Credo

Das Credo der Kirchen: Das apostolische Glaubensbekenntnis
Das Credo der Kirchen: Das apostolische Glaubensbekenntnis

Einführung in das apostolische Glaubensbekenntnis

von Uwe Buß

Das apostolische Glaubensbekenntnis gehört zu den Textzeugnissen, die im Leben unserer Gemeinde eine wesentliche Rolle spielen. Wir sprechen es in jedem Gottesdienst und zu jeder Taufe, die Konfirmanden lernen es aus- und hoffentlich auch inwendig. Was macht dieses Bekenntnis mit seinen immerhin schon über 1500 Jahre alten Worten so bedeutend?

Verbindliche Zusammenschau

Altkirchliche Bekenntnisse nannte man „Symbole des Glaubens“. Das griechische symballo heißt so viel wie zusammenwerfen. Ein Credo ist also eine auf den Punkt gebrachte Zusammenschau des Glaubens – nicht dessen Inhalt; das würde die wenigen Sätze überfordern. Als Symbol weist es auf Größeres hin, gewährt Einblick in unseren Glauben, unser Hoffen und unsere Be­ziehung zu dem dreieinen Gott; das darin verborgene Geheimnis vermag es freilich nicht zu beschreiben. Das apostolische Glaubensbekenntnis hat noch ein weiteres Anliegen: Es ­wurde für die gesamte Christenheit verfasst und von allen bereits damals existierenden Kirchen anerkannt. Bis heute bringt es die Fundamente des Glaubens zum Ausdruck, auf denen alle diese Kirchen und Konfessionen stehen.

Biblische Grundposition

Die Frage, welchen Stellenwert ein Credo haben darf, ist berechtigt. Wie verbindlich muss es für Christen sein? Nur sofern es mit der Heiligen Schrift übereinstimmt. Jedes Bekenntnis muss am Wort Gottes geprüft werden. Das apostolische Glaubensbekenntnis bietet andererseits eine Orientierungshilfe im Schriftverständnis, indem es wesentliche Eckpfeiler für die Lehre markiert. In der Vielfalt theologischer und konfessioneller Strömungen hält es die Auslegung auf Kurs und führt uns damit immer zu den Fundamenten des Glaubens zurück. So bedingen sich Schrift und Bekenntnis gegenseitig. Doch wieder gilt: Die persönliche Begegnung mit der Botschaft der Bibel kann es nicht ersetzen.

Unvergängliche Aktualität

Manchmal klingen alte Bekenntnisse fremd und sperrig. Historische Nöte können neu formulierte Bekenntnisse erforderlich machen, wie etwa die ­Barmer Erklärung, die 1934 im Widerstand gegen den Einfluss des nationalsozialistischen Regimes auf den Protestantismus entstand. Während aber ­Bekenntnisse, die auf aktuelle Herausforderungen der Kirche(n) reagieren, mit der Zeit antiquiert wirken können, hat sich die auf das Wesentliche konzentrierte Kargheit des apostolischen Glaubensbekenntnisses als zeitbeständig erwiesen. Lebendig aber bleiben seine Worte nur, wenn ihre Richtigkeit in unserem persönlichen Leben zur Wahrheit wird.

Von

  • Uwe Buß

    Dr. theol., lebte nach seiner Ordination mit seiner Familie fünf Jahre in der OJC-Gemeinschaft. Seit 2012 ist er Pfarrer in Rimbach, Südhessen.

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