Kleine Kirche beim Christival 2016 in Karlsruhe

Versöhnt

(M)ein (Rück-)Blick auf das Christival 2016

Mit Gummibärchen

Die OJC war mehrfach in Karlsruhe vertreten. In drei Seminaren sorgten Konstantin Mascher, Frank Paul und Ute Paul für Input. Die Themen reichten von Erfahrungen mit ganzheitlicher Nachfolge und einem einfachen Lebensstil bis zu dem Umgang mit dem/der/den Fremden, also genau den Themen, die uns in unserem Alltag bewegen. An einem Stand auf dem Messegelände konnten die Besucher am Spielbrunnen Knetschalen formen und so das Prinzip vom Geben und Empfangen sichtbar machen. Die Redaktion hat eigens für das Christival ein Salzkorn zum Thema „Versöhnung“ zusammengestellt, von dem wir 1500 Exemplare verteilen konnten. Dazu gab es kleine Gummibärchentüten mit dem Motto „Die Mischung macht<s>’</s>s“. Die Mitarbeiter haben offensiv Passanten angesprochen und an den Stand eingeladen. So kam es zu vielen Gesprächen, auch mit Freunden der OJC, die sich über Wiedersehen und Austausch freuten.

... und gemischten Gefühlen

Zusammen mit den Jahresteams von drei anderen Kommunitäten, den Christusträgern, der Kommunität Adelshofen und der Christus­bruderschaft Selbitz, haben wir die „Kleine Kirche“ in der Innen­stadt von Karlsruhe gestaltet. Bei einem Vortreffen wurde die Idee entwickelt und die Aufgaben aufgeteilt. Es war spannend, die Kirche gemeinsam aufzubauen; zu sehen, wie die verschiedenen Puzzleteile zusammenkommen.

Das Motto des Christivals war: Jesus Versöhnt. Wir haben das mit der Geschichte des verlorenen Sohnes und dem Gemälde von Rembrandt vertieft. Genau wie Versöhnung ein Weg mit vielen Stationen ist, wurden die Besucher der Kleinen Kirche eingeladen, einen inneren Weg der Versöhnung zu gehen. In den Bankreihen wurden insgesamt acht Stationen aufgebaut, mit je einer Emotion – dankbar, wütend, hoffnungsvoll, verletzt, entmutigt, gefrustet und schuldig. Jeder hatte Zeit, sich mit Fragen zu dem Bibeltext auseinanderzusetzen. Ein festlich gedeckter Abendmahlstisch am Ende des Weges, bzw. im Altarbereich, symbolisierte die Einladung unseres himmlischen Vaters an seinem Tisch Platz zu nehmen, und lud auch zum täg­lichen Abendmahlsgottesdienst ein. Auch diesen gestalteten FSJler und Kommunitäten gemeinsam mit Anspielen, Musik und Ansprache.

Meine Aufgabe vor Ort bestand darin, Menschen zu begegnen – sie willkommen heißen, Fragen beantworten und für Gespräche bereit sein. An der Werkstatt vor der Kirche war das einfach, besonders mit bastel-begeisterten Kindern. Wer wollte, durfte sich einen Ring gestalten oder ein Vater-Bild auf einen Holzklotz kleben. Das Ziel war, Passanten aufmerksam zu machen, Möglichkeiten zur Begegnung anzubieten und ihnen etwas mitzugeben, was sie an dieses Motto erinnern könnte. Auch neugierige Passanten trafen auf uns, manche hatten konkrete Fragen und Anliegen, die mich herausgefordert haben: Ich wollte authentisch von meinem Glauben erzählen, ohne mich aufzudrängen. Eine Begegnung mit einem sehr interessierten Mann, der mir sofort versicherte, er sei Muslim, hallt in mir nach. Er hatte sich offensichtlich mit dem Christentum schon auseinandergesetzt. Ich wurde durch seine Fragen selber auf den Kern unseres Glaubens neu aufmerksam: dass Jesus Gottes Sohn ist, und wir durch ihn Zugang zum Vater haben.

Im OJC-Alltag teilen wir viel miteinander, aber hier haben wir uns noch mal ganz anders kennengelernt. Gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen und durchzuführen, in einem Zelt zu wohnen, das sich beim Aufbau als Partyzelt entpuppte und zum Leidwesen der Frauen mit großen transparenten Fenstern ausgestattet war, und während des Festivals die Freizeit zu gestalten – das war eine Erfahrung, bei der das Thema „Versöhnt“ immer wieder konkret wurde. Mal ließ uns das seufzen, mal lachen, aber letztendlich hat es uns zusammengeschweißt.

Von

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