Ahoi, Moin und Schalom

Ein Dank für neun Jahre Dienst als Kommunitätenbischof

Lieber Bruder Johannesdotter,

es grüßt Sie eine Süßwasserlinse aus dem Odenwald! Als eine solche hatten Sie uns, die Kommunitäten und geistlichen Gemeinschaften, charakterisiert. Zuletzt von der Insel Norderney – mit seiner Süßwasserlinse im Meer – haben Sie uns als Beauftragter des EKD-Kirchenamtes seit 2007 gedient. Nun, da der Braunschweiger Landes­bischof Christoph Meyns in Ihre Nachfolge getreten ist, schauen wir voller Dank auf Ihren beherzten Hirtendienst zurück, auf die Wasserstellen und Auen, aber auch auf manch dunkles Tal, in dem Sie unseren Gemeinschaften treu mit Rat und Gebet zur Seite standen. Sie haben uns nicht nur vernehmbar in den Gremien der EKD vertreten, sondern vor allem dazu beigetragen, dass die Gemeinschaft unter den Gemeinschaften sich festigen und vertiefen konnte.

Mit Ihrer Bereitschaft, sich fröhlich und vorbehaltlos auf das unregelmäßige Verb „verbindlich-geistliche Lebensform“ in der Kirche einzulassen, haben Sie auch uns einen neuen Blick auf uns selbst gezeigt. Und Sie haben uns, als Bußprediger bei den jährlichen Konferenzen über den Buß- und Bettag, den Ernst und die heitere Barmherzigkeit des ­Gerichtes, mit dem Gott sein Volk zurechtbringt, als Evangelium einsichtig gemacht. Damit haben Sie den Nerv unserer Berufungen getroffen, denn die meisten Gemeinschaften sind aus der Erfahrung der Umkehr und Lebenswende hervorgegangen.

Wir schätzen Ihre Verpflichtung für die Ökumene, für die Sie in Rom, Lambeth und an anderen illustren Orten geworben haben, aber auch an den kleinen verborgenen an der Basis. Das war uns eine Stärkung im gemeinsamen Zugehen auf das Reformationsgedenkjahr.

Sie sind uns auch als Mensch, als Bruder, nahe­gekommen, haben uns Anteil gegeben an Ihrem eigenen geistlichen Weg, den anekdotenhaften Wendepunkten und Aha-Erlebnissen im Pfarrdienst und den besonderen Ämtern, von denen uns Ihr Einsatz in der Seemannsmission am eindrücklichsten schien. Wir haben auch Dankbarkeit für die kleinen Dinge und Lebensfreude von Ihnen lernen können. Ich erinnere mich gut an Ihren Besuch bei uns, als der Leiterwechsel in der OJC anstand und Sie mich in das Amt des Priors einsegneten. Am Vorabend feierten Sie mit meiner sechsköpfigen Familie die Sonntagsbegrüßung. Als liturgisches Element repräsentiert der Weinkelch die Fülle und­ Freundlichkeit Gottes. Beim Anstoßen auf das Leben L’ Chaim! darf jeder einen Dankpunkt aus der vergangenen Woche erzählen. Als Sie an die Reihe kamen, sagten Sie: „Normalerweise sage ich das nicht, wenn ich woanders bin, aber in diesem Rahmen wage ich es zu sagen: Ich habe heute Geburtstag!“

Danke, dass Sie uns als Hirte und Bruder neun Jahre treu begleitet, gestärkt, getränkt und uns Segen zugesprochen haben. Das hat uns geistlichen Gemeinschaften unendlich gut getan! So geben wir auch Ihnen für ihren weiteren Lebensweg Segen mit und empfehlen Sie mit Ihren Lieben der treuen Fürsorge unseres Guten Hirten an.

Ahoi, Moin und Schalom aus Reichelsheim und Greifswald!
Ihr
Konstantin Mascher (Prior)

Altbischof Jürgen Johannesdotter war von 2007 bis 2016 „Beauftragter für den Kontakt mit Kommunitäten, Schwestern- und Bruderschaften“ in der EKD.

 

 

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