichen Himmel geht der Blick des Beters hinauf: Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast. Doch im Aufblick zu diesem Wunderbaren kann es geschehen, dass die fürchterlichste aller Fragen vor ihm aufsteigt: Was ist der Mensch?

Da haben wir sie, die Frage, die unter allen Wesen dieser Erde nur der Mensch so stellen kann: die Frage nach sich selbst! Das Hinterfragen des eigenen Daseins. "Woher kommst du, wohin gehst du, wo stehst du, wer bist du?"

Eine lebensgefährliche Frage

Geradezu lebensgefährlich ist es, diese Frage zu stellen, denn sie erheischt Antwort. Und jede Antwort, die man darauf gibt oder findet, wird eine Auskunft sein, welche uns selber betrifft! Und es müssten letzte Abgründe der Sinnlosigkeit aufbrechen, fände sich keine Antwort. Dann müssten nämlich die einmal gestellten Fragen im Raum stehenbleiben, müssten im All quälend und ruhelos umhergeistern, als flammendes Fragezeichen über allem, was wir sagen und denken, über allem, was wir zu sein wähnen: Was ist der Mensch? Was bildest du dir eigentlich ein? Frage ohne Antwort. Man weiß es nicht. Und der die Frage stellt, weiß es oft am allerwenigsten. Wenn wir keine Antwort wissen und wenn von nirgendwo her Antwort kommt, dann kündet der funkelnde Himmel erbarmungslos von des Menschen Kleinheit: ein Stäublein, ein winziges Sandkorn, ein federleichtes Fliegengewicht, ein verschwindendes Nichts, ein Tröpflein im Meer! Wenn wir keine Antwort haben und keine erhalten, dann rennt der Tod neben uns her und sagt uns seine Antwort, die lautet: Gras, das verdorrt; Blume, die verwelkt; Erde, die wieder zu Erde wird.

Eine lebensgefährliche Frage! Nicht umsonst wird sie so oft gemieden. Nicht umsonst stürzt der Mensch sich in jeden Krawall und Klamauk, wenn es darum geht, diese Frage zu übertönen, zu überspielen und zu unterdrücken. Nicht umsonst wird genau an dieser Front so viel geschwindelt. Und nicht umsonst glaubt der Mensch beinahe jeden Schwindel, wenn der nur diesen Abgrund zu überbrücken verspricht. Wo es darum geht, dieser Nichtigkeit und Flüchtigkeit irgendetwas entgegenzusetzen, da ist der Mensch tatsächlich imstande, an jede Macht zu glauben, an Geld und Gut, an Waffen, an sich selbst, sogar an das Märchen von der Unsterblichkeit.

Woher nimmt der Psalmsänger eigentlich den Mut, unter Mondenschein und Sternengefunkel gerade diese Frage zu stellen?

Ein zuversichtlicher Sänger

Hören wir gut hin: Hier ist weder Mut noch Verwegenheit; hier ist lauter Anbetung! Hier ist nicht eine Frage ohne Antwort, hier ist lauter staunendes Gotteslob, das bereits von der Antwort herkommt. Denn: Vor und über aller Kleinheit und Hinfälligkeit des Menschen, vor und über den Stichworten vom Staubkorn, Wassertropfen, von Hauch und Schatten - steht die Botschaft, dass dieser Mensch unter Gottes Gedenken steht! Dass Gott sich seiner annimmt! Dass zu ihm Ja gesagt ist. Von weit oberhalb der Sterne herunter. Von tief jenseits des Todes herauf. Hören wir das gut: Was ist der Mensch, wer bin ich denn, dass du, Gott, an mich denkst, dass du dich meiner annimmst, dass du mich offenbar interessant, der Rede wert, des Liebhabens würdig findest! Hier ist kein Fragen mehr. Hier ist nur noch staunend-anbetendes Gotteslob.

Hier sind wir mitten drin im Evangelium, in jenem Trost, der trägt, der unser einziger, aber wirklicher Trost sein will im Leben und im Sterben. Dieses Evangelium macht den Beter des 8. Psalms zu einem zuversichtlichen Sänger mitten in der Nacht. Dieses Evangelium lautet: Es ist nicht wahr, dass der Mensch erniedrigt werden müsse, damit über seiner Niedrigkeit Gott herauskomme! Und es ist noch weniger wahr, dass man Gott abschaffen, verdrängen, beseitigen müsse, damit der Mensch endlich emanzipiert werde, endlich seinen Eigenwert finde, seine Persönlichkeit entdecke und seine Würde entfalte!

