Fest gemacht

Konfirmation als Ja zur Gemeinde

Interview mit Aaron, 15 Jahre

 

Aaron, was war für dich ausschlaggebend, überhaupt zum Konfirmandenunterricht zu gehen?

Der Hauptgrund war, dass das in meinem Leben einfach dazu gehört. Das hat mein großer Bruder gemacht und auch alle anderen in meinem Freundeskreis, also war ich da erstmal schon dabei. Es war quasi ein Muss. Außerdem war ich komplett neugierig, was jetzt passieren wird und was ich erleben kann. Mein Bruder hatte erzählt, dass es total Spaß gemacht hatte und auch die Freizeiten total gut wären. Ich war neugierig und wollte dazu gehören.

Wie war es, hat sich der Einsatz gelohnt?

Yep. Wir haben uns jeden ersten Samstag im Monat getroffen, haben zuerst mal Gemeinschaftsspiele gemacht, manchmal auch Witze erzählt. Dann hat der Konfirmandenunterricht angefangen. Die­ Eltern von Konfirmanden haben Mittagessen gekocht und mit uns gegessen. Dann ging es mit dem Unterricht weiter. Es gab drei Mitarbeiter und am Ende hatten wir jeder einen Ordner für das Alte und für das Neue Testament. Auch gab es in dem Vorbereitungs-Jahr zwei Freizeiten.

Wie sahen die Freizeiten denn aus?

Es gab eine große Freizeit mit der Gemeinde und eine kleine nur für unseren Konfikurs. Die große ging eine Woche, da haben wir miteinander ge­gessen, Gottesdienst gefeiert, Gebetsabende, Seminare und Themenabende erlebt. Wir Kon­firmanden haben das Programm für die kleineren Kinder gestaltet, uns alles selber ausgedacht und geplant. Bei der zweiten Wochenendfreizeit waren wir mit unseren Verantwortlichen allein in einem Haus, setzten dort den Konfiunterricht fort, spielten Tischtennis und Fußball, waren viel draußen. Und es gab Gebetsabende.

Was hat dir am besten gefallen?

Der Unterricht war total auf Gemeinschaft ausgelegt, das hat richig viel Spaß gemacht. Auf den Freizeiten wurden die Gemeinschaft und das Vertrauen extrem gestärkt. Man hat dort auch neue Freunde gefunden.

Was hat der Konfirmandenunterricht für dich bedeutet?

Davor kannte ich halt, was wir im Kinder­gottesdienst an Geschichten gehört und an Liedern gesungen hatten. Während des Konfirmanden­unterrichts haben wir Gott und Jesus und die Bibel richtig kennengelernt. Es wurde alles erklärt, man konnte fragen und hat auch komplett gute Antworten bekommen. Ich habe gehört, was Gott so macht in der Welt.

War es wichtig, dass du Paten hattest?

Ja, auf jeden Fall. Zu ihnen konnte ich immer ­gehen, wenn ich Fragen hatte. Einer meiner Paten ist Pfarrer. Das war ziemlich gut. Zur Konfirmation haben sie mir den Konfirmationsvers ausgesucht und im Gottesdienst für mich gebetet.

Bei deiner Konfirmation haben alle Konfir­manden ein Zeugnis abgelegt. Weißt du noch, was du gesagt hast?

Das war ein Beispiel aus meinem Leben. In der Schule war ich einer neuen Klasse zugeteilt worden. Ein Typ in der Klasse war irgendwie total komisch drauf, hat die Leute immer angemacht, auch mich. Das war entmutigend und auch blöd. Dann habe ich dafür gebetet, immer abends. Jetzt sind wir ziemlich gute Freunde geworden. Weil ich das selber so erlebt hatte, wollte ich das als mein Zeugnis sagen.

Glauben kann man ja nicht vererben. Wie ist das passiert, dass du heute sagen kannst, ich glaube?

Während der ersten Freizeit gab es einen Gebetsabend. Ich wurde durch einen Bibelvers komplett überrascht, den mir ein Mitarbeiter gegeben hatte. Dass wir uns nicht auf die Dinge hier in der Welt konzentrieren sollen, sondern nur auf Gott. Ich sollte mich nicht auf das Irdische konzentrieren, sondern nur nach oben schauen, auf Gott. Das hat mich total berührt, genau da konnte ich das erste Mal richtig sagen, dass es Gott gibt. Wir haben ja mehrmals Gebetsabende gemacht. Da ist das öfter passiert. Ich wurde berührt, andere auch. Das tankt einen immer so auf, sage ich jetzt mal.

Was bedeutet dir das Abendmahl?

Das Abendmahl ist so was Symbolisches, aber ehrlich gesagt, bedeutet es mir persönlich jetzt nicht so richtig viel. Ich finde, es ist was für Tiefgang und das ist auch gut. Man kann für sich alleine sein und in sich reingehen und mal nachschauen.  Das ist für mich wie eine Auffrischung.

Auffrischung in der Beziehung zu Jesus?

Genau.

Wie ging es nach der Konfirmation weiter?

Ich helfe manchmal ein bisschen in der Gemeinde mit, z. B. im TeenZone, aber sonst nicht wirklich. Ich wurde jetzt gefragt, ob ich in der Band mit der Geige spielen wolle. Da habe ich nichts dagegen, aber die haben sich noch nicht wieder gemeldet.

Was ist TeenZone?

Das ist die Jugendgemeinschaft des ChristusTreff. Dazu wurde ich nach der Konfirmation eingeladen. Wir treffen uns jeden Freitag und haben Themenabende, Spieleabende, mal eine Stadtaktion oder auch Gebetsabende.

Wie geht es dir heute mit dem Gottesdienst?

Es gibt – leider nur alle drei Monate – einen ­Jugendgottesdienst. Da gehe ich hin, ansonsten in den normalen Gottesdienst. Viele von uns ­kommen weiter in den Gottesdienst, die allermeisten gehen zu TeenZone. Manche hören auch auf und kommen gar nicht mehr wieder.

Hat sich denn durch die Konfirmation in deiner Zugehörigkeit zur Gemeinde was geändert?

Davor bin ich in den Kindergottesdienst gegangen und ab da durfte ich offiziell in den Gottesdienst der Großen mitgehen. Da gehöre ich jetzt dazu. 

Das Gespräch führten Mitsch Fliedner und  Cornelia Geister

Von

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