Ubbeva

Sechs Schritte zu einem nachhaltigen Neustart

Ubbeva ist keine Stadt in Skandinavien. Ubbeva fasst sechs wichtige Schritte zusammen, die wir gehen können auf unserem Weg hin zu Versöhnung, hin zu Zufriedenheit und Neubeginn. Was verbirgt sich dahinter? Lasst es uns entdecken.

Umkehren

Kennst du das? Du bist irgendwo unterwegs und hast die Orientierung verloren. Die Richtung stimmt nicht mehr, es dämmert dir: „Ich habe mich verirrt, meinen Weg verloren.“ Im Glauben ist das nicht anders. Wenn ich das erkannt habe, ist meine Entscheidung gefragt. Weitergehen und hoffen, dass es von alleine besser wird, oder jetzt umkehren? Zum Umkehren gehört die Richtungsänderung, doch wohin? Richtung Heimat! Heimat kann sehr unterschiedlich erlebt werden. Im Umkehren werden wir oft konfrontiert mit unserem Gewordensein, unserer Lebensgeschichte. Erfahrungen, wie mit uns umgegangen wurde, wenn wir Fehler oder Irrtümer zugeben mussten, melden sich. Biblische Umkehr hat immer einen befreienden und erfüllenden Aspekt. Es ist Gottes Freude, uns Barmherzigkeit zu zeigen. Berauben wir Gott nicht dieser Freude.1 Gott will uns zuerst Retter und Heiland sein, so steht die Umkehr zu ihm am Beginn unseres Nachhausekommens.

Bekennen

Der nächste Schritt ist das Bekennen. „Nichts ändert sich, bis es nicht ist, was es ist.“2 Darum sei ehrlich! Nenne die Dinge beim Namen: Ja, das habe ich gemacht, das war daneben. Manchmal schreibe ich es auf, manchmal nehme ich einen Stein als Symbol. Die Formen beim Bekennen sind unterschiedlich, der Weg immer der gleiche. Das Bekennen wird ein Zwiegespräch, allein mit Jesus oder auch in Begleitung eines Menschen meines Vertrauens. Ich benenne vor Jesus, wo ich danebenlag und gebe dies an sein Kreuz. Die Begleitung durch einen anderen habe ich immer wieder als hilfreich und tröstlich erlebt.

Bitten

Wo will ich hin? Was will ich eigentlich? Was habe ich gesucht, bevor ich mich verirrt habe? Diese Fragen sind mindestens genauso wichtig, wie ein ehrliches Benennen dessen, wo ich geirrt hatte. Stelle deine Bitte daher möglichst konkret: Was ist dein Bedürfnis, deine Sehnsucht, dein Wunsch? Ich erlebe mich hier nicht selten eher sprachlos. Damit Klarheit wächst und ich Sprache finde, lohnt es sich meiner Erfahrung nach, sich von Zeit zu Zeit Rat einzuholen, sich einen Mentor, einen geistlichen Wegbegleiter zu suchen und von dessen Lebenserfahrung und Gottesbeziehung zu lernen.

Empfangen

Dies ist meiner Ansicht nach das Wichtigste und gleichzeitig das Herausforderndste. Die Grundhaltung eines Christen ist eine empfangende. Denn die wesentlichen Dinge des Lebens sind Geschenk und entziehen sich einer letzten Machbarkeit.2 Diese empfangende Haltung kann ich täglich einüben z. B. durch die Lektüre biblischer Texte, die mir zeigen, welche Geschenke Gott für mich hat. Die Texte nähren meine Vorstellungswelt, füllen meine Phantasie und mein Denken mit biblischen Inhalten, so wie der Text über die Früchte des Geistes. Wenn ich mich Gott öffne, welche Frucht wächst? Ich erahne so mehr und mehr, wie Gott zu mir hindenkt und was er mir schenken möchte. Hier wächst die Kraft, um den Kurs zu halten.

Verdanken

Die wenigsten Menschen stehen morgens auf und sagen „Super, ich bin gesund, meinen Kindern geht es gut.“ Nein, unser Hirn konzentriert sich auf die eine Baustelle, die uns zu schaffen macht. Darum ist es wesentlich, dankbar zu werden für das, was man hat. „Was läuft denn gut in meinem Leben?“ Ich habe mir angewöhnt, jeden Abend auf meinen Tag zu schauen und mindestens drei Dankpunkte zu finden.

Aufbrechen

Ich denke, wir Menschen teilen zwei tiefe Sehnsüchte. Zum einen die Sehnsucht nach Verbundenheit und zum anderen die Sehnsucht nach Identität. Wenn ich zu einer dieser beiden aufbreche, dann habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich anderen, Gott und mir selbst begegne. Habe ich mich verirrt und merke, dass ich z. B. im Blick auf meine Frau eine Grenze überschritten habe, meine Art sie wahrscheinlich verletzt hat, dann mache ich mich auf, benenne: das war daneben und entschuldige mich. Verbundenheit wird wieder möglich. Es kann aber auch sein, dass ich merke: Ich verstecke mich, doch es ist dran, mehr zu mir zu stehen, mein Profil zu zeigen, dann ist es der Weg, mich in meiner Eigenheit zu bejahen und mich mit ihr anderen zu zeigen. Beides schafft Heimat. Und wenn ich weiß, wie Gott zu mir steht und was ich alles empfangen habe, dann fällt mir beides leichter.

Jetzt kennt ihr die sechs Schritte von Ubbeva. Mir helfen solche Merkworte, Wesentliches auch im Alltag präsent zu haben. Wenn ich Zeit habe, weil ich vielleicht gerade im Bus unterwegs bin oder durch den Wald wandere, dann wickele ich sie aus und gehe den einzelnen Aspekten nach. Danach ist mein innerer Kompass neu geeicht und ich bekomme Schritt für Schritt Klarheit darüber, wo ich gerade stehe, wo ein Neuanfang ansteht und wohin ich möchte.

Verirren tue ich mich immer noch, aber der Weg nach Hause wird immer kürzer.

Anmerkungen:

  1. Piet van Breemen: Erfüllt von Gottes Licht, Seite 40
  2. Rudolf M.J. Böhm: Grundkurs Seelsorge 2013
  3. www.pilger-kirche-unterwegs.de/mach-mal-pause/

 

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