Interkulturelles Lernen - ein gelungenes Modell

1995 startete die OJC jährliche Baucamps mit jungen Leuten aus aller Welt. Für die daraus entstandene Studie Internationales Baucamp: Bausteine für ein gelingendes Zusammenleben im 21. Jahrhundert wurden Prof. Dr. Moira Rogers und Dr. Dominik Klenk von der BMW-Stiftung mit dem BMW-Award für interkulturelles Lernen 2005 ausgezeichnet.

Den Rahmen für die Studie bildeten zwei Baucamps in Deutschland und in Russland mit internationalen Teams. Überzeugt hatte die Jury das Zusammenspiel von Reflexion und praktischem Arbeiten:

Wir wollen die komplexen Zusammenhänge interkulturellen Lernens transparent machen, um daraus ein Modell zu entwickeln, das sich auf weitere Projekte übertragen lässt.

Hilfreich waren Methoden, die

  • implizit Gelerntes und unbewusste kulturelle Muster sichtbar machen;
  • unsere kulturelle Wahrnehmung differenzieren und die Entwicklung von Deutungsmustern fördern;
  • dialogisches Lernen fördern;
  • strukturierte Erfahrungen zu interkulturellen Konfliktthemen ermöglichen;
  • eine Integration verschiedener Lernebenen zulassen;
  • interkulturelles Kommunikations- und Kooperationsverhalten fördern.

Sie alle dienen dem Prinzip der Ganzheitlichkeit. Bei Rollenspielen, durch Selbsteinschätzung und Interaktionsübungen sowie beim Erzählen werden die Teilnehmer mit ganz neuen Zusammenhängen vertraut und können daraus Regeln für ein konfliktfreies interkulturelles Verhalten ableiten.

Das Baucamp in St. Petersburg (2004) hat sich dafür als idealer Rahmen erwiesen. Die klar definierte Vorgabe, einen Spielplatz für ein Kinderheim zu bauen, machte das Zusammenleben von Deutschen und Russen zum spielerischen Experiment. Die jungen Erwachsenen konnten sich die eigenen kulturbedingten Denk- und Verhaltensmuster bewusst machen: Was ist typisch deutsch an mir? Warum tue ich dieses so und jenes anders? Was erlebe ich in der Begegnung mit den Russen als "typisch russisch"? Wo sehe ich Ähnlichkeiten, wo Unterschiede?

Mit ihrem neu erworbenen Wissen konnten sie ihr Verhaltensrepertoire erweitern und fanden immer neue Wege, sich miteinander zu verständigen und die interkulturelle Herausforderung zu meistern.

Obwohl beide Baucamps jeweils nur 14 Tage dauerten, entstanden sehr schnell neue Synergieeffekte. Es gab einen permanenten Anstieg der Arbeitsleistung und der Kreativität, der Innovation und Konfliktfähigkeit. Alles in allem ein dynamischer und erfolgreicher interkultureller Lernprozess!

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