Willkommen

Willkommen!

Damit aus Fremden Freunde werden

von Klaus Sperr

Irgendwann mal war alles fremd.
Als wir in diese Welt geboren wurden,
gab es ausschließlich Fremdes. Für uns.
Und auch wir selbst waren Fremde.
Für die Anderen.
Alle Freunde, die wir heute haben, waren einst Fremde. Sie für uns und wir für sie.
Im Anfang ist alles fremd, alles will kennengelernt sein. Selbst wir waren uns fremd. Sich kennen will gelernt sein.
Wer sich fremd bleibt, dem bleiben alle Fremde.
Wer sich mit sich anfreundet,
dem können alle zum Freund werden.

Damit aus Fremden Freunde werden können, müssen sie zunächst Gäste sein dürfen. So begann auch die OJC.
„Gutes zu tun und mit andern zu teilen vergesst nicht, denn solche Opfer gefallen Gott.“ (Hebr 13,16)
Dieses Berufungswort führte zur Einladung an (noch) fremde Menschen. Im Neuen Testament heißt Gastfreundschaft Philoxenia. Philia ist die freundschaftliche Liebe. Xenos ist der Fremde. Philia ist eine Haltung, die in eine Tat mündet. Xenos ist der, dem diese Haltung als Tat begegnet. Beides zusammen meint Gastfreundschaft als freundschaftliche Liebe zum Fremden. Eine tatsächliche Freundschafts-Haltung auf Vorschuss. So wird aus dem Fremden mein Gast – auf dass aus meinem Gast ein Freund werden kann.

Gastfreundschaft ist eine Brücke.
Ich lasse den Fremden mit all seinem Befremdlichen an mich heran.
Ich mute mich meinem Gast als ein Fremder mit all meinem Befremdlichen zu.
Ich übe mich im Respekt: im re-spect, dem immer wieder Hin- und Her-sehen.
Im gegenseitigen re-spect: dem wechselseitigen sich An-sehen.

Nur was ich an mich heranlasse, kann mir nahe kommen.
Nur wenn ich mich traue, kann Vertrautes wachsen.
Nur was ich zulasse, öffnet sich.
Nur den, den ich zu mir lasse, vermag ich mir vertraut zu machen.
Vertraute machen das Leben reicher.
Aus Gastfreundschaft erwächst Zugewinn.

Gastfreundschaft ist die Brücke.
Auf dass aus Fremden Freunde werden:
Fremde – Gäste – Freunde: Zugewinngemeinschaft!
Irgendwann mal waren wir alle einander fremd –
als Gäste auf unserem Planeten.

Irgendwann mal werden wir alle einander freund –
als Gäste im ewigen Haus Gottes.
Bleibend sind wir Gäste: hier und dort.
Willkommene Gäste.
So finden wir Heimat: hier und dort. Bleibende Heimat.

Von

  • Klaus Sperr

    evang. Pastor und Seelsorger, verantwortlich für die Liturgie des Alltags in der OJC-Kommunität.

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