Dieser nächtliche Beter weiß es anders: Er besingt die Größe des Menschen, die Menschen-Würde, indem er an Gott denkt, der sich diesem geringen und unwürdigen Geschöpf gnädig zugewandt hat. Ähnlich wie es später der Apostel tut: Was hast du, dass du nicht empfangen hättest... (1. Kor 4,7) ... durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. (1. Kor 15,10) Und genau in diesem liebenden Gottesgedenken haben Menschenwürde und Menschenrechte ihren Grund, ihre Realität, ihre Unantastbarkeit und Unzerstörbarkeit: Mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt! Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott! (Ps 8)

Ein gewaltiger Name

Es ist nicht wahr, dass Gott oder der Mensch nur je auf Kosten des anderen zu Größe und Würde kämen. Das Gegenteil ist wahr! Und dieser nächtliche Beter weiß es. Darum singt er angesichts des Sternenheeres nicht: Herr, unser Herrscher, wie groß bist du, wie mächtig und geheimnisvoll schwebt deine Gewalt über allen Landen! Nein, er singt: Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen! Der Name Gottes umschreibt das Wunder, dass Gott und Mensch zusammengehören. Es ist der Name des Vaters, der sagt: Ich habe dich bei deinem Namen gerufen! (Jes 43,1) Es ist der Name dessen, der nicht groß und gewaltig auf Kosten des Menschen sein will, der vielmehr soweit geht, um des Menschen willen klein und gering zu werden.

Von ihm her leben, vom Schöpfer her leben - das setzt uns instand, selber schöpferisch zu sein und zu bleiben und in seiner Schöpferkraft nun selbst beflügelt zu werden zu Taten, aus denen Segen entsteht.

Hier hat das Wort aus 2. Kor 9,6 seinen Platz. Wir kennen es eigentlich als Erntedankwort: Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen. Nun haben die meisten von uns Berufe, die nicht auf dem Acker und nicht nur im Herbst ernten. Berufe, in denen auf unterschiedliche Weise gesät und geerntet wird, wenn auch nicht mit Sämaschine und Mähdrescher. Aber es wird Kraft und Mühe eingesetzt, riskiert, gewagt und "geerntet". Darf man das, was aus unserem Tun erwächst, einen "Erntesegen" nennen? Handelt es sich nicht einfach um eine säuberliche Rechnung: Arbeit - und Lohn; Risiko - und Ertrag; Fleiß - und Fülle? Die Erfahrung meines Jungen, der aufgrund der Geschichte von der Kartoffel, die sich wunderbar vermehren soll, sein Matchbox-Auto in den Acker legt, macht deutlich: Das Wunder liegt nicht einfach an der Stelle, an der uns selbst nicht ganz durchsichtig ist, wie aus unserer Arbeit der Ertrag kommt. Es wird sich nie ganz beweisen lassen, dass das, was wir ernten oder erwerben, Segen Gottes ist.

Ein unvermutetes Wunder

Das Wunder beginnt vielmehr dort, wo wir ganz unvermutet und ohne alle kluge Beweisführung spüren, dass hinter unseren Kräften und unseren Bemühungen - seien sie nun auf dem Acker oder im Büro, im Haus oder in der Werkstatt - einer steht, mit dem wir täglich zusammenarbeiten. Das Wunder ist, dass wir das merken.

Martin Luther hat dieses Wunder in seiner Auslegung der 4. Bitte des Vaterunsers Unser tägliches Brot gib uns heute! verdeutlicht. Auf die Frage: Was ist das? Was soll diese Bitte um das tägliche Brot? antwortet er: "Gott gibt täglich Brot auch wohl ohne unser Bitten allen, sogar den Bösen; aber wir bitten in diesem Gebet, dass er es uns erkennen lasse und wir mit Danksagung unser tägliches Brot empfangen."

Das Wunder beginnt, wo einer merkt: Mir steht einer zur Seite, der es nicht dabei bewenden lassen will, dass er mir meinen Kopf und meine Hände, mein Ackerfeld und meinen Arbeitsplatz, meine Gesundheit und die Frische, mit der ich arbeite, gegeben hat und noch erhält. Wie gesagt: Das kann ich nicht beweisen. Es ist immer ein unvermutetes Wunder, wenn Menschen Gott anrufen und reden hören und nicht mehr nur arbeiten und ernten wie alle anderen Leute auch, sondern beginnen, Gott dafür zu danken.

Es ist ein so großes Wunder, dass Luther meinte, es lohne sich, immer wieder darum zu bitten: Lass mich merken, dass hinter all dem, was mir gelingt und zuwächst, du stehst, du selber, den ich - wie von Vater und Mutter gelernt - mit "Vater" anrede. Lass mich dankbar dafür werden, dass ich nicht bloß für mich allein und auf meine Rechnung in dieser Welt stehe, sondern dass du neben mir stehst und mir die Hände stärkst und das, was ich tue, auch geraten lässt.

