Anziehende Alternativen zum Sparstrumpf

Oikocredit
Oikocredit - ein Beispiel für eine faire Geldanlage.

Wir wünschen uns, dass es zu einer gerechteren Verteilung des Geldes auf der Welt kommt. "Da kann man nichts ­machen!", hört man von vielen Seiten. Weil wir das nicht glauben wollten, haben wir uns informiert, wo und wie wir Geld anlegen könnten, das wir im Moment nicht brauchen. Der Alltag in Argentinien hatte uns vor Augen geführt, wie hilfreich kommunitäre Kleinkredite für arme Leute sind. Mit einem solchen Startkapital können sie etwas aufbauen, um ihren ­Lebensunterhalt selbst zu erwirtschaften. Viele unserer Bekannten dort haben Mut, kreative ­Ideen und die Ausdauer, um sie umzusetzen: ­etwa den Kauf einer Nähmaschine samt Stoff und Garn, um eine kleine Näherei zu gründen.
 

Wie aber solches Startkapital zusammenbekommen? Wir haben uns erkundigt, welche Geldinstitute Kleinkredite vergeben und sich auf keine Geschäfte einlassen, die billigend anderen Ländern, Menschen oder der Umwelt schadet.
 

Nach einigem Suchen haben wir uns für Oikocredit entschieden. [www.oikocredit.org] Die Zinsen dort kompensieren nicht einmal die Infla­tion. Aber wir wagen zu träumen, was es für die Umverteilung auf der Welt bedeuten könnte, wenn jene, die gerade Geld übrig haben, es zu ­fairen Bedingungen jenen leihen, denen es zum Leben dient. Solche Kredite machen nicht klein, sondern groß. Viel besser als Almosen!
 

Ute und Frank Paul

Faire Bedingungen bei Geldanlagen und Krediten


Es gibt durchaus Banken, die zu fairen Bedingungen Darlehen vergeben, Bürgschaften übernehmen und dadurch helfen, in Entwicklungsländern Arbeitsplätze zu schaffen und Einkommen zu sichern. Es lohnt sich, sein Geld einer Bank anzuvertrauen, die nur wirtschaftlich tragfähige Projekte mit transparentem Management fördert, Frauen in Entwicklungsländern an der Umsetzung von Projekten beteiligt und die Auswirkung von Maßnahmen auf die Umwelt berücksichtigt.

Hinweise bietet das Institut für Ökonomie und Ökumene SÜDWIND.

www.suedwind-institut.de

Der Artikel ist erschienen in Salzkorn 4/2009 "mach's locker! Geld: Vom ängstlichen Festhalten zum fröhlichen Haushalten", S. 169.

Resonanz auf den Artikel

Auf seinem Blog beschäftigt sich Martin Richter nach der Lektüre dieses Artikels mit alternativen Geldanlagen.