Mein Glaubensvorbild

… ist Eleonora

Ich habe Eleonora Muschnikowa vor 25 Jahren durch unser Engagement für Straßenkinder in Russland kennengelernt. Bei ihren Besuchen hat sie spannend von dem erzählt, was sie für vernachlässigte Kinder tun konnte.

Ihr Leben begann im Gulag, wohin Stalin ihre ­Eltern verbannt hatte. Sie kannte Hunger und Einsamkeit. Mit sechs Jahren musste sie alleine mit dem Zug von Sibirien nach St. Petersburg fahren (ca. 10 Tage war sie unterwegs), um dort in die Schule zu gehen. Sie lebte bei einer Tante, deren zwei Söhne in der Zeit der Blockade verhungert waren. Ihre Eltern kamen erst nach Stalins Tod frei.

Sie wurde Lehrerin an sowjetischen Schulen und träumte von Freiheit und geistiger Weite in der Erziehung. Anfang der 1990er Jahre hat sie in St. Petersburg eine Privatschule gegründet, in der es von Anfang an Religionsunterricht gab, obwohl das vom Staat verboten war.

Als im ersten Winter von Perestroika plötzlich viele Kinder auf den Straßen auftauchten, konnte sie nicht die Augen zumachen und daran vorbeigehen. Sie brachte warmes Essen und kümmerte sich um einen Schlafplatz in kalten Nächten. Durch sie entstanden Heime, in denen diese Kinder Liebe und Bildung empfangen und fürs Leben zugerüstet wurden. Oft hat sie gegen die Widerstände der Verwaltung kämpfen müssen. Aber ihr Mut, ihr Gottvertrauen und ein Netz von Freunden haben sie immer weitergehen lassen. Bis heute sorgt sie sich um verlassene und vernachlässigte Kinder und Jugendliche.

Sie denkt aber auch an die Zukunft ihres Volkes. Mit Ärzten, Lehrern, Philosophen und Priestern zusammen gründete sie das Comenius-Institut und gemeinsam erarbeiteten sie die Grundlagen für einen Ethik- und Religionsunterricht. Es entstanden viele Bücher und Lehrmaterialien. Als 2010 unerwartet ein Gesetz erlassen wurde, dass an allen Schulen Religionsunterricht gegeben werden sollte, hatte sie die nötigen Bücher bereit. Bis heute sind Bildung und Herzensbildung für sie das Wichtigste.

Auch mit 75 Jahren lebt Eleonora ihre Berufung mit ganzem Herzen. Ihr Engagement bedeutet ­einen großen Unterschied im Leben vieler, hat ­ihnen ein menschenwürdiges Leben ermöglicht und den Glauben an einen Gott, der ein Herz für Menschen hat, nahegebracht.

Hermann Klenk

© Matej Metlikovic

… ist Mose

Ich kenne Mose aus der Bibel. Er war und ist für mich ein mutiger Mann. Ich finde es total mutig, dass Mose sich sogar mehrmals dem Pharao entgegengestellt hat. Er hat Gott voll und ganz vertraut und mit ihm zusammen gegen die Unterdrückung der Israeliten gekämpft. Mich erinnert diese Teamarbeit an Sherlock Holmes und Dr. John Watson. Die beiden Detektive arbeiten super im Team und geben nicht auf, bis der Fall gelöst ist. Egal wie oft der Gegner zurückschlägt oder ­etwas schiefgeht. Außerdem sind Sherlock und John einfache Männer mit wenig Geld. Dennoch verlangen sie nichts für ihre Arbeit. Auch Mose hat nichts von den Israeliten verlangt. Er hat auf Gott vertraut und das Volk hat ihm vertraut. Auch Sherlock brauchte das Vertrauen der Polizei und der Betroffenen. Ich mag an Mose den Mut, die Hoffnung, das Vertrauen und den Ehrgeiz. Und er sah bestimmt fast so gut aus wie Sherlock Holmes. Diese Dinge machen Mose für mich zu einem Vorbild im Glauben. Aber auch in anderen Dingen, wie z. B. Schule. Die Geschichte und die Handlungen von Gott und Mose haben etwas Einzigartiges und geben mir Kraft im Glauben. Auch wenn ich und vielleicht andere nicht dasselbe erleben wie Mose, zeigt mir die Geschichte, dass Gott für mich da ist und mich unterstützt in schönen und schlechten Situationen.

Elena Mascher

…ist M. W.

Er ist heute 80 Jahre alt.
M. W. ist der Vater meines Freundes aus Kindheitstagen und wurde mir zum väterlichen Begleiter. Durch ihn habe ich zum Glauben gefunden.

Er lebt und arbeitet mit seiner Familie in dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin. Sein Glaube und seine Liebe zu Jesus werden sichtbar in seinem Umgang mit Menschen, in seiner Fürsorge. Am großen Familientisch war immer Platz für Menschen ohne Arbeit, ohne Wohnung, ohne Perspektiven. Vielen stand er zur Seite, hat sie auch ganz praktisch ­begleitet und geholfen, wo es notwendig war.

An dem Tag, an dem ich mit einer Schreckschusspistole einem Jungen fast das Auge ausgeschossen hatte, bin ich zuerst zu ihm gelaufen.

Er hat mit mir gebetet.
Er ist mit mir zu meiner Mutter gegangen.
Er ist mit mir zur Familie des Jungen gegangen.

Als ich ganz dringend Beistand und Hilfe brauchte, war er für mich da.
Mit Rat, aber auch mit Tat hat er mir weitergeholfen. Dafür bin ich ihm bis heute sehr dankbar!

Frank Dangmann

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