Eine große Veränderung

Das wäre eine große Veränderung in unserem Leben, die damit beginnt, dass ich nicht nur empfange oder sammle, nicht nur zusammenrechne und sage: Das habe ich jetzt!, sondern sage: Ich danke dir, lieber himmlischer Vater, dass du mich nicht umsonst hast arbeiten lassen; dass du es gegeben hast, dass mein Fleiß und meine Arbeit auch Früchte tragen.

Natürlich kann man es bei der alten Bauernregel belassen, mit der dieser Text anfängt: Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten. Wer sich nicht viel anstrengt, der wird also nicht viel herausholen! Aber dann geht es ja weiter: Und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen. Das ist nun keine Bauernregel mehr, sondern das ist eine Christenregel. Wer merkt, dass er mit seinem ganzen Mühen und Arbeiten ein Mitarbeiter Gottes ist, der ihn mit Kraft, mit Gaben, mit Fleiß und Treue segnet, der hat etwas ganz Neues erfahren. Er weiß nun, dass wir nicht nur für uns allein diesem Leben und dieser Welt mühsam etwas abringen müssen, sondern dass da einer neben uns steht, der nicht will, dass wir Mangel leiden. Und wenn wir den, der unser Helfer ist, nun anschauen, dann sehen wir, dass ihm auch die anderen neben uns lieb sind, und dass er nicht will, dass sie Mangel leiden.

Wer so das Danken lernt - das meint Paulus nämlich -, der lernt auch das Weitergeben. Und er redet nun darüber, wie das mit dem Geben zugeht: willig und nicht unter Zwang! Das, was dir durch Gottes Segen in die Hand kommt, ist sehr wohl für dich bestimmt, damit du das Deine hast. Aber setze das rechte Maß für das, was du brauchst. Mach nicht die Augen zu, wenn du siehst, dass einer neben dir - er sei nahe oder ferne - Mangel leidet. Dann ist es Zeit, dass du gibst.

Und das, was ein Dankbarer weitergibt, nennt Paulus eine gesegnete Saat, aus der dir mehr zuwächst als Brot allein. Paulus meint, dass Dankbarkeit andere und stärkere Kräfte schenkt. Du darfst dir einfach das Herz aufgehen lassen. Da ist doch einer, der dich nicht vergessen hat.

Ein besseres Gedächtnis

 "Schöpferisch leben" bedeutet nicht leben zwischen Erwerben und Verbrauchen, Wiedererwerben und Wiederverbrauchen - und dabei setzen wir das Maß für das, was wir brauchen, immer ein Stückchen höher. In diesem Teufelskreis leben wir wie zwischen Mühlsteinen, die unsere Tage zerreiben, dass sie wie Staub dahinfliegen. Kein Teufelskreis, sondern ein Gotteskreis ist es dagegen, wenn wir dankbar leben, froh und zuversichtlich - zwischen Empfangen und Weitergeben. Unser Herz würde zwischen Empfangen und Weitergeben mehr haben als einen vollen Magen, der ja manchmal sogar Überdruss macht. Nein, wir würden dann einander nicht als Konkurrenten im Wettlauf um den Besitz sehen, sondern als die Kinder des Vaters, der will, dass keines seiner Kinder Mangel leidet. Zwischen dem Empfangen und Weitergeben, zwischen dem Danken, dem Bitten und Geben lebt es sich völlig anders als zwischen dem Erwerben und Verbrauchen.

Und an dieser Stelle möchte ich Euch als den Freunden und Förderern der Offensive Junger Christen von Herzen danken. Ihr habt es nicht vergessen, was geben und helfen heißt. Wenn dafür viele Menschen an vielen Stellen in unserem Land ein Gespür und eine Erinnerung haben, um wieviel mehr wird der Gott, der uns alle nährt, ein Gedächtnis dafür haben! Es braucht nur die einfältige Bitte: Lass mich doch wieder sehen, dass ich von deiner Hand lebe; nimm mir die Angst, ich könnte zu kurz kommen. Mache mich zu einem Menschen, der dir dankt und dient.

Es wäre viel, wenn unser Herz und unsere Gedanken sich wieder auf den richteten, der uns noch nicht verlassen hat. Der uns geschaffen hat, der die Schöpfung geschaffen hat. Wir hätten ihn auch dann im Haus, wenn es um anderes geht als um Brot und Sattwerden. Wenn uns das trifft, was in dieser Welt und in diesem Leben an keinem Haus vorbeigeht: das Sich-Ängsten, Sich-Bangen, Krankheit und Abschiednehmen. Wir leben auch dann im Empfangen, im Danken und im Segen des Helfens und Gebens. Dazu verhelfe uns Gott. Amen.    

Von

  • Jürgen Johannesdotter

    Altbischof (Schaumburg-Lippe, 2001-09). Seit 2007 Beauftragter des ­Rates der Ev. Kirche in Deutschland für die Kommunitäten und geistlichen Gemeinschaften.

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