Jetzt schlägt es dreizehn!

High Noon – was nun, Dominik?

Nach zwölf Jahren und 63 Salzkörnern fällst du ins wohlverdiente Mittagsloch deiner Laufbahn als Mediencowboy, um Kraft zu sammeln für den langen Ritt aus den Odin-Woods an die Stromschnellen des River Rhine, dort, wo er sich aus dem Basel Belt in die Teutonische Ebene ergießt.
Wir hingegen machen die Nacht zum Tage, wärmen uns am Lagerfeuer der Erinnerung an unzählige editorische Coups unter sengender Sonne, in rauschendem Regen und zwischen rauchenden Colts. Wir zählen die Ropes und Ties und ziehen die Summe aus den halsbrecherischen Redaktionsrodeos, die wir mit dir bestanden haben – mal hängend, mal im Flug, überwiegend jedoch fest im Sattel. Nach aller Auf- und Abrechnerei bleibt unterm Strich: Du bist ein Boss, der seine sieben Sinne beisammen hat!

GEHÖR – Du bist ein Aufmerker, der weiß, was die Stunde geschlagen hat und deshalb auch in der frommen Medienszene als Agendasetter unüberhörbar bleibt.

  • ein Hörender, der dem Andern stets zugewandt auch die absonderlichsten Vorschläge gelten lässt;
  • ein Ge-Horchender, der sein Herz ans Lasso zu hängen wagt, weil er selbst hoch angebunden ist.


Jetzt gilt’s, getrost aufzuhören, Lasso und Seele baumeln zu lassen, dich mit den Deinen auf die Lieder der Prärie einzustimmen und allmählich einzuhören ins Konföderiertendeutsch.

GERUCH – Du bist ein Empfindlicher, der faule Kompromisse nicht riechen kann und Einigkeit auf dem Boden der Wahrheit sucht;

  • eine gewiefte Spürnase, wenn es ums Aufstöbern von unorthodoxen Ideen, inspirierenden Partnern und arbeitswütigen Teamkollegen geht.


Zieh, da du Witterung aufgenommen hast, unbeirrt weiter, immer der Nase nach. Überlege dir aber gut, in was du selbige steckst. So mancher lockende Windbeutel entpuppt sich als Wespennest.

GESCHMACK – Du bist ein Gourmet, der dem frommen Fastfood ein überm Feuer heißer Diskussionen gegartes Steak allemal vorzieht;

  • ein Desperado scharfer Formulierungen, die dann das Salzkorn-Vorkosterteam auf Publikumsverträglichkeit hin abschmecken darf;

– ein Anstifter mit Biss, der weiß, wie das Salz in die Kirchensuppe kommt und wo der Pfeffer für Pharisäer wächst.

Derart von dir auf den Geschmack gebracht, wollen wir den Austausch von bewährten Rezepten und förderliche kulinarischen Trends nicht abreißen lassen. Schlimm genug, dass wir fortan auf den Applepie deiner Frau verzichten müssen, ohne den manches Salzkorn um einiges lascher geraten wäre!

TASTSINN – Du bist ein Anpacker, der Hand in Hand mit dem Team arbeitet, seine Cowboys mal anschiebt, mal durchschüttelt, meist aber vertrauensvoll gewähren lässt;

  • ein Feinfühler, dem die Belange und Nöte anderer unter die Haut gehen, der aber bei melodramatischen Szenen aus der Haut fahren kann;
  • ein Haudegen, der mit Vorliebe heiße Eisen anpackt und gewagte Pläne schmiedet, selbst wenn von letzteren, wenn sie im Kaltwasserbad der Realität ausgekühlt sind, manche zum Alteisen wandern. 


Behalt dein dickes Fell – und bleib weich auf der Herzhaut!

GESICHTSSINN – Du bist ein Visualisierer, der gedankliche Höhenflüge auch uns seherisch Unbegabten in Schaubildern einsichtig macht;

  • ein Ästhet, der nicht nur dem Salzkorn frische Farben und frechen Formen verpasste;
  • ein Weitsichtiger mit Blick für die geistliche Großwetterlage und Augen für das Unscheinbare, die andere gern übersehen.


Lass dir von nichts und niemandem Scheuklappen verpassen, aber konzentriere dich ruhig auf das, was im Sichtwinkel von 180° passiert – ein Mensch muss nicht ständig rotieren. Überlasse die Erlösung der Welt deinem Boss.

RICHTUNGSSINN – Du bist ein Fährtensucher, der beharrlich die Richtung hält, auch wenn das Ziel im Staub des Alltags verschwimmt;

  • ein Gefährte, der treu mitgeht, auch wenn der Weg steinig ist und die Strecke sich zieht;
  • Ein Fährtenleger, der anderen beherzt vorangeht und die Sehnsucht nach Neuland zu wecken weiß.


Da dein geistlicher Orientierungssinn feiner ausgeprägt ist als dein räumlicher, raten wir dir zu einem Mustang mit eingebautem GPS. Und nimm die Zügel etwas kürzer, damit du dir keinen Ärger mit den Road-Sheriffs einhandelst.

ZEITSINN – jetzt schlägt’s Dreizehn! Von dir haben wir gelernt, unser Sinnesorgan für die rechte Zeit, den Kairos, zu schärfen. Den ergreifen wir hiermit und heben dich sanft aus dem Sattel des Chefredakteurs. Den von dir an dieser Stelle vorgesehenen Beitrag haben wir kurzerhand um eine Heftnummer verschoben, um dir hier ein herzliches Farewell zu sagen.

Im Vertrauen darauf, dass deine Zeit, eure Zeit in Gottes guten Händen steht, und von Herzen dankbar für 12 gute gemeinsame Jahre entlassen wir dich, lieber Bruder Chef, in die Ruhe der 13. Stunde, der Hoch-Zeit, wenn die Sonne im Zenit verharrt, die Kojoten im Schatten dösen und der Mediencowboy Kraft sammelt für den langen Ritt in eine verheißungsvolle Zukunft.

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